Landwirtschaft und Tourismus

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Auf der Winklmoosalm darf ein über 300 Jahre altes Baudenkmal abgerissen werden. 16 Kühe möchte der "Widhölzl-Bauer" künftig dort oben den Sommer über auf den Almweiden grasen lassen und Milchprodukte direkt vermarkten.

Reit im Winkl - Über 300 Jahre stand der Widhölzl Kaser auf der Winklmoosalm, nun soll er abgerissen und erneuert werden.

Dies beantragte zumindest der Besitzer dieser denkmalgeschützten Alm, der Landwirt Pankraz Speicher. Der Gemeinderat stimmte in seiner jüngsten Sitzung dem Abbruch und dem Neubau einstimmig zu.

Landwirtschaft und Tourismus: genau diese beiden Begriffe möchte Bauer Pankraz Speicher auf der Winklmoosalm noch näher zusammenbringen. Seit fast 20 Jahren bemüht er sich schon um den Neubau einer Alm, die den zeitgemäßen Erfordernissen einer Almwirtschaft genügt. Dazu müsste er allerdings zuerst den bestehenden Kaser abreißen. Nachdem dieser mittlerweile stark baufällig ist, sah der Gemeinderat "ausnahmsweise" keine Einwände, "den Abbruch des Baudenkmals zu befürworten." 16 Kühe möchte der "Widhölzl-Bauer" künftig dort oben den Sommer über auf den Almweiden grasen lassen und Milchprodukte direkt vermarkten.

Die gleiche Einigkeit zeigte das Gremium beim Antrag der Erbengemeinschaft Bachhuber, Bauhofer und Fleindl. Diese gedenkt, ein Grundstück im Ortsteil Blindau zu teilen und eine 500 Quadratmeter große Teilfläche mit einem Wohnhaus zu bebauen. Diese "Nachverdichtung" wurde zwar grundsätzlich gutgeheißen, allerdings auch deutlich darauf hingewiesen, dass eine weitere Nachverdichtung im südlichen Teil von Blindau "nicht in Betracht" käme. In der Umgebung des beantragten Baus eines Wohnhauses gebe es allerdings mehrere ähnlich kleine Bauparzellen, weswegen sich das geteilte Grundstück hier gut einfüge. Die Kosten für die notwendige Änderung des dort geltenden Bebauungsplans wird laut Beschlussfassung des Gemeinderats von der Erbengemeinschaft übernommen.

Bürgermeister Josef Heigenhauser hatte eingangs in der ersten von mehreren Bekanntgaben dargelegt, dass die örtliche Zimmerei Wolfenstetter im Oktober das Dach des Hallenbades reparieren werde. Ein Marder hatte dort für erheblichen Schaden gesorgt. Die besagte Zimmerei hatte für diese Instandsetzungsarbeiten das günstigste Angebot abgegeben. Ebenfalls das wirtschaftlichste Angebot entschied über die Vergabe der Stromlieferung für Reit im Winkl von 2010 bis 2013. Das Energieunternehmen Eon erhielt deshalb den Zuschlag, so das Ergebnis nach der hier notwendigen europaweiten Ausschreibung.

Bereits im Frühjahr plante die Gemeindeverwaltung, die Ahornstraße auf einer Länge von 100 Metern zu sanieren (wir berichteten). Ersetzt werden sollte dabei auch die marode Wasserleitung, schließlich sah die "Naturwärme GmbH & Co.KG" die Gelegenheit, die Anwohner mit Heizwärme zu versorgen. Durch diese drei verschiedenen Baulose können auch die Kosten auf die einzelnen Maßnahmen verteilt werden, wie dies Bürgermeister Heigenhauser erläuterte. So müssten die 15 Anwohner mit etwa 40.000 Euro an finanzieller Beteiligung für den frostsicheren Unterbau dieser Gemeindestraße rechnen, die Wasserleitung werde dagegen von der Gemeinde bezahlt, 35.000 Euro sind hier veranschlagt. Baubeginn soll Anfang Oktober sein.

Immer wieder war in der Vergangenheit am Ort zu vernehmen, dass sich Reit im Winkl möglicherweise am Ökomodell Achental beteiligen will. Als Grundlage für eine konkrete Absicht soll nun ein "integriertes ländliches Entwicklungskonzept" dienen. Dieses soll für den Kulturraum Achental erstellt werden, Kosten: 67.000 Euro. Während mit einer Förderung von 50.000 Euro gerechnet wird, verbliebe auf die teilnehmenden Gemeinden Bergen, Grabenstätt, Grassau, Marquartstein, Schleching, Staudach-Egerndach, Übersee und Unterwössen ein Betrag von maximal 1850 Euro. Dieses Konzept soll nun ausloten, in welcher Weise die genannten Gemeinden im Bereich Landwirtschaft und Tourismus erfolgreich zusammenarbeiten könnten. "Danach werden wir im Gemeinderat nochmals beraten, ob eine Vollmitgliedschaft im Ökomodell Achental erfolgen soll", so Bürgermeister Heigenhauser.

ost/Chiemgau-Zeitung

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