Loipen bereiten Sorgen

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Oberwössen - Aus der alljährlichen Vereinsroutine der Vermieterversammlung Oberwössens im Gasthof "Zur Post" stießen heuer zwei Punkte heraus, die den Gastgebern unter den Nägeln brennen: Einmal die Nachteile, die mit dem in der vergangenen Saison erweiterten Loipenangebot Oberwössens einhergehen, zum anderen die ständige Sorge, den Anschluss an die Internet-Vermarktungsformen zu verlieren.

Auf das neue Wintersportangebot in der Loipe kam der Vorsitzende Lorenz Plenk sehr schnell zu sprechen. Auf Anregung von Gemeinderätin Sandra Sonntag (FDP) aus dem Vorjahr, das Loipenangebot zu erweitern, hatten die Verantwortlichen nach Plenks Worten in vielen Gesprächen die Machbarkeit geprüft, erörtert und Planungen erstellt sowie mit den Grundeigentümern erfolgreich verhandelt. Zum Schluss hätten sie eine Skatingspur parallel zur Loipe als einzig sinnvoll erachtet, die in der Saison 2009/2010 verwirklicht worden ist (wir berichteten mehrmals). Die Oberwössner Gäste und die einheimische Bevölkerung hätten das Angebot positiv angenommen. Und auch Sportler aus der weiteren Umgebung nutzten gerade auch die Skatingspur häufig.

Dieser Erfolg sei aber mit erheblichen Nachteilen verbunden, hieß es weiter. Die zweite Spur verdoppele nicht nur das Angebot, sondern auch die Kosten dafür auf jetzt rund 4000 Euro. Zwar habe die Gemeinde Unterwössen auf die ursprünglich jährlich 2000 Euro Zuschuss jetzt schon für die vergangene Saison 1000 nachbewilligt und für die Zukunft jährlich 3000 Euro zugesagt, das sei aber immer noch nicht kostendeckend und auf die Jahre gesehen nicht hinnehmbar.

Als Lösung bietet sich nach Dafürhalten Plenks ein neues, moderneres Gerät für die Winterwege- und Loipenpflege, das mit erheblich geringerem Aufwand betrieben werden könnte. Dass ein solches Gerät flächenschonender und zügiger, aber auch mit besserem Ergebnis arbeite, habe das Gerät aus Unterwössen erwiesen, als es auf Anforderung in Oberwössen zum Einsatz kam.

Trotz aller Anstrengungen sowohl des Vereinsvorstandes als auch einzelner Vereinsmitglieder, sich auf dem Markt nach Neu- oder Gebrauchtgeräten umzusehen, zeichne sich derzeit noch keine Lösung ab. So etwas könne der Verein ohnehin nicht allein schultern, die Gemeinde müsse ein solches Gerät für Oberwössen anschaffen.

Haslreiter verweist auf Übergangslösung

Die Mitglieder griffen dieses Thema dann in der Aussprache begierig auf. Sie sprachen Bürgermeister Hans Haslreiter unmittelbar an und versuchten ihm den sofortigen Handlungsbedarf zu vermitteln. Haslreiter antwortete, das sei ihm alles schon bewusst und man arbeite sowohl im Verkehrsverein als auch in Gemeinde und Gemeinderat an dem Thema. Aber noch gebe es ja die Übergangslösung, im Bedarfsfall das modernere Unterwössner Gerät anzufordern.

Das sei ja nun überhaupt keine Lösung, schallte es ihm mehrstimmig entgegen. Zum einen seien einzelne Zusatzausstattungen für Oberwössen eher schädlich, zum anderen habe Oberwössen mehr und länger Schnee als Unterwössen. Das bedeute mehr Übernachtungen in Oberwössen, wobei das Geld aber in Unterwössen ausgegeben werde.

Zweiter Bürgermeister Barthl Irlinger beruhigte die Gemüter mit den Worten, jetzt müssten die Lösungen gewichtet, die Finanzierbarkeitsmodelle erstellt werden. Auf der Grundlage der so erstellten Informationen werde der Gemeinderat dann entscheiden.

Bürgermeister Haslreiter gab zum Schluss noch einen kurzen Überblick über die regionale Entwicklung im Chiemgau-Tourismus mit allerorten leicht sinkenden Gäste- und noch stärker abnehmenden Übernachtungszahlen. Er forderte deshalb die Wössner dazu auf, in ihren Anstrengungen nicht nachzulassen, den Gast zu begeistern. Er rief zudem alle auf, mit höherer Qualität die ständig steigenden Ansprüchen der Urlauber zu erfüllen. lfl

Rubriklistenbild: © pa

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