"Der Achendamm ist ein reines Hundeklo"

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Marquartstein - Hundebesitzer werden zur Kasse gebeten: Ohne Gegenstimmen beschloss der Gemeinderat am Montag, die Hundesteuer erheblich zu erhöhen.

Bürgermeister Andreas Dögerl erklärte, dass die bisherigen Sätze bei der Umstellung auf den Euro einmal festgelegt und seither nicht mehr verändert worden seien.

Im Gegensatz zu den Friedhofsgebühren, die rein kostendeckend kalkuliert werden müssen und in der Sitzung ebenfalls erhöht wurden, darf die Gemeinde mit Steuern laut Dögerl auch einen Gewinn erzielen. Die Gemeinde wende pro Woche rund zwei Stunden auf, um die sogenannten "Hundetoiletten" - Behälter mit Tüten für Hundekot und einem Abfalleimer - im Gemeindegebiet zu entsorgen und neu zu füllen, sagte der Bürgermeister. Insgesamt ergeben sich seinen Angaben zufolge Ausgaben von rund 3500 Euro pro Jahr, denen Einnahmen von 4100 Euro über die Hundesteuer gegenüberstehen.

Hundetoiletten im Gemeindegebiet

In den anderen Gemeinden des Achentals beträgt die Steuer für den ersten Hund zwischen 20 und 70 Euro. In Marquartstein kostete der erste Hund bisher 31 Euro, jeder weitere Hund 77 Euro und ein Kampfhund 420 Euro pro Jahr. Steuerfrei sind Hunde, die öffentliche Aufgaben erfüllen, wie die der Bergwacht oder der Rettungsdienste, außerdem Hunde für blinde, taube, schwerhörige oder sonst völlig hilflose Menschen.

Die Gemeindeverwaltung legte einen Vorschlag zur neuen Steuerregelung vor, wonach der erste Hund nun 50 Euro pro Jahr kosten soll, der zweite und jeder weitere Hund 100 Euro. Diese Vorschläge nahm der Gemeinderat einstimmig an.

800 Euro für Kampfhunde

Abweichender Meinung war der Rat bei Kampfhunden: Für sie setzte die Verwaltung 500 Euro an, was alle Gemeinderäte nicht für ausreichend hielten. Anke Entfellner-Häusler schlug 800 Euro für Kampfhunde vor, was der Gemeinderat schließlich mit 13:3-Stimmen absegnete.

In der Diskussion bedauerte Josef Moritz (CSU/Freie Wähler), dass der Ort in gewissen Gebieten stark von Hundekot beschmutzt sei. "Der Achendammweg ist ein reines Hundeklo", ärgerte sich Moritz. Obwohl im Gemeindegebiet sieben Behälter mit Tüten aufgestellt seien, benützten sie viele Hundebesitzer nicht. Von daher sollte man eigentlich die Hundesteuer noch viel mehr erhöhen.

Claudia Kraus (Überparteiliche Wähler) gab zu bedenken, dass viele Spaziergänger mit Hunden aus anderen Orten zum Beispiel nur zum Achendamm fahren, um ihre Hunde da auszuführen. Deshalb dürfe man nicht die Hundebesitzer im Ort dafür büßen lassen. Gabi Noichl (ÜW) schlug vor, noch mehr auf Aufklärung zu setzen, zum Beispiel auf Hinweisschildern, die Hundebesitzer dazu aufzufordern, die Hundetoiletten zu benutzen.

gi/Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © pa

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