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Unterwegs mit dem Rad

750 Kilometer anstrengender Spaß: Mountainbiker kommen im Chiemgau voll auf ihre Kosten

Erst mal die Karte genau ansehen: Kolja Zimmermann, Projektbetreuer und Sprecher der LAG Chiemgauer Alpen, studiert mit Julia Lang, Themen-Managerin Rad beim Chiemgau Tourismus, nahe der Hochplattenbahn in Marquartstein die Touren in einer der druckfrischen Karten des neuen Mountainbike-Radwegenetzes.
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Erst mal die Karte genau ansehen: Kolja Zimmermann, Projektbetreuer und Sprecher der LAG Chiemgauer Alpen, studiert mit Julia Lang, Themen-Managerin Rad beim Chiemgau Tourismus, nahe der Hochplattenbahn in Marquartstein die Touren in einer der druckfrischen Karten des neuen Mountainbike-Radwegenetzes.
  • Axel Effner
    VonAxel Effner
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Ein neues Mountainbike-Netz in den Chiemgauer Alpen haben Bürgermeister und Tourismusverantwortliche in Marquartstein vorgestellt. Es soll beweisen, dass Naturschutz und Tourismus Hand in Hand gehen können, und dass gegenseitige Rücksichtnahme und Genussradeln sich nicht im Wege stehen müssen.

Marquartstein – Nach siebenjährigen Vorbereitungs- und Planungsarbeiten wurde jetzt an der Hochplattenbahn in Marquartstein ein neuer touristischer Meilenstein der Öffentlichkeit vorgestellt: das erste durchgängig beschilderte Mountainbike-Netz in den Bayerischen Alpen. Es umfasst eine Gesamtstreckenlänge von 750 Kilometern und kann mithilfe von zwei neu erstellten Radkarten samt zahlreichen Zusatzinfos selbst erkundet werden.

Im Rahmen einer Pressekonferenz präsentierten zahlreiche Touristiker, Projektverantwortliche und Bürgermeister nähere Details des Projekts.

Gutes Miteinander für Tourismus und Naturschutz

Die 71 Touren in den Chiemgauer Alpen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden richten sich in erster Linie an Genussradler und sind größtenteils auf Forststraßen zu aussichtsreichen Almen angelegt.

Ein Hauptaugenmerk lag dabei auf einem „guten Miteinander“ von Belangen des Tourismus und des Naturschutzes, des Forstes, der Almwirtschaft, der Radler und auch der Wanderer, die die Wege ebenfalls benutzen, erläuterte Thomas Kamm. Der Siegsdorfer Bürgermeister war auch als erster . Vorsitzender des vom LEADER-Programm der EU geförderten Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Chiemgauer Alpen miteingebunden. Elf Gemeinden zwischen Sachrang und Aschau über Reit im Winkl und Schleching bis nach Inzell waren in die Planungen miteinbezogen.

Am Parkplatz der Hochplattenbahn in Marquartstein steht die erste Info- und Übersichtstafel für das „Bikegebiet Hochplatte“, die so ähnlich auch an den anderen Ausgangspunkten für Touren folgen sollen. Bürgermeister Andreas Scheck machte deutlich, dass für das neue MTB-Netz „keine grundsätzlich neuen Touren“ geplant wurden, sondern das bestehende Wege- und Trailnetz sinnvoll ergänzt und verbunden wurde. Dabei sei auch in Zusammenarbeit mit den Behörden und verschiedenen Interessengruppen „viel Konfliktpotential“ zu klären gewesen. Nicht zuletzt deshalb rufen Schilder unter dem Motto „Mitnand“ zu gegenseitigem Respekt und einem guten Miteinander von Bikern und Wanderern für ein ungetrübtes Berg- und Naturerlebnis auf.

Manchmal muss geschoben werden

„An manchen Stellen müssen die Räder deshalb auch geschoben werden, um die heimische Flora und Fauna zu schützen“, so Scheck. Dort, wo bedrohte Tierarten wie das Auerwild ihre Rückzugsräume haben, habe die Naturschutzbehörde die Strecken für Räder gesperrt.

Die längste Tour des neuen Mountainbike-Netzes ist mit über 100 Kilometern der Chiemgau-Marathon, die mit knapp zehn Kilometern kürzeste Tour führt auf die Hinteralm unterhalb des Hochgerngipfels. Dabei sind Differenzen zwischen 250 und 3 100 Höhenmetern zu überwinden. 16 Touren mit Wanderpassagen führen unter anderem zum Staubfall in Ruhpolding. Der Weg hinter dem sprühenden Wasserfall entlang ist ein besonderes Erlebnis, das nur zu Fuß erreichbar ist.

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Landschaftlich reizvoll sind auch Touren zum Dürrnbachhorn, um den Hochstaufen, zur Eggenalm im Bereich Steinplatte-Winklmoos oder zur Feldalm im Gebiet Zahmer Kaiser. Aufgrund gut geeigneter Anschlusswege verlaufen 150 der 750 Kilometer Gesamtstrecke auf österreichischem Boden.

Extrem-Touren und „Wildwuchs“ sind nicht erwünscht

Wie die Bürgermeister und Tourismusverantwortliche betonten, seien Angebote für „extreme Downhill-Biker ausdrücklich nicht gewollt“. Ein Wildwuchs durch Privatanbieter wie am Zinnkopf bei Siegsdorf sei schwierig, weil es durch inoffizielle Trails bei Starkregen auch zu problematischen Auswaschungen komme. Auch aus rechtlicher und versicherungstechnischer Sicht gebe es hier Vorbehalte.

Das zweiteilige Karten-Set kann beim Chiemgau Tourismus unter Telefon 0861/ 9095900 bestellt werden. Karten sind auch in den Tourist-Infos Aschau-Sachrang, Bergen, Grassau, Inzell, Marquartstein, Reit im Winkl, Ruhpolding, Schleching, Siegsdorf, Staudach-Egerndach und Unterwössen erhältlich.

Weitere Infos gibt es im Internet.

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