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B307-Ausbau bei Marquartstein: Wann geht es wieder weiter?

Ein Beispiel für die Mängel des momentanen Straßenquerschnitts der B307 zwischen Marquartstein und Donau.
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Ein Beispiel für die Mängel des momentanen Straßenquerschnitts der B307 zwischen Marquartstein und Donau.

Marquartstein - Schon seit Jahren beschäftigt Anwohner und Lokalpolitik ein dringend notwendiger Ausbau der B307 zwischen Marquartstein und Donau. Wir haben uns erkundigt, wie der aktuelle Stand dabei ist.

„Seit der Vorstellung der drei Varianten Anfang Juli 2018 in der gemeinsamen Gemeinderatssitzung von Marquartstein und Schleching zum Ausbau der B307 zwischen Marquartstein und Donau haben wir die von uns bevorzugte Variante weiter ausgeplant. Auch die naturschutzrechtliche Untersuchung des Gebiets wurde abgeschlossen“, berichtet Diplom-Ingenieur Peter Maltan vom Staatlichen Bauamt Traunstein gegenüber chiemgau24.de. Allerdings könnte ein Vorentwurf erst erstellt werden, wenn auch Planungen zu wasserschutzrechtlichen Aspekten des Projekts abgeschlossen sind. „Das wird voraussichtlich im ersten Halbjahr 2021 der Fall sein.“

B307 bei Marquartstein soll ausgebaut werden - Planungen schreiten erst Anfang 2021 fort

„Es geht dabei um die Auswirkungen der Planung auf den Hochwasserabfluss der Tiroler Achen“, so Maltan weiter. „Es handelt sich um einen Prozess, der eine Optimierung hinsichtlich des Hochwasserabflusses in mehreren Schritten sowie intensive Abstimmungen mit dem Wasserwirtschaftsamt und der Wasserrechtsbehörde beinhaltet.“ Durch die Komplexität des Themas müsse dies aufwendig behandelt werden.

Christian Rehm, Leiter des Staatlichen Bauamts Traunstein und Bernadette Wallner, Abteilungsleiterin für Planungen stellten im Juli 2018 die Ausbau-Varianten für die B307 zwischen Marquartstein und Donau vor.

„Der Zustand der B307 in diesem Bereich ist schon lange nicht mehr einer Bundesstraße würdig!“, hatte Marquartsteins Bürgermeister Andreas Scheck (Bürger für Marquartstein) auf der gemeinsamen Ratssitzung vor zwei Jahren gemahnt. Das Thema beschäftige beide Gemeinden daher schon seit vielen Jahren. 2016 hatte das Bauamt sich schließlich bereit erklärt, konkrete Planungen für den Ausbau aufzunehmen.

Die B307 zweigt in Marquartstein von der B305 ab und verläuft über Raiten und Schleching zur österreichischen Landesgrenze. Sie ist bis auf den Bereich zwischen Marquartstein und Donau relativ gut ausgebaut. Beispielsweise sei die Fahrbahnbreite mit teilweise unter fünf Metern Breite viel zu schmal, so das Staatliche Bauamt. Durch den Lkw-Grenzverkehr komme es immer wieder zu Problemen im Verkehrsablauf und auch zu Unfällen in diesem Abschnitt. Durch den geplanten Ausbau sollen die Trassierung und der Verkehrsablauf verbessert werden. 

Drei Varianten für Ausbau

Die Unterschiede der drei Varianten für den Ausbau der B307 zwischen Marquartstein und Donau zusammengefasst.

„Ich habe schon einiges gesehen, aber so etwas noch nicht! Der Handlungsbedarf ist sehr groß!“, betonte der Leiter des Staatlichen Bauamts Traunstein, Christian Rehm den versammelten Einwohnern und Gemeinderäten. „Der Ausbau steht außer Frage“, betonte er angesichts dessen auch. Für den Ausbau wurden drei Varianten erarbeitet. Bedacht werden müssen dabei, wie umfangreich die Eingriffe in ein Fauna-Flora-Habitat (FFH), einen Waldrücken, das Überschwemmungsgebiet der Tiroler Achen sein sollen. Außerdem unterscheidet sich der Abstand zu zwei nahegelegenen Wohnhäusern.

Auf der gemeinsamen Gemeinderatssitzung gab es dazu viele kritische Stimmen. Beispielsweise kritisierten viele Gemeinderäte und anwesende Bürger, dass die vorgestellten Varianten wenig Variationen beziehungsweise eine freiere Ausnützung der Umgebung bieten würden. „Wir müssen einfach gewisse Regeln einhalten. Wir können eine Bundesstraße nicht unterhalb von Staatsstraßenniveau planen!“, erwiderte Bauamts-Leiter Rehm auf diese und weitere Einwendungen, „Der Bund investiert da Millionen und wir vertreten hier seine Interessen.“ Auch acht betroffene Grundstückseigentümer waren an diesem Abend anwesend. Sie betonten, grundsätzlich für den Ausbau zu sein. Sie bestanden allerdings auf einer engen Abstimmung mit ihnen dabei.

hs

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