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Zwangsversteigerung bis zuletzt spannend

Schnäppchenjagd um Burg Marquartstein: Gibt es endlich einen neuen Besitzer?

Am Eingang des Achtentals thront Burg Marquartstein auf einer Anhöhe und wartet auf einen neuen Besitzer.
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Am Eingang des Achtentals thront Burg Marquartstein auf einer Anhöhe und wartet auf einen neuen Besitzer.

Was muss man für eine Burg hinblättern? Am Amtsgericht Traunstein fand am Freitag (28. Oktober) der Termin zur Zwangsversteigerung der alten Gemäuer statt. Schon seit 2015 sucht das Marquartsteiner Anwesen nach einem neuen Besitzer - Nun sollte sich entscheiden, wer das Rennen macht.

Traunstein – Die Stimmung im Gerichtssaal war angespannt. Das ewige Hin und Her, wer denn nun die Burg Marquartstein kauft, hatte in den vergangenen Jahren immer wieder für Spekulationen gesorgt. „ Wir hätten ja gerne gehabt, dass es erst gar nicht soweit kommt“ erklärt der Marquartsteiner Bürgermeister Andreas Scheck. Mit dem Vorbesitzer und Kunsthändler, Konrad Bernheimer, war die Zusammenarbeit stets bestens gewesen. Durch den anstehenden Besitzerwechsel der Burg ist nun unklar, wie es weitergeht.

Der Zwangsversteigerung am Freitag war eine jahrelange Suche nach einem Interessenten mit genügend Kaufkraft vorangegangen. Der bisherige Inhaber Bernheimer hatte die Burg 1987 erworben und die Innenräume mit Liebe zum Detail renoviert. Für ihn war sie mehr als nur eine Luxusimmobilie, da er Teile seiner Kindheit und Jugend in den alten Gemäuern verbrachte. Sie beherbergten einst das Marquartsteiner Internat des Gymnasiums, wo Bernheimer mit 19 Jahren sein Abitur ablegte. Die etwa 1075 erbaute mittelalterliche Burg war dadurch eine Herzensangelegenheit für ihn und er steckte viel Mühe in die Restaurierung.

Traumhafter Einblick: Der Rittersaal von Burg Marquartstein. Immovision/Indi Herbst

Bis zuletzt hatte Konrad Bernheimer versucht, die Zwangsversteigerung zu verhindern und wollte selbst einen Nachfolger finden. Seine vier Töchter hatten kein Interesse an der Übernahme der Burg und so zogen Bernheimer und seine Frau bereits 2015 aus der Burg aus. Weder das Auktionshaus Sotherby`s in London, noch der Luxus-Immobilienmakler Oliver Herbst, an die Bernheimer den Verkauf übertragen hatte, konnten passende Käufer finden. Für 15 Millionen sollte das ganze Anwesen damals unter den Hammer kommen. Interessenten gab es auch aus dem Ausland: ein russischer Oligarch hatte Interesse bekundet, durfte dann aber nichts mehr kaufen. Ein Mitglied der arabischen Königsfamilie wurde durch Corona ausgebremst. Letztlich machten einige Gläubiger der Firma Bernheimer Druck und schafften Tatsachen.

Burg kommt unter den Hammer - Wer bekommt den Zuschlag?

Für einen geschätzten Marktwert von über sechs Millionen Euro sollte dann am Freitag (28. Oktober) bei der Zwangsversteigerung endlich ein neuer Burgherr gefunden werden. Im Gerichtssaal kristallisierten sich schnell zwei Hauptinteressenten für das gesamte Grundstück heraus. Die Gebote auf einzelne Grundstücke waren nur Nebenschauplatz, da diese sowieso hinfällig würden, wenn sich ein Käufer für das ganze Anwesen findet. Und das war dann auch der Fall: Das erste Gebot über 4,26 Millionen Euro kam von einem regional bekannten Unternehmer. Doch das Gegengebot ließ nicht lange auf sich warten. Ein Radiologe aus München hielt mit 4,3 Millionen Euro dagegen. Das packende Duell zwischen den beiden Parteien hatte bei einem Gebot von 4,6 Millionen Euro ein Ende und somit stand der neue Besitzer eigentlich fest.

Traumhafter Ausblick: vom Balkon der Burg über das Achental.

Durch einen Antrag seitens der Schuldnervertretung wurde dann aber in letzter Sekunde beschlossen, dass der endgültige Zuschlag für die Burg vertagt wird. „Wenn das ganze jetzt tatsächlich im November an den heute Höchstbietenden ginge, wären wir zufrieden mit dem Ausgang“ so Andreas Scheck, der aber ganz offensichtlich lieber gehabt hätte, dass die Versteigerung ein für allemal entschieden worden wäre.

Es geht also noch ein bisschen weiter mit der Achterbahn der Gefühle auf der Suche nach dem neuen Burgherren. Dennoch zeichnet sich ab, dass das Rennen ein Einheimischer machen könnte. Mehr wissen wir am 11 November. Dann soll abschließend verkündet werden, wer bald auf der Burg residiert.

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