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Wenn im Ortskern gebaut wird

Baugebiet „Freiweidach“: Gesicht der Alten Dorfstraße in Marquartstein soll erhalten bleiben

  • VonManfred Peter
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Der Gemeinderat Marquartstein hat den Bebauungsplan „Freiweidach“ festgezurrt – dabei mag zwar der eine oder andere Kompromiss möglich sein, aber die klare Aussage ist: Die schon vorhandenen Bauernhäuser geben mit ihrer Optik den Ton an.

Marquartstein – Der Gemeinderat von Marquartstein hatte bei der ersten Sitzung nach der Sommerpause ausschließlich Bauthemen zu behandeln. Nach wie vor finden die Sitzungen im Alten Bad in Unterwössen statt. Die Beratungen zum neuen Bebauungsplan „Altes Dorf“ nahmen daher den größten Raum ein.

Er ist einer der vier neuen Bebauungspläne, mit denen der rund 50 Jahre alte Bebauungsplan „Freiweidach“ ersetzt werden soll.

Zeitintensive Stellungnahmen

Im April 2019 hatte der Gemeinderat die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung und die Beteiligung der Träger öffentlicher Belange beschlossen. Wie Bauamtsleiter Erik Oberhorner anmerkte, habe sich die Beratung aus verschiedenen Gründen, etwa wegen der Pandemie, verzögert und komme erst jetzt in den Gemeinderat. Die Erläuterungen der Stellungnahmen der Behörden und die damit verbundenen Abwägungen waren zwar zeitintensiv, erforderten jedoch keine Diskussion.

Anders war es bei den eingezeichneten Gehwegen beidseitig an der Alten Dorfstraße, dem Sattlerweg und dem Wohngebäude auf der Fläche im Anschluss der Kapelle. Ein Anliegerehepaar kritisierte, dass der gepflasterte Gehweg Richtung Damm nicht im Plan erscheint. Er sollte als Gehweg gekennzeichnet werden, damit die Fläche nicht als Parkmöglichkeit für Fahrzeuge genutzt wird.

kein Gewohnheitsrecht bei Fußweg

Weiter waren die Anlieger der Meinung, dass der Sattlerweg auf 1,5 Meter erweitert worden sei und baten darum, die Breite auf 1,2 Meter festzusetzen. Ebenso sahen die Antragssteller, dass die Beschilderung des Sattlerweges in einer Richtung als Gehweg und in der Gegenrichtung als Geh- und Radweg „irritierend“ sei und im Zuge der Planung die missverständliche Beschilderung behoben werden sollte. Im Weiteren verlangten sie, den Fußweg entlang ihrer Grundstücke an der Alten Dorfstraße ersatzlos zu streichen.

Dem Anliegen, den gepflasterten Fußweg Richtung Damm entsprechend zu kennzeichnen, wird laut Oberhorner nachgekommen. Wie er weiter ausführte, soll die Widmung des Sattlerweges korrigiert werden und die Festsetzung als öffentlicher Radweg entfallen. Zum Thema Fußweg wollte Christian Dögerl (CSU) wissen, ob hier nicht ein Gewohnheitsrecht greife: „Denn die Fläche wird ja schon seit einigen Jahrzehnten als Fußweg genutzt.“ Dazu meinte Oberhorner, dass das nicht der Fall sei. „Der Weg ist durch einen unterzeichneten Aktenvermerk beurkundet.“

Gebäudefront zu massiv

Der neue Entwurf für die Bebauung der Fläche hinter der Kapelle an der Alten Dorfstraße enthalte Abweichungen gegenüber dem alten Entwurf, informierte Bürgermeister Andreas Scheck (BfM) das Gremium. Beim ersten Entwurf sollten zwei Gebäude entstehen. Der neue sieht nun nur noch ein Gebäude mit einem westlich abknickenden Querbau vor. „Ein Querfirst ist wichtig für das Ortsbild“, so der Bürgermeister, es gebe sicher bei der Gestaltung noch „Kompromissmöglichkeiten“.

Beim jetzigen Entwurf sehe er eine lange Gebäudefront, die im Verhältnis zu den umliegenden Gebäuden „zu massiv“ sein könne, gab Gemeinderat Toni Entfellner (Grüne/Offene Liste) zu bedenken.

Orientierung an den anderen Gebäuden

Wenn man jetzt die Straße entlangfahre, habe jedes Haus ein „Gesicht“ und man schaue in das Gesicht der Häuser, sagte Dögerl. Beim jetzt vorliegenden Entwurf sei das nicht mehr der Fall.

Der gesamte Gemeinderat schloss sich dem Vorschlag des Bauamtsleiters an, dass die Abwinklung des Gebäudes kritisch gesehen werde und die Giebelständigkeit berücksichtigt und beibehalten werden solle. Ebenso soll sich bei den Dachüberständen an den gegenüberliegenden Gebäuden orientiert werden. Zusätzlich wurde der Hinweis aufgenommen, dass die Planung mit dem Denkmalschutz abzustimmen ist.

Rubriklistenbild: © Sebastian Kahnert

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