Kommunalwahl Bayern 2020: Bürgermeisterkandidat für Marquartstein

18 Fragen an Andreas Scheck (Bürger für Marquartstein)

Bürgermeister Andreas Scheck (Bürger für Marquartstein) will sein Amt behalten.
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Bürgermeister Andreas Scheck (Bürger für Marquartstein) will sein Amt behalten.

Marquartstein - Am 15. März 2020 finden in Bayern die Kommunalwahlen statt. Auch in Marquartstein wird der Bürgermeister gewählt. Wir stellen Ihnen den einzigen Kandidaten vor: Andreas Scheck (Bürger für Marquartstein).

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Die Antworten auf unseren Fragebogen:

1. Name

Andreas Scheck


2. Partei

Bürger für Marquartstein

3. Alter

51

4. Wohnort

in Marquartstein (seit Geburt)

5. Geburtsort

-

6. Familienstand

-

7. Kinder

zwei Töchter mit 22 und 20 Jahren

8.  Wie verlief Ihre bisherige politische Karriere?

seit 2014 Erster Bürgermeister von Marquartstein

9. Wer sind Ihre politischen Vorbilder?

Helmut Schmidt, Alois Glück

10. Was verbindet Sie mit Ihrer Kommune? Was ist das Besondere Ihrer Kommune?

Ich bin mit Herz und Seele Marquartsteiner. In bin Im Ortsteil Piesenhausen aufgewachsen und seit meiner Kindheit in verschiedenen Vereinen und Organisationen ehrenamtlich tätig, weil es mir schon immer Freude macht, mich für die Gemeinschaft in unserem Ort zu engagieren. Das Besondere an Marquartstein ist für mich seine einzigartige Lage an der Talenge der Tiroler Ache und die umgebenden Berge, aber auch die Menschen, die in unserer Gemeinde leben und für die ich mich gerne mit aller Kraft einsetze.

11. Warum sind Sie genau der Richtige?

Weil ich unabhängig, offen und ehrlich bin und meine Aufgabe als Bürgermeister insbesondere darin sehe, mit erforderlicher Weitsicht die Lebensqualität möglichst aller Menschen in Marquartstein Stück für Stück zu verbessern. Dabei ist es mir wichtig, stets das Wohl der Allgemeinheit im Blick zu haben und gegenüber den berechtigten Interessen Einzelner abzuwägen.

12. Was haben Sie in Ihrer vergangenen Amtszeit erreicht? 

Für mein Ziel, mit einer bürgernahen, ehrlich offenen und vorausschauenden Politik Marquartstein noch lebenswerter zu machen, haben wir viel erreicht – und es gibt noch viel zu tun. Gesellschaftliches Leben und Dorfgemeinschaft definieren sich nicht allein durch die Schaffung von Gebäuden, sondern müssen aktiv gefördert werden. Durch eine neue, aktive Rolle der Gemeinde und mit hohem Engagement der Bürger und Vereine konnten wir viel gesellschaftliches Leben in die Mitte unseres Ortes zurückholen. Gelungene Beispiele sind der Adventsgarten, die Steinbruch-Konzerte, die regelmäßigen Neubürgerempfänge und Ehrenamtsabende. Alle weitere sich stellende Aufgaben habe ich in konstruktiver Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat in Angriff genommen. Vieles wurde abgearbeitet. Bei einigen entscheidenden Projekten stehen wir heute vor konkreten Lösungen oder vor der unmittelbaren Umsetzung. 

Information schafft Transparenz und Vertrauen in unsere Arbeit. Deshalb haben wir das Informationsangebot für unsere Bürger wesentlich verbessert. Ob Bürgermeister- Sprechstunde, Gemeindezeitung oder die Veröffentlichung auf digitalen Medien - Informationen aus dem Rathaus sind „Chefsache“, sobald Projektideen konkretisiert sind. Über unser Modell der Bürgerbeteiligung, können sich die Bürger nach klaren Regeln aktiv im Ort einbringen. Unsere Beiräte und Arbeitskreise haben zahlreiche kleine und größere Verbesserungen für unseren Ort bewirkt. Die Unterstützung und Wertschätzung für engagierte Bürger, Ehrenamtliche und Vereine durch die Gemeinde findet in den regelmäßigen Ehrenamtsfesten ihren Höhepunkt. Bei der allgemeinen Ortsentwicklung wurden viele Weichen in Richtung einer gemeinwohlorientierten Gemeinde gestellt. Der verantwortungsvolle Umgang mit Grund und Boden, die klare Fokussierung auf eine zentrumsnahe Innenentwicklung, die Förderung der Regionalität und nachhaltiger Landwirtschaft haben unser Handeln geprägt. Mit heimischen Blühflächen, Photovoltaik-Anlagen auf gemeindlichen Dächern, Umstellung auf Ökostrom und Einstieg in die Elektro-Mobilität haben wir auch beim Umwelt- und Klimaschutz klare Verantwortung gezeigt. Unsere Maßnahmen zur Verbesserung des Hochwasserschutzes und der Oberflächenentwässerung haben die Sicherheit wesentlich verbessert. Auch überörtlich, bei der Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden, zum Beispiel im Tourismus oder dem Ökomodell Achental, ist Marquartstein nicht nur zu einem verlässlichen und geschätzten Partner geworden, sondern übernimmt auch Verantwortung. 

Mit dem Umbau der Ortsdurchfahrt der B305 in diesem Jahr werden nach umfangreicher Planung wesentliche und von den Bürgern gewünschte Verbesserungen insbesondere für Fußgänger, Radfahrer und Anwohner realisiert. 

Ich rede hier bewusst von „wir“, denn all das, was in der Vergangenheit erarbeitet wurde und das was zukünftig umgesetzt werden soll funktioniert nur in einem konstruktiven Miteinander. Dazu haben wir im Gemeinderat in den letzten sechs Jahren zum Beispiel durch eine neue Sitzordnung und zahlreiche Klausuren eine neue kommunalpolitische Diskussions- und Arbeitskultur jenseits von Fraktionsdenken und Parteiideologien geschaffen. Dabei war und ist es mir auch nicht wichtig, meine eigenen Ideen oder Vorstellungen durchzusetzen, sondern die beste Idee zu erkennen, zu vermitteln und gemeinsam mit dem Gemeinderat und den Bürgern umzusetzen.

13. Was ist für Sie die größte Herausforderung Ihrer Kommune? Wie stehen Sie dazu und was gedenken Sie zu tun?

Da gibt es für mich keine einzelne zu nennen, sondern ich sehe die Gesamtheit der drängenden gesellschaftlichen Herausforderungen, wie die Überalterung, drohende Altersarmut, stark steigenden Pflegebedarf, Anonymität und sich verbreitenden Egoismus sowie in Kombination dazu die Auswirkungen des Klimawandels als drängendste Aufgabe für uns Gemeinden an. Auf die vielen, verstärkt auf uns zukommenden, Probleme müssen wir frühzeitig geeignete Antworten finden und entsprechende Entwicklungen einleiten.

14. Was sind – neben den größten Herausforderungen – Ihre drei wichtigsten Ziele in den kommenden sechs Jahre? Was wollen Sie für die Menschen in ihrer Kommune erreichen?

Wir arbeiten bereits intensiv an unserer Jahrhundert-Chance durch den Verkauf des Schrobenhauser-Areals ein neues, attraktives und lebendiges Ortszentrum zu entwickeln. Damit in Verbindung stehen auch die Schaffung eines neuen gesellschaftlichen und kulturellen Zentrums mit einem Bürgerhaus im Rathaus-Umfeld sowie die bedarfsgerechte Nutzung des ehemaligen Bahngeländes. Hier sind aufgrund der eingeschränkten Nutzungsmöglichkeiten noch verschiedene Möglichkeiten, zum Beispiel die Verlagerung des Kindergartens und eine Tagespflege-Einrichtung im Gespräch. All diese Maßnahmen sind voneinander abhängige Bausteine zu einer Attraktivierung unserer Ortsmitte, in der sich unsere Bürger und Gäste in Zukunft wohlfühlen und gerne aufhalten werden. Darüber hinaus ist die Realisierung einer Fernwärmeversorgung unser erklärtes Ziel, für das demnächst der Startschuss fallen soll.

15. Bezahlbarer Wohnraum ist bei uns Mangelware. Wie sehen Sie die aktuelle Situation in Ihrer Kommune und was gedenken Sie hier zu tun?

Hier sind wir bereits mitten drin. Durch den Erwerb mehrerer Grundstücke durch die Gemeinde in den letzten Jahren haben sich für uns wichtige Gestaltungsspielräume eröffnet. Für alle Generationen, Lebenslagen und finanzielle Leistungsfähigkeit sowohl bei Mietwohnungen als auch im Eigentum brauchen wir neue und zukunftsorientierte Angebote. Dabei ist jedoch gerade in der flächenknappen Gemeinde Marquartstein ein verantwortungsvoller Umgang mit Grund und Boden geboten. Ich werde insbesondere auch Wohnformen unterstützen, die soziale Gemeinschaft fördern und Älteren als auch Kranken ermöglichen möglichst lange selbstständig in ihrer Heimatgemeinde zu leben. Das derzeitige Wohnprojekt mit Demenz-Wohngruppe der MARO Genossenschaft ist ein Baustein dafür.

16. Der Klimaschutz ist im Moment in aller Munde. Wie wichtig ist Ihnen dieses Thema und was gedenken Sie hier zu tun?

Klimaschutz geht uns alle an. Die Auswirkungen des Klimawandels machen keinen Halt vor Länder- oder Gemeindegrenzen. Wie bereits oben erwähnt, sind wir in den letzten sechs Jahren mit diversen Maßnahmen unserer Verantwortung und Beispielrolle in der Gemeinde mehr als gerecht geworden. Unser derzeit wichtigstes Projekt ist die Realisierung einer Fernwärmeversorgung mit einem klimafreundlichen Holzhackschnitzel-Heizwerk. Hier befinden wir uns gerade im Wärme-Vorverkauf. Genügend Abnahme vorausgesetzt wird im Mai dieses Jahres der Startschuss für die Umsetzung fallen.

17. Volksbegehren „Rettet die Bienen“ und neue Düngeverordnung: Wie stehen Sie zu den Protesten der heimischen Landwirte und gedenken Sie in diesem Punkt zu handeln? Falls ja, wie?

Das Volksbegehren und die Düngeverordnung zielen meines Erachtens berechtigterweise insbesondere auf die Arbeitsweise landwirtschaftlicher Großbetriebe ab. Die Regelungen passen auf die kleinstrukturierte Landwirtschaft, wie sie bei uns im Landkreis und im Achental zu finden ist, nur sehr begrenzt. Hier sollte besser differenziert werden. Die meisten unserer Landwirte gehen sehr verantwortungsbewusst mit ihren Flächen um. Ein erheblicher Teil hat auf Bio-Betrieb umgestellt. Seitens der Gemeinde wollen wir zusätzliche Nischenmärkte, Selbstvermarktung regionaler Produkte und die Wertschöpfung vor Ort weiter unterstützen.

18. Gibt es noch ein wichtiges Anliegen, das Sie Ihren Wählern gerne mit auf den Weg geben würden? Falls ja, welches?

Ich möchte alle Leser darum bitten von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen. Wer seine Stimme nicht abgibt, lässt andere entscheiden. Jede Stimme zählt. Sie übernehmen damit Verantwortung und gestalten die Politik aktiv mit!

Anmerkung der Redaktion: Die Antworten der Kandidatin/des Kandidaten wurden 1:1 von der Redaktion übernommen, inhaltlich nicht überarbeitet und müssen deswegen nicht die Meinung der Redaktion widerspiegeln.

Quelle: rosenheim24.de

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