"So gute Noten gab es noch nie"

Abschlussfeier in Niedernfels

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ie fünf besten Absolventen des Pädagogischen Zentrums Niedernfels in Marquartstein sind heuer (von links) neben Schulleiter Christian Auer Jacob Faller, Emma Prins, Sara Bodensteiner, Katharina Kühn und Maximilian Clas neben der Vorsitzenden des Fördervereins, Mechtild Faller-Obermeier.

Marquartstein - 26 Schüler des Pädagogischen Zentrums Schloss Niedernfels erhielten ihre Abschlusszeugnisse bei der unter Corona-Bedingungen etwas abgespeckten Feier in der Aula der Schule.

Von 26 Schülern bestanden 21 sogar den qualifizierenden Abschluss der Mittelschule und auch die anderen erreichten erfolgreich den Mittelschulabschluss.


Die fünf besten Absolventen sind Emma Prins aus Dorfen mit einem Notendurchschnitt von 1,1, Katharina Kühn aus Nussdorf am Inn und Jacob Faller aus Feldafing mit 1,2 (alle drei aus der Wohngruppe Niedernfels), gefolgt von Maximilian Clas, Riedering und Sara Bodensteiner, Grabenstätt, jeweils 1,3. Ebenfalls eine 1 vor dem Komma haben Sophie Kutz, Vachendorf, sowie Raphael Bachmann und Sergius Eckert, beide Traunstein, mit einem Schnitt von 1,8. Alle genannten Schüler waren im Internat, aber den Abschluss schafften auch weitere vier externe Schüler aus anderen Schulen, die in Niedernfels wohnten.

Ökumenische Andacht 

Diesmal ging der straff organisierten Abschlussfeier eine kurze ökumenische Andacht mit Prädikantin Martina Purrer, dem evangelischen Pfarrer Rainer Maier sowie Diakon und Religionslehrer Heiko Jung und der Seelsorgereferentin der Schule, Viktoria Schwarzer voraus. Eine Lehrerband mit ihrem langjährigen Leiter Sepp Wagner und Lehrer Kilian Lehrberger sowie dem scheidenden Lehrer Ramon Gutierres und seiner Frau sorgten für die stimmungsvolle musikalische Untermalung der Feier. Ein spanisches Lied darunter hatte Gutierres selbst komponiert.


Trotz und wegen 

Der Leiter des Pädagogischen Zentrums, Bernd Barthel, eröffnete die Feier mit der Bemerkung, er freue sich und sei stolz, dass diese neunte Klasse trotz und während der Corona-Zeit ihren Schulabschluss so erfolgreich erreicht hatte. Damit hätten die Absolventen das erste größere Etappenziel im Leben erreicht. Er wünschte allen, dass sie ihre angestrebten Ziele erreichen, Glück und Erfolg haben und dass sie sich manchmal auch an Niedernfels erinnern.

"Es wäre einfach am schrecklichsten gewesen, die Zeugnisse im Kuvert schicken zu müssen", sagte Schulleiter Christian Auer bei seiner kurzen Abschlussrede. So sei er sehr froh, dass nun doch noch eine kürzere Feier mit allen organisiert werden konnte. "Ein außergewöhnliches Schuljahr mit außergewöhnlichen Schülerinnen und Schülern", stellte Auer fest.

Noch nie habe es bisher einen Abschlussjahrgang mit so guten Noten gegeben.

Er habe nie geglaubt, dass eine neunte Klasse so hoch diszipliniert arbeiten könne. Seit dem 27. April seien alle Abschluss-Schüler wieder zum Unterricht erschienen, der natürlich teilweise online ohne tatsächlich anwesenden Lehrer gehalten werden musste. Nie habe es dabei Probleme mit der Disziplin gegeben. Das Beste aber an all den guten Schülern sei es gewesen, dass sie auch die anderen, weniger guten Mitschüler "solidarisch mitgenommen" hätten und es

von Anfang an stets einen guten Zusammenhalt in der Klasse gegeben habe

, obwohl mehrere Schüler immer wieder neu dazu kamen. Den scheidenden Schülern gab der Schulleiter die besten Wünsche mit auf den Weg. Das Leben werde ihnen noch so manche Steine in den Weg legen, aber sie sollten weiter fest an die Zukunft glauben und mutig den eigenen Weg gehen.

Anschließend erhielten alle ihre Abschlusszeugnisse aus den Händen von Christian Auer und Klassenlehrer Sebastian Moosmüller. Den acht besten Abschlussschülern überreichte die Vorsitzende des Fördervereins, Mechtild Faller-Obermeier, als Belohnung einen Gutschein. Auch vom Elternbeirat bekamen alle scheidenden Schüler ein kleines Geschenk zur Erinnerung an ihre Schulzeit in Niedernfels, von Heiko Jung eine CD mit Bildern aus der Schulzeit in Niedernfels und von Viktoria Schwarzer ein liebevoll geschmücktes, kleines Kreuz. "Jeder von euch hat sein Bestes gegeben", sagte die Vorsitzende des Elternbeirats, Sonja Ruppert-Wolfermann. Dahinter steckten Höhen und Tiefen und reichlich Durchhaltevermögen. Bald stünden die Absolventen auf einem neuen Sprungbrett, aber das Wasser sei sicher tief genug, um sie sicher aufzufangen. Für die Zukunft wünschte sie ihnen Kraft und Mut, über den Horizont hinaus zu sehen und Vertrauen in sich selbst zu haben.

Für die Absolventen sprachen Sara Bodensteiner und Sophie Kutz im Wechsel, wobei sie vor allem im Namen aller anderen Abschlussschüler ihren Dank an die ausdrückten, die sie während der vergangenen Schulzeit unterstützt hatten. Zum äußeren Zeichen des Dankes überreichten sie kleine Geschenke an viele Lehrer, Erzieher und die Schulleitung. Eine besondere Ehrung erhielt Katharina Lechner von der Agentur für Arbeit in Traunstein, die die Klasse zwei Jahre begleitet hatte und jetzt in den Ruhestand geht.

Da es heuer kein Büffet geben durfte, hatte die 8. Klasse im Fach Hauswirtschaft mit Lehrerin Angela Bader bunte Gläser mit Sommerdrinks vorbereitet, die den sitzenden Gästen serviert wurden.

Christiane Giesen

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