Sie waren auf Philippinen-Insel Boracay gefangen

Gute Nachrichten: Chiemgauer Touristenpaar befindet sich auf dem Heimweg

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Saskia Haumayer und ihr Freund Joseph Huber aus Marquartstein sitzen seit neun Tagen auf der philippinischen Insel Boracay fest. Sie wollten dort einen unbeschwerten Urlaub verbringen, doch die geplante Rundreise wurde zu einem wahren Albtraum – Ausgang offen.

Philippinen/Marquartstein - Mit dramatischen Worten wandte sich ein junges Urlauberpaar an die Öffentlichkeit: Für Saskia Haumayer und Joseph Huber wurde der Philippinen-Urlaub wegen Corona zum reinen Albtraum. Nun befinden sich beide auf dem Weg nach Hause.

Update, Sonntag (29. März), 14.50 Uhr: Paar aus Chiemgau auf dem Heimweg

Saskia Haumayer aus Marquartstein, die mit ihrem Freund Joseph Huber auf der Philippinen-Insel Boracay gestrandet war, die Corona-Pandemie und Lockdown hatten die Rundreise beendet, sitzt mittlerweile im Zug von Frankfurt nach Hause. Sie hatten es offenbar doch mit dem Schiff auf die Nachbarinsel und von dort mit dem Flugzeug in die philippinische Hauptstadt Manila geschafft. Per "Rettungsflug" seien sie dann von Manila zurück nach Deutschland geflogen, so Haumayer. 


Auch die anderen sechs jungen deutschen Urlauber, die im Hilferuf-Video auf Facebook zu sehen waren, saßen in diesem Flieger. "Ohne den Hilferuf wären wir aber nie soweit gekommen", sagt Saskia Haumayer. "Wir haben dadurch um die 50 Kontakte bekommen, die es uns erst ermöglicht hatten, dass wir jetzt dort sitzen, wo wir sitzen." Jetzt werde erst einmal zuhause Urlaub gemacht, kündigt sie erleichtert an und dankt auch allen lokalen Medien, in denen der Hilferuf-Bericht erschienen war. Laut Haumayer sei man nun urlaubsreifer als vor dem Anfang März angetretenen Urlaub: "Wir sind jetzt fix und fertig".

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Vorbericht

Wegen des weltweit grassierenden Corona-Virus sitzt ein junges Urlauberpaar aus dem Chiemgau mit unzähligen weiteren Touristen auf den Philippinen fest. Ihre Rundreise ist vorzeitig beendet und keiner weiß, wie es weitergeht. „Hier auf der Insel Boracay wird es für uns immer gefährlicher und wir fühlen uns nicht mehr sicher. Bitte tut uns den Gefallen und verbreitet dieses Video so oft wie ihr könnt“, schreiben die 24-jährige Saskia Haumayer aus Marquartstein (früher Grabenstätt) und ihr 28-jähriger Freund Joseph Huber aus Marquartstein mit sechs weiteren jungen deutschen Touristen in ihrer Not via Facebook. Auf der kleinen, zentral gelegenen Urlaubsinsel, die für ihre malerischen Ferienanlagen und Strände bekannt ist, ist nämlich eine absolute Ausgangssperre verhängt worden. Das bedeutet, dass Urlauber ihr Hotel nicht mehr verlassen dürfen – falls sie überhaupt noch eines haben. Ihren eindringlichen Worten im ebenfalls geposteten Facebook-Video ist zu entnehmen, dass sie nur noch eines wollen: so schnell wie möglich den zum Albtraum gewordenen Urlaub beenden und nach Deutschland zurückkehren: „Wir sind hier gestrandet und wenden uns auf diesem Wege an euch, weil wir leider kein Land in Sicht haben, dass wir hier irgendwie zeitnah von hier wegkommen“, so der flammende Appell eines jungen Mannes aus der Gruppe. Ihre Lage ist ernst, die ausgelassene Urlaubsstimmung in traumhafter Natur ist längst verflogen, die Ungewissheit nagt an den Nerven und auch die Verzweiflung nimmt von Tag zu Tag zu.

Begonnen habe das ganze Fiasko mit dem Corona-Virus-„Lockdown“ am 15. März in der philippinischen Hauptstadt Manila, so der junge Mann im Video weiter. Damit verbunden gewesen sei auch die Streichung sämtlicher buchbarer Inlandsflüge. Alle Versuche, die Insel zu verlassen, sind bisher gescheitert. Nicht nur Eintragungen in Online-Reiseagenturportale sind unbeantwortet geblieben. „Auch die Airlines, die die Flüge gecancelt haben, konnten wir seit über einer Woche nicht mehr erreichen, es gab überhaupt keine Rückmeldungen von denen“, so eine junge Urlauberin aus der Gruppe. Aus lauter Verzweiflung habe man irgendwelche Flüge gebucht, um von hier wegzukommen, doch diese seien dann ebenfalls gestrichen worden. „Eine Rückerstattung der Kohle gibt es auch keine“, so die junge Frau. Von Mitreisenden, die es noch mit einem Sonderflug nach Manila geschafft hätten, habe man gehört, dass „die 40 Stunden vor dem Flughafen nächtigen mussten, es ist auch dort eine absolute Katastrophe“, so Haumayer mit Verweis auf die erhaltenen WhatsApp-Nachrichten.

Auch im örtlichen Tourismusbüro ist man bisher nur vertröstet worden. Harsche Kritik übt Haumayer auch an der deutschen Botschaft: „Wenn wir versucht haben, die Botschaft zu erreichen, war das auch eine absolute Katastrophe, entweder ist man gar nicht durchgekommen und wenn doch mal, hat man verschiedene Informationen bekommen, auch Fehlinformationen, jeder hat dir was anderes gesagt und man konnte sich auf gar nichts mehr verlassen“. Derzeit ist für die auf Boracay gestrandeten Deutschen nicht einmal sicher, ob sie in ihrer Unterkunft bleiben können, da immer mehr Hotels schließen. Selbiges gilt für Restaurants. „Wir kriegen fast nirgendwo mehr was zu essen, weil alles zugemacht hat“, so Haumayer besorgt. Teilweise werden die Touristen schon aus ihren Hotels geschmissen und vom Militär zurückgeschickte Urlauber würden oft keine Unterkunft mehr finden, so eine andere Wortmeldung im Video.

Junges Touristenpaar aus Marquartstein auf Philippinen gefangen

Saskia Haumayer und ihr Freund Joseph Huber aus Marquartstein sitzen seit neun Tagen auf der philippinischen Insel Boracay fest. Sie wollten dort einen unbeschwerten Urlaub verbringen, doch die geplante Rundreise wurde zu einem wahren Albtraum – Ausgang offen. © Privat
Screenshot vom Facebook-Hilferuf-Video mit den auf der philippinischen Insel Boracay seit neun Tagen festsitzenden jungen deutschen Urlaubern, darunter Saskia Haumayer (hinten Mitte) und ihr Freund Joseph Huber (hinten rechts), beide aus Marquartstein. © Screenshot/Facebook
Zuletzt tanzte Saskia Haumayer noch in der Grabenstätter Faschingsgarde, nun ist sie mit ihrem Freund auf der philippinischen Insel Boracay gefangen. Der Anfang März angetretene Urlaub wurde wegen der Corona-Krise zu einem Albtraum – Ausgang offen. © mmü

Immer wieder heiße es, man solle auf eine bestimmte Email warten, aber das tue man schon seit einer Woche und das bringe einen zur Verzweiflung, so Haumayer und Co. Sie hoffen nun mit ihrem Hilferuf ihre Rückholung erzwingen zu können. Eines haben sie schon am eigenen Leib erlebt: Ohne diese besagte Email wird man abgewiesen und kriegt keinen Sonderflug nach Manila. Zu allem Überfluss soll nun vor Ort auch noch eine Frau unter Corona-Verdacht stehen. „Die Frau war in Manila und ist wohl Krankenschwester, sie zeigt Symptome, wir haben das vor einer Stunde erfahren“, erzählte Haumayer am Dienstag auf Nachfrage per WhatsApp. 

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