Gesamtkosten von 5,8 Millionen Euro

Neue Turnhalle am Staatlichen Landschulheim Marquartstein fertiggestellt

Turnhalle Landschulheim Marquartstein
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Die neue Sporthalle auf dem Gelände des Staatlichen Landschulheims Marquartstein ist fertig. Inklusive der aufwendigen Außenarbeiten betrugen die Kosten 5,8 Millionen Euro.

Nach der veranschlagten Bauzeit von zwei Jahren sind die Bauarbeiten für die neue Sporthalle auf dem Gelände des Staatlichen Landschulheims nun beendet.

Marquartstein - Mit einer Gesamtsumme von 5,8 Millionen Euro, davon allein 1,2 Millionen Euro für die ausgedehnten Außenarbeiten, ist ein „gelungenes Bauwerk“ entstanden, wie Schulleiter Christian Czempinski in einem Schreiben an den Bund der Altmarquartsteiner bestätigt: „Ein funktionaler Bau, hochwertig und modern, zugleich aber durch die Begrünung des Daches und die Wahl von Holz als dominierendem Baustoff traditionell und regional“. Die neue Halle fügt sich harmonisch in die Landschaft und das bestehende Gebäudeensemble ein, so dass das innen und außen schön restaurierte Schloss weiterhin dominiert.

Der Haushaltsausschuss des Landtags hatte den Plänen des Staatlichen Bauamts Traunstein auf Antrag des Freistaats Bayern im Dezember 2017 zugestimmt, so dass im Frühjahr 2018 mit dem Neubau der neuen Einfachturnhalle begonnen wurde. Wie Architekt Andreas Fichtner, Baudirektor und stellvertretenden Leiter des Staatlichen Bauamts Traunstein, bei einem Rundgang im neuen Gebäude berichtete, war der Vorentwurf zu der Sporthalle vom Staatlichen Bauamt gefertigt worden, die Ausführungsphasen aber führte das Planungsbüro Leitenbacher Spiegelberger, Traunstein, durch.

Neue Turnhalle nicht nur für Sport geeignet

Das neue Gebäude mit begrüntem Flachdach wurde südlich des neuen Laborhauses und oberhalb der Lehrerparkplätze teilweise so in den Hang hinein gebaut, dass die Besucher auf dem Weg zur Schule von oben auf die Fassade mit viel Holz und breiter Verglasung blicken. Die helle Einfachturnhalle in einer Größe von 27 mal 16 Metern und einer Höhe von 6,50 Metern ist nicht nur für Sport, sondern auch andere schulinterne Veranstaltungen geeignet.

Die Konstruktion der Halle besteht aus einem (jetzt nicht mehr sichtbaren) massiven, betonierten Sockelgeschoss und einer auf Stützen aufgeständerten Dachkonstruktion in Fichtenholz. Getragen wird die Decke durch halbrunde Fachwerkträger, so genannte Fischbauchträger. Im oberen Bereich der Halle sorgt ein umlaufendes Fensterband mit einer Höhe von 2,50 Metern für Tageslicht und die optische Anbindung an Landschaft und übrigen Gebäude. Außen liegende Lammellenjalousien aus Aluminium können im Sommer zu viel Hitze in der Halle verhindern. Beim gesamten Bau wurden einheimische Hölzer verwendet, außen für Böden und Fassade unbehandeltes Lärchenholz, innen vor allem Fichte. Die breite Glasfront besteht aus bruchsicherem Spezialglas.

An der Ostseite befindet sich inmitten der Halle ein Regieraum hinter Glas, von wo Lehrer die Halle überblicken und einige Geräte technisch steuern können. Gleichzeitig dient er im Notfall als Sanitätsraum für Erste Hilfe. Außer dem großen Geräteraum neben der Halle gibt es Umkleiden, Duschen und Toiletten für die Schüler, nach Geschlechtern getrennt, und für Lehrer. Ein kleiner Kraftraum ist mit modernsten Trainingsgeräten aller Art ausgestattet. Farblich sind sämtliche Nebenräume in Grau und Weiß gehalten: graue Steinplatten, weiß verputzte, abwaschbare Wände.

Zusätzliche Parkplätze angelegt

Die Sporthalle ist vom südwestlichen Freigelände für Behinderte höhengleich zugänglich. Der Hauptzugang liegt auf der Nordseite und ist über Treppen mit dem Schulhof verbunden. Im Zuge der Bauarbeiten wurden auch die Außenanlagen mit den Lehrerparkplätzen neu geordnet und zusätzliche Stellplätze angelegt darunter auch Behinderten gerechte Parkplätze und zwei Zapfsäulen für E-Fahrzeuge. Das ursprünglich im Baugelände vorhandene Biotop wurde fast an der gleichen Stelle nach der Bauphase etwas größer wieder hergestellt, mit Flachwasser, Schilf und verschiedener Uferbepflanzung.

Die Arbeiten wurden - wie vorgeschrieben - europaweit ausgeschrieben, wobei das Staatliche Bauamt verpflichtet ist, jeweils den „wirtschaftlichsten“ Anbieter zu nehmen, nicht den billigsten. „Wir haben durchweg großes Glück mit den ausführenden Firmen gehabt“, sagt Baudirektor Fichtner. Mit der Baufirma Mayer aus Ruhpolding zum Beispiel habe man einen sehr zuverlässigen Betrieb gefunden, auch die umfangreichen Erdarbeiten durch die Firma Röde aus Traunstein hätten reibungslos geklappt. Die trotz Pandemie sehr zuverlässige Firma Frenerhaus GmbH aus Brixen in Südtirol führte die umfangreichen Holzarbeiten aus und Firma Bartholomeus, aus Bernhaupten die Metall- und Glasarbeiten, um nur einige zu nennen.

Ersatz für Turnhalle am Achenhaus

Die neue Sporthalle ist der Ersatzbau für die sehr alte Turnhalle neben dem Achenhaus, die bei Schnee oder Hochwasser aus statischen Gründen schon lange nicht mehr benutzt werden durfte und nicht mehr den Anforderungen an den Brandschutz entsprach. Das Achenhaus mit Kleinsporthalle war deshalb im Sommer 2017 abgerissen werden. Die vor etwa 35 Jahren gebaute „neue“ Turnhalle gegenüber der Schreinerei war zu klein, so dass das Landschulheim seit langem wieder, wenn möglich, auch die Dreifachturnhalle der Achental-Realschule nutzte.

Das Vorhaben für die neue Sporthalle des Landschulheims war bereits 2012 schon mal geplant gewesen, wurde aber damals vom Staat wegen fehlender finanzieller Mittel zurückgestellt. Bauen und Renovieren ist auf dem großen Schulgelände aber sicher nicht beendet: Auf Wunsch der Schule ist möglichst bald ein neuer naturwissenschaftlicher und musischer Trakt geplant. Der bestehende Laborbereich mit den Fachräumen für Physik und Chemie sowie der naturwissenschaftlichen Sammlung soll überplant und den heutigen Raumanforderungen angepasst, eventuell aufgestockt werden. „Überarbeitungsbedürftig“ ist auch das so genannte „alte Laborhaus“, wo die Töpferei untergebracht ist.

gi

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