Marquartsteiner feiert 90. Geburtstag

Rudolf Thanner seit über 60 Jahren im Landschulheim und in der Pfarrgemeinde aktiv

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Marquartstein - 40 Jahre war Rudolf Thanner Lehrer am Staatlichen Landschulheim, noch weit länger – nämlich bis heute - engagiert er sich in der katholischen Kirchengemeinde.

Zum kostbaren Blut in Marquartstein

Kürzlich feierte er mit seiner großen Familie – drei Kindern, sieben Enkeln und einem Urenkel – den 90. Geburtstag. Da Rudolf Thanner nach wie vor im öffentlichen Leben aktiv ist, ist es kein Geheimnis, dass er sowohl geistig als auch körperlich in beneidenswert guter Verfassung ist. 


Wie machen Sie es, dass es Ihnen besser geht als so manchem 60-jährigen? 

„Man muss körperlich und geistig beweglich bleiben“, meint Rudolf Thanner dazu, aber er habe wahrscheinlich auch „gute Gene“. Sein Vater starb erst im Alter von 95 Jahren und sein älterer, jetzt 94 Jahre alter Bruder lebt als emeritierter Professor in den USA, und die drei Jahre jüngere Schwester des Jubilars ist ebenfalls bei guter Gesundheit. 

Am 26. Dezember 1929 in Altötting geboren, besuchte Thanner dort die Volksschule und acht Jahre die damals so genannte „Oberschule“ in Burghausen, denn in Altötting gab es als höhere Schule nur die Englischen Fräulein, die natürlich keine Buben aufnahmen. Nach dem Abitur studierte Thanner Chemie, Biologie und Erdkunde in München, von Anfang an mit dem Wunsch Lehrer zu werden. Dem Staatsexamen folgte ein Jahr Referendariat am Maria-Thersia-Gymnasium in München und dann drei Jahre als Studienassessor in Münnerstadt. 


Schon 1956 kam Thanner als junger Studienrat an das Staatliche Landschulheim in Marquartstein, wo er – wie alle damaligen Lehrer - auch als Erzieher im Internat eingesetzt war, das heißt nicht zuletzt mit häufigen Nacht- und Wochenenddiensten, denn damals blieben die Heimschüler meist auch am Wochenende im Internat und mussten betreut werden. 

Durch einen Studienfreund, der im Kirchenchor von St. Michael in München sang, lernte Thanner seine ebenfalls im Kirchenchor aktive, spätere Frau Jutta kennen. Sie heirateten 1962. Ein Jahr später wurde die ältere Tochter Ulrike geboren, vier Jahre später Andrea und 1972 Sohn Matthias. 

Rudolf Thanner bei der Familienfeier zum 90. Geburtstag, wo ihm Kinder und Enkel ein eigenes „SZ-Magazin“ über ihn selbst überreichten.

Inzwischen war auch Thanners Zeit als Heimerzieher vorbei und die gewachsene Familie wohnte nach einer Zwischenstationen im Hängthal im eigenen Haus in der Friedenrathstraße. Von Anfang an war Rudolf Thanners in der katholischen Pfarrgemeinde engagiert. 

In den 1960er Jahren wurden erstmals Pfarrgemeinderäte gegründet, wo sich Thanner – aus Mangel an weiteren Vorschlägen – „wohl oder übel“ zum Vorsitzenden bereit erklärte, wie er erzählt – ein Amt, das ihm von da an aber rund 30 Jahre blieb. Er erlebte eine ganze Reihe an Pfarrern in Marquartstein, angefangen von Josef Kaul, über Winfried von Essen, Bogdan Pywowarcyk bis zu Otto Höher und heute Andreas Horn und Ruhestandspfarrer Hanns Krämmer. 

Anfang der 1970er Jahre setzte sich Rudolf Thanner mit einigen anderen sehr dafür ein, dass in Marquartstein endlich der dringend benötigte Kindergarten unter Trägerschaft der katholischen Kirche gebaut wurde. In der Zeit war er auch eine Wahlperiode im politischen Gemeinderat tätig. 

Seine eigentliche Wirkungsstätte sah er aber bald wieder in Kirche und Schule, wo er über Jahrzehnte Vertrauenslehrer und Fachbetreuer für seine naturwissenschaftlichen Fächer war. In den 1990er bat ihn Pfarrer Höher, Kurse als Wortgottesdienstleiter zu belegen, so dass Thanner von da an immer wieder auch Gottesdienste halten konnten. 

Seine große Leidenschaft für klassische Musik verband ihn nicht zuletzt mit Frau Jutta und beide besuchen bis heute oft große Konzerte in München, Salzburg und Bayreuth. Aktiv waren natürlich beide bis noch zum letzten Jahr im Kirchenchor. Und noch immer unterstützt er seine Frau im Organisationsteam der monatlichen Seniorennachmittage, der Seniorenausflüge und Lichbildervorträge. 

Sein größter Wunsch? „Noch lange gesund zu bleiben und Enkel und Urenkel so lange wie möglich aufwachsen sehen“.

gi

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