Versammlung in Marquartstein

Wölfe bereiten Almbauern Sorgen - Bayerischer Aktionsplan nicht praktikabel?

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Als Vorsitzender der Bezirksalmbauernschaft Grassau wiedergewählt wurde Georg Hacher (Mitte), hier im Gespräch mit Stellvertreter Wolfgang Lackerschmid (2. von links) sowie dem neuen AVO-Vorsitzenden Sepp Glatz, AVO-Geschäftsführer Hans Stöckl und Alfons Osenstätter vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Traunstein (von links).

Marquartstein - Einstimmig gewählt wurde Georg Hacher bei der Versammlung der Bezirksalmbauern Grassau als Vorsitzender. Auch das Thema Wolf wurde thematisiert.

Das Reizthema Wolf und der Umgang mit wachsendem touristischem Druck und Konflikten in den Almgebieten bildeten die Schwerpunkte bei der turnusmäßigen Versammlung der Bezirksalmbauernschaft Grassau im Gasthof Wessnerhof in Marquartstein. 

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Bei den Neuwahlen unter der Leitung von Hans Stöckl, Geschäftsführer des Almwirtschaftlichen Vereins Oberbayern (AVO), wurden Georg Hacher als Vorsitzender und Wolfgang Lackerschmid als stellvertretender Vorsitzender einstimmig bestätigt. Diese wurde in Kooperation mit der Universität für Bodenkultur in Wien durchgeführt. 

Speziell Probleme mit der Wasserversorgung und Konflikte durch die touristische Nutzung und Freizeitsportler auf den Almen spielen darin eine wichtige Rolle. Für einen „starken Zusammenhalt der Almbauern“ machte sich der neue AVO-Vorsitzende Sepp Glatz aus Garmisch-Partenkirchen stark. Er beleuchtete in kritischen Worten die Themen Bürokratie, Viehtransporte und –preise, die geplante Umschichtung der Agrarsubventionen von der 1. in die 2. Säule sowieHunde auf der Alm.

Aufschlussreiche Einblicke im Umgang mit Wölfen gab AVO-Geschäftsführer Hans Stöckl in seinem Jahresrückblick. Er berichtete von einer Lehrfahrt des Vereins in das Calanda-Massiv im Schweizer Kanton Graubünden. In dem touristisch wenig erschlossenen Gebiet gebe eszwei Wolfsrudel. Da eine Umzäunung der Schafherden auf den Almen aufgrund der Weitläufigkeit nicht realisierbar ist, behelfen sich die Almbauern dort mit Schutzhunden. Dies verhindere zwar nicht das Reißen einzelner Tiere, aber zumindest größere Verluste. Auch Mutterkuhherden würden durch  Herdenschutzhunde bewacht. Deren Anschaffung rechne sich aber nur bei größeren Herden, so Stöckl. Der Einsatz in stark besiedelten und touristisch genutzten Gebieten wie bei uns sei allerdings sehr problematisch. Umfangreiche Informationen zum Thema erbrachte ein Wolfssymposion mit internationalen Experten in Halberstadt

Dort sei man sich mit der Weideschutzkommission einig gewesen, dass nur die Ausweisung großräumiger Schutzweiden Sinn mache. Stöckl informierte weiter über die Ergebnisse des Almpflegetags an der Rotwand im Spitzingseegebiet und bei der Hauptalmbegehung in Mittenwald mit 750 Teilnehmern, darunter auch namhaften Politikern. Im kommenden Jahr sind die Hauptalmbegehung und der Almbauerntag in Reit im Winkl geplant. Der Almpflegetag wird auf der Weitalm in Unterwössen sein. Bezirksalmbauer Georg Hacher sprach sich dafür aus, künftige Veranstaltungen gemeinsam mit den benachbarten Almbauernvereinigungen in Ruhpolding, Schleching und Reit im Winkl zu planen, dazu Referenten für aktuelle Themen einzuladen und so mehr Interessenten anzusprechen. Im Zusammenhang mit den Neuregelungen zur Trinkwasserbeprobung war Hacher, Wassermeister der Gemeinde Marquartstein, auf 22 Almen im Einsatz und sprach von einer „guten Zusammenarbeit mit den Behörden“. Almfachberater Alfons Osenstätter vom Amt für Ernährung, Landwirtschafts und Forsten in Traunstein berichtete von „eindeutigen Wolfsspuren“ am 25. Januar im Landkreis Traunstein, die per Urinprobe nach gewiesen wurden. 

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Als Ansprechpartnervor Ort für Betroffene und geeignete Verhaltensmaßnahmen gebe es inzwischen bayernweit 140 ehrenamtliche Experten des „Netzwerks Große Beutegreifer“. Osenstätter informierte auch über neue Förderbestimmungen aus dem Bayerischen Bergbauernprogramm und dem Bayerischen Sonderprogramm Landwirtschaft. Hans Stöckl verwies auf die Notwendigkeit einer Betriebshaftpflichtversicherung. Bergens Bürgermeister Stefan Schneider sah angesichts des „steigenden Freizeitdrucks in den Bergen“ Wanderwege über die kommunale Haftpflichtversicherung abgedeckt. 

Effner

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