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„Eine katastrophale Verkehrssituation mit Ansage“

Marquartsteiner Bürger und Anlieger der Freiweidacher Straße äußern sich zur aktuellen Verkehrssituation

Die katastrophale Verkehrssituation auf der Freiweidacher Straße, besonders mehrere hundert Meter vor der Kreuzung an der Achenbrücke beim Café Menter. Bis hinter das Wohngebiet Brandäcker und zum Sportplatz stauen sich besonders in den Stoßzeiten morgens und abends Lkws und Privatautos.
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Die katastrophale Verkehrssituation auf der Freiweidacher Straße, besonders mehrere hundert Meter vor der Kreuzung an der Achenbrücke beim Café Menter. Bis hinter das Wohngebiet Brandäcker und zum Sportplatz stauen sich besonders in den Stoßzeiten morgens und abends Lkws und Privatautos.

Seit Mitte August läuft der zweite Bauabschnitt zur Sanierung der Bundesstraße B304, die mitten durch das Ortszentrum von Marquartstein führt. Das ist derzeit für den Verkehr komplett gesperrt. Die Bauarbeiten werden, wie von den Planern des Staatlichen Bauamts geschätzt, bis Mitte November dauern. Während dieser Zeit muss der gesamte Verkehr, darunter auch schwere Lkws, nicht nur nach Marquartstein, sondern Richtung Unterwössen und Reit im Winkl durch die schmale, kurvige Freiweidacher Straße zwischen Marquartstein und Staudach Egerndach umgeleitet werden.

Marquartstein - Diese Kreisstraße TS34 hat nach den jüngsten Verkehrszählungen „in normalen Zeiten“ täglich ein durchschnittliches Verkehrsaufkommen von 850 Fahrzeugen, wie Markus Bodenmeier vom Staatlichen Bauamt Traunstein informierte. Derzeit sei das Verkehrsaufkommen natürlich um ein Vielfaches höher. „Es gibt leider in diesen Monaten keine andere Möglichkeit“, sagt Bodenmeier, der als Sachgebietsleiter des Staatlichen Bauamts Traunstein die Straßenbauarbeiten für den westlichen Landkreis koordiniert. „Wir wissen, dass es für die Anlieger und die Verkehrsteilnehmer derzeit eine Belastung ist, aber wir tun alles, um die Situation so weit zu entzerren wie möglich“, so Bodenmeier, „wir sind auch jederzeit für Anregungen offen“.

Beschränkung auf 30 km/h besteht

In Gesprächen mit unserer Zeitung beklagten die Anlieger der Freiweidacher Straße vor allem, dass keine Beschränkung auf 30km/h ab dem Ortseingang von Marquartstein erlassen worden sei. Tatsächlich besteht aber nach den Worten von Markus Bodenmeier bereits seit Mitte Juli eine Beschränkung von 30 km/h, was aber wegen der mangelnden Beschilderung offensichtlich weder vielen Autofahrern noch den Anliegern bewusst ist. Grund ist wohl, dass das Staatliche Bauamt eine Baufirma mit den gesamten Bauarbeiten beauftragte, die wiederum einen Subunternehmer für die Beschilderung heranzog.

So wurden bereits Mitte August eine ganze Menge von Halteverbotsschildern rechts und links der Freiweidacher Straße aufgestellt, aber nur ein 30 km/h-Schild (nach Aussage der Anlieger auch nicht immer) bei der Kreuzung an der Alten Achenbrücke. Seit kurzem befindet sich nun auch eines am Ortseingang von Marquartstein in Freiweidach und nächste Wochen sollen weitere 30 km/h-Schilder aufgestellt werden, versprach Bodenmeier. Außerdem werde auch die bisherige fehlerhafte Datumsangabe unter den Halteverbotsschildern (15.8. bis 10.9.) richtig gestellt.

Annemarie und Hans-Jürgen Brandl, Anlieger der Freiweidacher Straße, beklagten bereits vor Jahren, dass auf der Straße unmittelbar vor ihrem Haus ohne Fuß- und Radweg viel zu schnell gefahren werde und es immer wieder zu hoch gefährlichen Situationen besonders für Kinder und Senioren komme. „Jetzt ist das wirklich eine katastrophale Verkehrssituation mit Ansage“, sagt Brandl. Die gleichen Worte verwendet Margot Hilbring, ein Haus vorher, die – wenn sie mit dem Wagen aus ihrer Ausfahrt will, immer erst ihren Mann bitten muss, den Verkehr aufzuhalten. 

Gefährlich für Fußgänger und Kinder

„Diesen Lärm sind wir nicht gewöhnt“, sagt Anna Polleichtner aus Rottau die Wohnungen in ihrem Haus an der Freiweidacher Straße vermietet. Sie hat gefährliche Situationen mit Fußgängern und Kindern beobachtet: auf der Höhe des Sportplatzes seien kürzlich Fußgänger – „wahrscheinlich Touristen“ – über den Zaun des Sportplatzes geklettert, um sich vor dem Verkehr auf der Straße retten. Sie fürchtet vor allem, dass Kinder und Jugendliche gefährdet sein könnten. Bei schönem Wetter würden manchmal bis zu 30 Jugendliche mit ihren Skatebrettern oder Fahrrädern von überall zum Skaterplatz fahren. Oft sei alles Appellieren vergeblich, Achendamm und Fußgängerbrücke zu benutzen, so Polleichtner. 

Stark erhöhtes Unfallrisiko

Alexander Frank, der mit seiner jungen Familie ein paar Häuser weiter wohnt, hat zwar Verständnis, dass es bei Bauarbeiten an der Bundesstraße keine andere Möglichkeit der Umfahrung gibt, aber er beobachtet, dass sich der Verkehr bei den Stoßzeiten morgens und abends oft kilometerweit an der Kreuzung nach Staudach zurück in die Freiweidacher Straße staut. Er schlägt deshalb vorübergehend eine Vorfahrtsänderung in Staudach vor.

„Das haben wir auch überlegt“, sagt der Sachgebietsleiter des Staatlichen Bauamts, aber wieder verworfen. Erfahrungsgemäß gebe es bei einer solchen plötzlichen Vorfahrtsregelung ein stark erhöhtes Unfallrisiko. Der Verkehr auf der Kreisstraße von Staudach Richtung Bergen sei ebenfalls hoch, so dass es – zum Beispiel auch bei nur einem leichten Auffahrunfall – zu Rückstaus bis zum Kreisel in Grassau und totalem Verkehrschaos kommen könne. Daher habe man auf eine Vorfahrtsänderung verzichtet, so Bodenmeier.

Auch Bürgermeister Andreas Scheck bedauert die „schwierige Ausnahmsituation“ und leider nicht vermeidbaren Unannehmlichkeiten für Bürger, Touristen und Anlieger. Er habe Verständnis für die Beschwerden der Bürger. Die von vielen geforderte Einbahnregelung über die Alte Brücke und auf der anderen Seite in der Freiweidacher Straße sei nach Aussage des RVO leider nicht möglich, erklärt Scheck. Nur Schulbusse und andere Busse des RVO dürften die Alte Brücke während der Bauarbeiten befahren. Die Bushaltestelle des RVO ist von der Bundesstraße in die eingeschränkte Fußgängerzone beim Friseursalon verlegt worden. 

gi

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