Leiterin der Tourist-Info erläutert Zahlen in Marquartstein - Durchschnittliche Verweildauer der Urlauber sinkt auf sieben Tage

Mehr Gäste, aber weniger Übernachtungen

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Marquartstein - Einen ausführlichen Überblick über die Entwicklung des Fremdenverkehrs gab die Leiterin der Tourist-Information, Susanne Pfliegl, in der jüngsten Gemeinderatssitzung.

In einem Zeitraum von 20 Jahren, von 1993 bis 2012, ist die Zahl der Gästeankünfte in Marquartstein ihren Angaben zufolge um 3963 Personen gestiegen - und damit um gut 39 Prozent. Die Zahl der Übernachtungen sei hingegen um 4393 oder vier Prozent gesunken.

2011 hatte die Chiemgau-Klinik - der Betrieb mit den meisten Übernachtungen im Ort - 3142 Gäste zu verzeichnen, die übrigen Beherbergungsbetriebe 9447 Gäste. Im Jahr 2012 stieg diese Zahl in der Klinik um 12,6 Prozent, bei den übrigen Betrieben um 11,25 Prozent, so- dass innerhalb dieses Jahres insgesamt ein Gästezuwachs von 11,6 Prozent in Marquartstein zu verzeichnen war.

Anhand einer Graphik zeigte Pfliegl, dass im Zeitraum der vergangenen 20 Jahre bei den Tourismuszahlen ein stetiges, leichtes "Auf und Ab" mit leicht steigender Tendenz bei den Gästezahlen vonstatten ging. Die Aufenthaltsdauer reduzierte sich, wie generell festzustellen, von früher elf auf jetzt sieben Übernachtungen.

Die meisten Gäste kommen nach wie vor aus Nordbayern, gefolgt von Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Niedersachsen. Aus dem Ausland stammten insgesamt 16 Prozent der Gäste, besonders aus den Niederlanden, dann Österreich, Italien, Belgien, Dänemark und Frankreich.

Renovierte Bahn kommt gut an

Von Mitte Juli bis Ende Oktober letzten Jahres wurde eine Gästebefragung zur Hochplattenbahn bei rund 2000 Gästen durchgeführt, berichtete die Leiterin der Tourist-Info. Bei der Altersstruktur vor allem der Tagesgäste zeigte sich, dass die meisten im Alter zwischen 18 und 40 Jahre sind, öfter mit Kindern bis zehn Jahren. Die nächste Gruppe sind die 40- bis 60-Jährigen. Einen relativ hohen Anteil machen auch die Gäste ab 60 Jahren aus. Sehr hoch ist der Anteil der Tagesgäste aus Bayern und Franken.

Bei der Gästebefragung gab es sehr viel positive Resonanz für die renovierte Hochplattenbahn sowie die Bewirtung auf der Staffnalm. Aufwendig war der Einsatz zahlreicher Werbemittel von Internet über Flyer, Zeitungen und Werbetafeln, wobei die meisten Gäste jedoch angaben, über die Empfehlung von Freunden und Bekannten auf die Hochplattenbahn aufmerksam geworden zu sein.

Kritik äußerten die Gäste an der zum Teil unzureichenden Beschilderung der Wanderrouten auf der Hochplatte. Doch Abhilfe ist in Sicht: Achentalweit werden die Wanderwege einheitlich beschildert.

"Furchtbares Durcheinander"

Pfliegl rechnte vor, dass ein Gast pro Tag rund 60 Euro nach Marquartstein bringe. Der Tourismus habe also 2012 einen Umsatz von 2,42 Millionen Euro gebracht, die Klinik- und Tagesgäste nicht mitgerechnet. In Wirklichkeit seien die Einnahmen also wahrscheinlich mindestens doppelt so hoch gewesen.

Zweiter Bürgermeister, Günther Richter, auch Vorsitzender des Kultur- und Verkehrsvereins, sagte, dass im Ort angesichts der sinkenden Aufenthaltsdauer leider zu wenige Vermieter auch kurzfristig Übernachtungsmöglichkeiten anbieten. Er bedauerte ein "furchtbares Durcheinander" bei den verschiedenen Tourismusverbänden rund um den Chiemsee. Alles sei nur schwer durchschaubar, bestätigte Pfliegle. Gemeinderätin Caroline Egger fand es sehr wichtig, dass nun "wenigstens die Beschilderung" im Achental einheitlich geregelt wird, wenn es schon bei den Verbänden anscheinend keine Einigung gebe.

gi/Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © pa

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