Mietenkam erhält ein neues Gesicht

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Die Planung für eine Umgestaltung ist angelaufen: So könnte nach Ansicht des Planers Professor Bielenski die Ortsmitte von Mietenkam einmal aussehen.

Grassau - Auf ein Neues: Nachdem die Marktgemeinde die Ortskerne Grassau und Rottau mit Hilfe des Städtebauförderungsprogramms neu gestaltet hat, nimmt sie sich jetzt die Ortsmitte von Mietenkam vor.

In ihrem Auftrag hat Professor Helmut Bielenski ein Konzept erstellt und jetzt vorgestellt. Der Marktgemeinderat begrüßte die Planung in seiner jüngsten Sitzung einhellig. "Wir wollen dem Ort Mietenkam eine Mitte mit Aufenthaltsqualität und der Kirche mehr Umgriff geben", betonte Bürgermeister Rudi Jantke.

Zwei wesentliche Ideen für die Umgestaltung: Mietenkam könnte wieder einen kleinen Dorfladen im Anschluss an die Gaststätte erhalten. Und im Rahmen eines "50 plus"-Projekt könnten in einem Haus Senioren zusammenleben.

Professor Bielenski sagte, dass der Bereich um die Kirche mit seinen großen Asphaltflächen nur wenig Gestaltungsmöglichkeiten biete. Somit habe man sich entschieden, auch die umliegenden Flächen in die Umgestaltung miteinzubeziehen. Demzufolge erstrecke sich die Planung vorwiegend auf fremden Grund.

Zu den Problembereichen in der Ortsmitte zählen laut dem Professor unter anderem die Mietenkamer Straße mit der scharfen, unübersichtlichen Kurve, dem knappen Gehsteig und dem fehlenden Raum für Radfahrer, die zum großen Teil asphaltierte Freifläche vor dem Anwesen Mietenkamer Straße 161, der kleine Bereich vor der Kirche sowie die Gabelung des Heidewegs, die eigentlich nicht notwendig wäre.

Ein Manko sei zudem die Bushaltebucht gegenüber der Gastwirtschaft, so der Planer weiter. Ohne diese Bucht müsste der Bus auf der Straße halten und würde somit den Verkehr hinter sich zum Stehen bringen - was für die Kinder und Schüler sicherer wäre, da keiner am Bus vorbeifahren könnte. Auch die Parkplätze der Wirtschaft hält Bielenski für unschön und gefährlich, da die Fahrzeuge rückwärts in die Straße fahren müssen. Gestaltungsbedarf bestehe zudem für den Vorbereich der Gaststätte, den anschließenden gekiesten Bereich und die Zufahrt zum gegenüberliegenden Grundstück.

Möglich wäre, die Straßengabelung Heideweg auf eine Zufahrt zu reduzieren und sie dann zum ehemaligen Lebensmittelladen zu verlegen. Da aber der Eigentümer für einen neuerlichen Laden kein Interesse zeige, komme eine zweite Lösung in Betracht - und zwar, die Einfahrt zum Gasthof hin zu öffnen. Hier gebe es auch Verkaufsabsichten bezüglich Gastwirtschaft und Wohnhaus. Damit würde auch ein Dorfladen in diesem Bereich möglich werden. Dieser Laden könnte neben dem Gasthaus in dem angebauten Gebäude installiert werden.

Ein Projekt "50 plus" könnte auf dem Grundstück Reichert realisiert werden. Zusammengefasst meinte der Planer, dass aus der ursprünglich kleinen Planvorgabe nun ein großes Projekt geworden sei und damit die Chance auf Förderung gestiegen sei.

"Wir sind mit diesem Konzept ganz am Anfang", erklärte Bürgermeister Jantke. Entscheidend für die weitere Planung sei die Bereitschaft der Anlieger. Im Vorfeld sei bereits mit allen betroffenen Anliegern gesprochen worden, wobei sich eine grundsätzliche Bereitschaft gezeigt habe, das Konzept mitzutragen. Ohne Zuschüsse aus dem Städtebauförderungsprogramm, so Jantke, könne dieses Projekt, das nach ersten Schätzungen rund 1,1 Millionen Euro ohne Haus- und Flächenerwerb, kosten würde, nicht realisiert werden. Sollte das Projekt "Mietenkamer Ortsmitte" in das Förderprogramm aufgenommen werden, könne man mit einem 50-prozentigen Zuschuss rechnen. Des Weiteren informierte der Rathauschef, dass es möglich wäre, das Wirtshaus mit Anbau zu erwerben. Es sei bereits ein Gutachten in Auftrag gegeben worden, um den Wert dieses Gebäudes mit Umgriff zu ermitteln.

Die SPD-Fraktion sei grundsätzlich mit dieser großen Lösung einverstanden, sagte Hans Hornberger (SPD). "Wir glauben und sind überzeugt, dass dies eine echte Aufwertung und Verbesserung darstellt." Jedoch müssten die Voraussetzungen passen, der finanzielle Rahmen stimmen, die Forderungen der Eigentümer realistisch sein und die Zuschüsse gewährt werden. Josef Sichler (CSU) bezeichnete die Planung als sehr ansprechend. Sie wäre für den Ort Mietenkam eine große Bereicherung. "Doch liegt es nicht allein in unserer Macht. Die Eigentümer müssen mit der Umgestaltung einverstanden sein", konstatierte er.

Erst im Frühjahr werde es eine definitive Aussage geben, ob Mietenkam in das Förderprogramm aufgenommen werde, sagte Bürgermeister Jantke. Somit könne dann frühestens 2012 mit der Umsetzung begonnen werden.

tb/Chiemgau-Zeitung

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