Mittelschule für Grassau?

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Grassau - Grassau will das Prädikat "Mittelschule" für seine Volksschule beantragen. Das kündigte Schulverbandsvorsitzender Rudi Jantke in der jüngsten Verbandssitzung an.

Gleichzeitig gab er bekannt, dass für Schulleiter Peter Stümpfl, der im Sommer in den Ruhestand wechseln wird, in Klaus Biersack, derzeit noch Leiter der Hauptschule Unterwössen, ein würdiger Nachfolger gefunden worden sei. Stellvertretender Schulleiter wird Thomas Lindlacher, der Robert Bauer in der Schulleitung ablöst.

Die Voraussetzungen für das Prädikat "Mittelschule" sind Jantke zufolge größtenteils erfüllt. Auch wenn niemand so genau wisse, was unter einer "Mittelschule" zu verstehen sei und wie diese auszusehen habe, sollte Grassau "unbedingt am Ball bleiben".

Drei Voraussetzungen, so viel sei sicher, müsse die Mittelschule erfüllen. Sie müsse die drei berufsbildenden Zweige im technischen, wirtschaftlichen und sozialen Bereich vorweisen und den mittleren Schulabschluss möglich machen. Dies sei bereits seit vielen Jahren durch die Einführung des M-Zweiges und der M-Klassen in Grassau möglich. Zudem müsse die Schule ein Ganztagesangebot vorweisen. Dafür müssten allerdings noch die Voraussetzungen geschaffen werden. Ein Klassenzimmer soll umfunktioniert und der Kartenraum in eine kleine Küche umgestaltet werden. Den Umbau übernimmt die Marktgemeinde. Die Kosten werden mit 20.000 Euro angegeben, die nötigen Einrichtungen werden im Haushalt des Schulverbandes mit 10.000 Euro eingestellt.

Die Schülerzahlen im Hauptschulbereich, die oft angeführt werden, um eine Mittelschule zu führen (mindestens 300 Schüler - Grassau hat im Hauptschulbereich 257 Schüler), spielen im Achentalraum nicht die große Rolle, sagte Jantke, da das Gebiet separat stehe und so sehe er gute Chancen das Prädikat zu erhalten. Natürlich würde sich auch ein Schulverbund mit weiteren Volksschulen des Achentals anbieten.

Als nächstes werde im Mai in der Schule der Bedarf für eine Ganztagesbetreuung abgefragt. Schulleiter Stümpfl ergänzte, dass es sich bei der Ganztagsbetreuung nicht nur um eine Hausaufgabenbetreuung handle, sondern, dass auch ein entsprechendes Freizeitangebot vorliegen müsse.

Zurzeit besuchen 512 Schüler die Volksschule in zwölf Grundschul- und 14 Hauptschulklassen bei stark sinkender Tendenz. 2008 waren es noch 531 Schüler, 2007 552, 2006 sogar 597 Schüler.

Nur: Stümpfl befürchtet, das die Umbenennung in "Mittelschule" nicht unbedingt von Erfolg gekrönt sein werde. Auch wenn sich das Schulamt Traunstein stets gesprächsbereit zeige, sei es nicht einfach, Schulen zusammenzuführen. Hinzu komme, dass die Übertrittsquote nach der vierten Klasse noch immer bei 60 bis 70 Prozent liege.

Jantke berichtete, dass bereits 10.000 Euro für die Pausenhofgestaltung im Nachtragshaushalt der Gemeinde eingestellt, bislang aber nicht abgerufen worden sei. In diesem Haushalt kämen weitere rund 20000 Euro hinzu. "Wir brauchen mehr Platz für die Grundschüler", sagte er und erklärte, dass die Flächen an der Marktstraße für den Pausenhof hinzugenommen werden.

Einstimmig genehmigt wurde der Haushaltsplan. Demzufolge schließt der Verwaltungshaushalt des Schulverbandes in den Einnahmen wie Ausgaben mit 725.500 Euro. Im Vermögenshaushalt werden 33850 Euro eingestellt. Darin enthalten seien die Ausgaben für den Milchautomat mit 4400 Euro, verschiedene Neuanschaffungen wie Computer und Tafeln aber auch die Einrichtung Speiseraum für die Mittagsbetreuung mit 10.000 Euro.

Die Mitgliedsgemeinden teilen sich den ungedeckten Bedarf im Verwaltungshaushalt von 559.420 Euro je nach Schülerzahl. Grassau zahlt demnach den Hauptanteil von 430.000 Euro, Staudach-Egerndach trägt knapp 93.000 Euro und Marquartstein 36.000 Euro. An den Investitionen beteiligt sich Grassau mit rund 25.000 Euro, Staudach-Egerndach mit 5200 und Marquartstein mit 3600 Euro.

tb/Chiemgau-Zeitung

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