Modellboote nun tabu

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Kein Wässerchen trüben kann zurzeit der See - nach der Saison liegt er still da.

Grassau - Sehr viel Positives wusste Bürgermeister Rudi Jantke über den Betrieb des Reifinger Badesees zu berichten. Auch die zweite Badesaison sei hervorragend gelaufen und der See erfreue sich großen Zuspruchs, sagte er im Gemeinderat.

Allerdings habe sich gezeigt, dass auf Grund der bisherigen Erfahrungen die Vorschriften geändert werden sollten. So sollten auf Bitte des Fischereivereins Modellboote am See verboten, ferner das Baden um eine Stunde auf 22 Uhr verlängert werden.

Walter Fischer, der Vorsitzende des Fischereivereins, der das Fischereirecht hat und für die Benutzung auch jährlich eine Gebühr zahlt, hat laut Jantke moniert, Modellboote würden die Fischer in ihrem Recht beeinträchtigen.

Darüber hinaus wurde der Vorschriftenkatalog nochmals durchforstet, wobei sich zeigte, dass einige Vorschriften geändert werden sollten. So müssen noch mehr Fahrradabstellplätze geschaffen werden. Insbesondere die am Eingang des Sees von der Reifinger Straße aus seien so zu verbessern, damit sie auch mehr in Anspruch genommen werden. Wenn die vorhandenen Stellplätze ordnungsgemäß hergestellt seien, werde hier Platz für 50 Räder geboten. Zudem sollten am Südeingang bei den Parkplätzen zusätzliche Fahrradabstellmöglichkeiten errichtet werden. Mit diesen Abstellplätzen bestehe dann an allen vier Eingängen zum Seegelände die Möglichkeit, die Fahrräder ordentlich zu deponieren. Sie müssen dann nicht mehr mit auf die Liegewiese genommen werden, die Wege bleiben "fahrradfrei".

Des Weiteren, so Jantke, sei das Verbot, nur bis 21 Uhr ins Wasser gehen zu können, zu überdenken. Viele Erholungssuchende wollen an schönen Sommerabenden eben länger die Freizeiteinrichtung nutzen. Der Rathauschef schlug vor, das Baden künftig bis 22 Uhr zu gestatten.

In der Aussprache wollte Hans Münch (CSU) konkret wissen, inwiefern die Modellboote störten und ob eine zeitliche Begrenzung nicht besser als ein grundsätzliches Verbot wäre. Jantke sagte dazu, die Fischer hätten bereits mehrmals Beeinträchtigung beklagt. Modellboote ausschließlich in der Nichtschwimmerzone zuzulassen, wie von Xaver Schreiner (SPD) vorgeschlagen, hielt sein Fraktionskollege Hans Hornberger für nicht realisierbar. In der Abstimmung einigten sich die Räte einhellig auf ein generelles Verbot von Modellbooten, ebenso auf eine ergänzende Beschilderung für die Fahrradabstellflächen.

Ferner soll noch ein Behindertensteg angelegt werden, was aufgrund des hohen Wasserstandes heuer nicht mehr möglich gewesen sei.

In seinem Resümee fasste der Bürgermeister zusammen, die Wasserqualität werde ständig überprüft und stehe auf der Güteskala auf den vordersten Plätzen. Viele Beschwerden habe es allerdings hinsichtlich der Gaststätte, die vom Pächter des SC Reifing betrieben werde, gegeben. Allerdings komme zum 1. Oktober ein neuer Wirt. Es sei zu hoffen, dass dann die Beschwerden ausbleiben, die Toiletten alle aufgesperrt und der Müll, wie vertraglich vereinbart, entsorgt wird.

tb/Chiemgau-Zeitung

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