Müllentsorgung auf dem Prüfstand

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Rottau - Besonders zwei Themen beschäftigen die Rottauer - zum einen die Müllentsorgung und zum anderen die Einfahrt von der Haupt- in die Bundesstraße am Haus des Gastes.

Hias Hofmann stellte fest, dass die Müllentsorgung im Landkreis Rosenheim besser sei als im Landkreis Traunstein. Außerdem hätten die Rottauer zum Wertstoffhof nach Bernau nur halb so weit wie nach Grassau, sie müssten aber nach Grassau fahren. Seine Situation beschrieb er folgendermaßen: "Wenn ich nach Bernau fahre, nehmen sie alles, in Grassau fahre ich mit der Hälfte wieder heim." Dann fragte er, ob es eine Möglichkeit gäbe, dass in absehbarer Zeit auch im Wertstoffhof Grassau Sperrmüll und Elektroschrott abgeliefert werden dürfe.

Bürgermeister Rudi Jantke bestätigte, dass das Rosenheimer Konzept besser und noch dazu günstiger sei. Da die Verträge mit dem Dualen System Deutschland und dem Abfallheizkraftwerk Burgkirchen auslaufen, bestehe jetzt die Chance, dass sich die Abfallwirtschaft im Landkreis Traunstein zum Positiven entwickle.

Auf den Antrag, der Nussbaum im Bereich der Einfahrt der Haupt- in die Bundesstraße sollte gefällt werden, da er die Sicht behindere, entgegnete Jantke, der Marktgemeinderat habe bei einer früheren Ortsbesichtigung keine Beeinträchtigung der Sicht festgestellt. Es herrschte aber einstimmig die Meinung, dass die Einfahrt von Grassau kommend in die Hauptstraße gefährlich sei. Den Randstein um den Nussbaum bezeichnete ein Bauer für Fahrten mit Traktoren als unzumutbar. Der Bürgermeister versprach, mit dem Marktgemeinderat bei einer Ortsbesichtigung nach Verbesserungsmöglichkeiten zu suchen.

Im Bericht zum Jahr 2010 gab er zunächst die Entwicklung der Einwohnerzahlen bekannt. Im gesamten Gemeindegebiet lebten 6722 Personen. Die Einwohnerzahl in Rottau sei mit 1061 im Jahresvergleich nahezu gleich geblieben.

Die drei Kindergärten in der Marktgemeinde waren voll belegt. Obwohl die Defizite steigen, hat der Marktgemeinderat laut Jantke keine Erhöhung der Kindergartengebühren in Erwägung gezogen. Das Defizit sei im Kindergarten in Rottau mit der Arbeiterwohlfahrt als Träger am größten, aber das sei erklärlich, da hier alle nur vormittags im Kindergarten und keine förderungsbedürftigen Kinder dabei seien. Das Gerücht, dieser Kindergarten sei gefährdet, stimme aber absolut nicht, so Jantke.

Das Museum "Salz und Moor" am Klaushäusl konnte die Besucherzahlen nach Angaben von Jantke halten. Das neu eröffnete Café sei eine Bereicherung für die Museumsanlage. Nach der Ausstellung "200 Jahre Soleleitung Reichenhall-Rosenheim" im Jahr 2010 habe Museumsleiter Dr. Thiele heuer eine Sonderausstellung über "Rauhfußhühner" vorbereitet.

Mit dem Ausbau des nahegelegenen Moorlehrpfades zu einem Moorerlebnisweg im Rahmen des Interregprojekts "Moorallianz in den Alpen" wird das Museum weiter aufgewertet. Ein Problem könnte die gefährliche Überquerung der Bundesstraße darstellen, so Jantke, aber man versuche mit dem Straßenbauamt eine Lösung zu finden. Das Museum werde auch als Veranstaltungsort genutzt wie Volksmusikveranstaltungen und dem Jazz-Frühschoppen der Lehrerbigband.

Die Zahlen im Tourismusbereich waren in Rottau etwas besser als in der gesamten Gemeinde, die Zahl der Gäste stieg um beachtliche 11,8 Prozent, die der Übernachtungen aber nur um 0,6 Prozent. Der Trend gehe zu kürzeren Aufenthalten. Die Entwicklung auf Verbandsebene verlaufe enttäuschend. Die gemeinsame Vermarktung des Chiemsees liege in weiter Ferne, so der Bürgermeister, nur die Aufwertung des Sporthotels, die in diesen Tagen mit dem Bau des Golfplatzes erfolge, gebe ihm Hoffnung.

Viele Baumaßnahmen wurden 2010 in Rottau durchgeführt. Der neue Kirchplatz mit dem schönen Veranstaltungsstadel stellt gemäß dem Rathauschef eine große Bereicherung für das Dorf dar. Die Hackenstraße, der Holzweg, der Hachauweg und der Weg zur Hefteralm seien saniert und der erste Teil der Straßenbeleuchtungen erneuert worden. In der Hauptstraße strahle jetzt der Lampentyp "Bavaria-Neu" mit LED-Leuchten, sie verbrauchen laut dem Bürgermeister nur 38 Prozent des Stroms der bisherigen Halogendampflampen und halten 15 Jahre, statt drei oder vier Jahren.

Ein großer Tag für die Marktgemeinde war die Einweihung des Biomasseheizwerkes. Nach Angaben von Jantke stehen jetzt die Verdichtung des bestehenden Netzes und - im Rahmen eines Forschungsprojektes der Technischen Universität München - der Bau eines "Heat-Pipe-Reformers" am Heizwerk an. Dieses Gerät arbeite nach dem Prinzip des Holzvergasers. Ein Reformer werde bereits in Pfaffenhofen an der Ilm mit Pellets betrieben, in Grassau laufe der Versuch mit Hackschnitzeln. Bringt der Reformer die erwartete Leistung, so könnte auch für Rottau und Mietenkam Fernwärme erzeugt werden.

Wenig Hoffnung machte Jantke den Rottauern bei der Suche nach einem Nachfolger für die Arztpraxis. Die Hangverbauung unterhalb der abgerutschten Straße zum Adersberg wird in nächster Zeit vom Forst begonnen, es muss nur noch gerichtlich geklärt werde, wer dafür bezahlen muss, die Gemeinde oder der Forst.

aj/Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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