Nachwachsenden Rohstoffen auf der Spur

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Schüler der 10c bei der Exkursion nach Grassau.

Grassau/Traunstein - Die 10c des Traunsteiner Chiemgau-Gymnasiums haben den Biomassehof Achental besucht. Und viel gelernt über Energie aus regenerativen Rohstoffen.

Kann man sich regional mit Energie aus nachwachsenden Rohstoffen versorgen, um von importierten Brennstoffen unabhängiger zu werden? Dieser Frage wollten die Schüler der 10c bei ihrer Exkursion nachgehen. Geschäftsführer Wolfgang Wimmer informierte die Gruppe über die Projektidee, die Geschichte, das Potenzial und die Ziele der Biomasseanlage in Grassau.

Geschäftsführer Wolfgang Wimmer erklärt den Schülern die Biomasseanlage.

Der Grundgedanke des Projekts bestehen darin, das Verständnis der Bevölkerung für erneuerbare Energien zu vergrößern und vermehrt die lokalen Ressourcen, sowohl Rohstoffe als auch Arbeitskräfte, zu nutzen. So sind in dem Betrieb neun Mitarbeiter beschäftigt und auch die Lieferanten profitieren von der hohen Nachfrage an nachwachsenden Rohstoffen. Das im Jahre 2006 gegründete Unternehmen beliefert seine Kunden mit Holzprodukten für alle möglichen Heizungen und selbst erzeugter Energie über ein Fernwärmenetz im Bereich Grassau.

Ein anderer Teil der Biomasse wird in einer separaten Halle gelagert, um eine permanente und sichere Energieversorgung der Verbraucher über Fernwärme sicherstellen zu können. Der Biomassehof beliefert derzeit ca. 500 Haushalte und Gewerbebetriebe und soll in naher Zukunft nochmals erweitert werden, um den hohen Energiebedarf der vielen übrigen Gewerbegebiete rund um Grassau mit erneuerbarer Energie decken zu können.

Die moderne Anlage bereitet Biomasse der Umgebung wie Hackschnitzel, Landschaftspflegematerial oder Sturmbruchholz auf, um anschließend daraus Energie gewinnen zu können. Die 800m² große Lagerhalle ist in vier Boxen unterteilt, die jeweils Hackschnitzel verschiedener Qualität fassen. Diese werden durch die umgeleitete Verbrennungswärme der Brennkammer binnen weniger Wochen getrocknet. Im zweiten Hauptgebäude befinden sich sowohl die Steuerzentrale für das Heizhaus, als auch das Herzstück der Anlage, der Heizkessel. Diese Brennkammer ist ein riesiger Ofen, bei dem nur ca. 2,5 Prozent des Einsatzmaterials als Asche übrig bleibt, welche wiederum rekultiviert wird.

Die bei der Verbrennung entstehenden Schadstoffe werden fast vollständig durch einen Rauchkondensator und einen Elektrofilter aus den Abgasen entfernt. Sollte der Hauptkessel einmal ausfallen, kann der sogenannte Redundanz-Kessel weiterheizen. Dieser ist mit Erdöl gefüllt und stellt im Falle eines technischen Problems die Energieversorgung sicher. Dass die Holzvorräte zur Neige gehen, ist allerdings äußerst unwahrscheinlich, da eine bis zu 5000 Kubikmeter Biomasse fassende Lagerhalle im Falle von Lieferengpässen die Versorgung selbst im Winter für mehrere Wochen garantiert.

Pressemeldung Martin Krammer, Johann Jahner, 10c

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