Naturdenkmal wieder hergestellt

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Nach fast 30 Jahren ist das Naturdenkmal "Deichelweiher" zu neuem Leben erwacht. Das kleine Bild zeigt Wolfgang Selbertinger mit dem Hinweisschild "Naturdenkmal", Claudia Irlacher, Gebietsbetreuerin im "Ökomodell Achental", Paul Höglmüller, Leiter des Forstbetriebs Ruhpolding, Josef Gambs, Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Traunstein, und Christian Zaiser, Leiter des Forstreviers Schleching.

Schleching - In Schleching ist mit der Wiederherstellung des Naturdenkmals "Deichelweiher" ein weiterer Erholungsbereich für Einheimische und Gäste entstanden.

Zu Einweihung waren Vertreter der beteiligten Behörden und der Gemeinde an den "Deichelweiher" gekommen. "Bereits 1980 wurde der Bereich um den "Deichelweiher" mit Hangquellmoor- und Buckelflur-Resten südwestlich von Schleching als "flächenhaftes Naturdenkmal" ausgewiesen", berichtete Wolfgang Selbertinger von der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt Traunstein. Auf Initiative und mit persönlichem Arbeitseinsatz von Altbürgermeister Fritz Irlacher, dem Vorsitzenden des "ökomodell Achental", stellte der Forstbetrieb Ruhpolding in enger Zusammenarbeit mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sowie der Unteren Naturschutzbehörde den Bereich in seiner ursprünglichen Bedeutung wieder her.

Irlacher, dem die Erhaltung der ursprünglichen Bedeutung des "Deichelweihers" und des umliegenden wertvollen Biotops seit langem ein Anliegen war, schilderte die Bedeutung der "Deicheln". Bis in die 50erJahre wurden im Schlechinger Tal zur Trinkwasserversorgung für Mensch und Vieh Holzrohre, die "Deicheln", verwendet. Die Holzrohre aus Fichtenstämmen hatten bis zu 15 Zentimeter Durchmesser und waren etwa fünf Meter lang.

Die Rohre wurden mit drei Meter langen "Deichel-Bohrern" von beiden Seiten durchbohrt, was viel Erfahrung und handwerkliches Können verlangte, das vor allem Georg Seiwald ("Seiwe Irgei") und der alte Bauhofer beherrschten, wie sich Irlacher erinnerte. Die Deicheln wurden nach dem Anbringen einer doppelten Eisenmanschette in den "Deichel-Weiher" gelegt und beschwert, damit sie vollständig unter Wasser waren und nicht austrockneten.

Nachdem in Schleching damals nur Bergquellen, nie Grundwasser, als Trinkwasser verwendet wurde, wurden die fertig gebeizten Rohre oft nur 20 bis 30 Zentimeter in den Boden verlegt. Mit dem Naturdenkmal soll auch der Beruf des Deichelmachers nicht in Vergessenheit geraten. Das Lebensmittel Trinkwasser war für den Menschen stets ein "Heilig-Gut", so Irlacher.

Der "Deichelweiher" habe in Bezug auf ökologie und Naturschutz Symbolkraft für Schleching und sei eine echte Bereicherung für die Erholung, sagte Paul Höglmüller, Leiter des Forstbetriebs Ruhpolding. In rund 140 Arbeitsstunden fällten Konrad Rappl, Stefan Kreuz und teilweise Peter Höflinger Fichten und mähten neben weiteren Arbeiten mit Unterstützung der Brüder Irlacher den Bereich, erklärte Christian Zaiser, Leiter des Forstreviers Schleching.

Rund 7000 Euro wurden bisher aufgewendet. Der Bauhof der Gemeinde fertigte einen großen Brotzeittisch mit Bänken, an dem etwa 18 Personen Platz haben und der auf einem eingeebneten Platz zum Verweilen einlädt. Der Zugang vom Schleching Wanderweg wurde behindertengerecht aufgekiest. Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten habe die Arbeiten als Erholungs-Projekt eingestuft und bezuschusst, erklärte Josef Gambs, Revierleiter Inzell.

Selbertinger sprach den Beteiligten den Dank für die "charmante" Renaturierung aus. Das Naturdenkmal "Deichelweiher" habe seit 1980 geschlummert. Das Biotop umfasst eine der wenigen erhalten gebliebenen Buckelwiesen im Achental. Das Kalkflachmoor mit Quellhorizont sei durch die Anlage eines Fischzuchtteiches teilweise zerstört worden.

Selbertinger überreichte Irlacher das offizielle Hinweisschild als "Naturdenkmal". Außerdem wird noch eine Tafel mit Hinweisen zur Bedeutung des Naturdenkmals angebracht. Im Teich sollen zukünftig nur "Fried-Fische" verbleiben. Die Raubfische werden noch entfernt. Der Bereich müsse nun dauerhaft gepflegt werden, wofür sich Irlacher einsetzen werde. Bürgermeister Josef Loferer lobte die Gemeinschaftsarbeit, die in Schleching schon viel bewirkt habe, und sprach Altbürgermeister Irlacher den Dank der Gemeinde aus.

bre/Chiemgau-Zeitung

Zurück zur Übersicht: Achental

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser