Projekt stößt auf weltweites Interesse

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Viele interessante Eindrücke sammelte auch eine Dozenten- und Studentengruppe aus Brasilien; hier bei einer Exkursion auf dem Antoniberg bei Bad Reichenhall zum Thema Schutzwaldsanierung.

Schleching - Innerhalb weniger Tage fanden sich Besuchergruppen aus aller Welt im Achental ein. Sie hatten ein gemeinsames Ziel:

Ihren Arbeitsschwerpunkt in der ländlichen Entwicklung und das Interesse am Ökomodell Achental. Das Ökomodell Achental, das es nun seit zwölf Jahren gibt, wird über die Grenzen hinweg als Beispiel für gelungene Regionalentwicklung wahrgenommen und freut sich daher über vielerlei Anfragen. "Wir sind stolz darauf, unsere Erfahrungen aus der Arbeit im Achental zu teilen und Anstöße für erfolgreiche Projekte in anderen Gebieten zu geben", so Fritz Irlacher, Erster Vorsitzender des Ökomodells.

Den Anfang des "Besucherstroms" machte eine Gruppe aus Westafrika und Südostasien. Die 19 jungen Leute arbeiten im Bereich der Regionalentwicklung und machen derzeit über die Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) ein einjähriges Austauschjahr in Deutschland. Nach einem Vortrag über das Ökomodell Achental durch Regionalmanagerin Karin Heinrich, stand der Besuch des Naturland-Betriebes von Schlechings Bürgermeister Josef Loferer in Schleching-Ettenhausen auf dem Programm. Die Teilnehmer zeigten sich begeistert von der ökologischen Tierhaltung auf dem Hof und der Ausstattung des neu gebauten Laufstalls.

Nach einer Stärkung im Hotel "Hubertus" machte sich die Gruppe auf den Weg zur Bio-Sennerei Danzl in Schwendt/Tirol, um mehr über regionale Milchverarbeitung zu erfahren.

Die zweite Besuchergruppe wenige Tage später stammte aus Süd-Korea und informierte sich bei Wolfgang Wimmer, Geschäftsführer des Biomassehofes und des Ökomodells Achental, über die Nutzung der erneuerbaren Energien im Achental, über den Ausbau des Biomassehofes und die Projektierung samt Umsetzung der Fernwärmeversorgung für das Achental. Vorgestellt wurde überdies der im Bau befindliche Holzvergaser, über den die Energie aus Holzpellets und Hackschnitzeln nochmals effizienter genutzt werden kann.

Viele interessante Eindrücke sammelte auch eine Dozenten- und Studentengruppe aus Brasilien bei ihrem zweitägigen Aufenthalt im Achental. Nach dem Biomassehof und dem Ökomodell lernten sie bei einer Führung durch den Betriebsleiter Rudolf Helminger die Funktionsweise der Kläranlage des Abwasserzweckverbandes Achental kennen. Sebastian Stephan, Leiter des Wasserwerkes Grassau, stellte der Gruppe den Edelstahl-Hochbehälter für die Grassauer Wasserversorgung vor.

Der zweite Tag startete mit einem Rundgang zur Dorferneuerung in Schleching mit Altbürgermeister Fritz Irlacher. Beim landwirtschaftlichen Betrieb von Hans Wimmer in Grabenstätt-Oberaschau lernten die Besucher einen modernen Laufstall für die konventionelle Rinderhaltung sowie Möglichkeiten der Direktvermarktung kennen.

Den Abschluss bildete eine Exkursion auf dem Antoniberg in der Nähe des Thumsees bei Bad Reichenhall zum Thema Schutzwaldsanierung. Förster Alexander Krüg von der Fachstelle Schutzwaldmanagement in Marquartstein erläuterte den Brasilianern im Gelände das Vorgehen bei der Sanierung sowie die Funktion von Dreibeinböcken und Schneezäunen und die entstehenden Kosten. Ziel der Sanierer ist es, intakte Bergmischwälder mit natürlicher Schutzfunktion wieder herzustellen, in diesem Beispiel zum Schutz der vielbefahrenen Alpenstraße.

re/Chiemgau-Zeitung

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