Elektromagnetische Strahlen reinigen Viren aus der Luft

Der Corona-Killer aus Reit im Winkl: Mit diesem Gerät schneller aus der Krise?

Manuel Kirchner von „Halton“ in Reit im Winkl neben einem der neu produzierten UVC-Strahlern.
+
Manuel Kirchner von „Halton“ in Reit im Winkl neben einem der neu produzierten UVC-Strahlern. Kirchner ist dort Abteilungsleiter für Konstruktion und Entwicklung.

Reit im Winkl - Eigentlich entwickelt man Lüftungssysteme für Küchen, doch nun werden neue Pfade beschritten: Eine Firma aus Reit im Winkl hat nach sechs Monaten Entwicklung einen UVC-Strahler gegen Corona-Viren auf den Markt gebracht.

Er ist 64 Kilogramm schwer, 1,55 Meter hoch, steht auf kleinen Rädern und summt leise vor sich hin. Manuel Kirchner ist stolz, wenn er zum neuen UVC-Strahler der Firma „Halton“ in Reit im Winkl hinüberblickt. Nach dem ersten Lockdown im Frühjahr begann er mit zehn Kollegen zu tüfteln, nun ist das Gerät fertig und geht in Serie. „Das erste bei uns in der Region haben wir an einen Wirt aus Kössen verkauft“, so Kirchner beim Besuch von chiemgau24.de.

UVC-Strahler aus Reit im Winkl gegen Corona-Viren

Wie also funktioniert das Ding? Die Luft wird angesaugt, mit zwei UVC-Röhren bestrahlt, mit Filtern gereinigt und wieder abgegeben. Die elektromagnetischen Strahlen im UV-Bereich können Bakterien abtöten und Viren inaktivieren. Ein Labor in Minnesota/USA hat virenbelastete Luft durch das Standgerät aus Reit im Winkl laufen lassen und danach untersucht. „81 Prozent der Mikroorganismen in der Luft wurden abgetötet“, versichert Kirchner, Leiter für Konstruktion und Entwicklung bei „Halton“.

Bei einem Raum mit 100 Quadratmetern wird die Luft durch das Desinfektionsgerät vier Mal in der Stunde ausgetauscht. Der Preis liegt bei 4240 Euro. „Freilich, aufs korrekte Stoßlüften kann man trotzdem nicht verzichten. Eine CO2-Sättigung in der Luft wird so am besten verhindert“, weiß Manuel Kirchner. Das in Reit im Winkl entwickelte Gerät wird momentan in Japan und den USA hergestellt, 250 Stück wurden bisher produziert.

Wo die UVC-Strahler überall eingesetzt werden könnten

Doch was bringt das Gerät dem Wirt aus Kössen konkret? Erstmal nichts. Das Gesetz macht für die Gastronomie keine Ausnahmen, weder in Bayern noch in Österreich. „Der Wirt will es künftig als Service und für die Sicherheit der Gäste anbieten. Und vielleicht können künftige Einschränkungen umgangen werden, wenn man in den Gasträumen dementsprechend vorgesorgt hat“, so der „Halton“-Entwickler. Geht es nach Kirchner soll der UVC-Strahler auch in Arztpraxen, Schulen oder Büros stehen. Personenbeschränkungen in geschlossenen Räumen könnten so künftig vielleicht abgemildert werden.

Eigentlich ist die Firma „Halton“ - bis 2006 „Wimbeck“ - auf Küchenlüftungen spezialisiert. In Reit im Winkl werden Lüftungsdecken von 170 Mitarbeitern entwickelt, produziert und montiert. Bei der Lüftungstechnik in Küchen gilt es Fette, organische Verbindungen oder Gerüche aus der Luft herauszufiltern. Nachdem im Frühjahr dann Kunden aus der Gastronomie um mögliche Corona-Lösungen anfragten, begann das Team um Kirchner zu tüfteln: „Die Technologie dazu hatten wir schließlich schon.

xe

Kommentare