Hotelier plant "Gut Steinbach"

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Große Pläne hat der neue Eigentümer des "Steinbacher Hofes" (unser Bild). Klaus-Dieter Graf von Moltke will das derzeit zweitgrößte Hotel in Reit im Winkl zum "Gut Steinbach" ausbauen. Er plant, das Hotel mit zwei Gebäuden zu ergänzen und vor allem zwölf Wohnhäuser zu errichten. Begonnen hat er mit einer Sanierung des "Steinbacher Hofes", das Dach wird erneuert und auch die Heizungsanlage. Mitte Dezember wird das Hotel für die Wintersaison wieder geöffnet. Ab Ostern sollen umfängliche Umbauarbeiten folgen, die zweieinhalb Monate dauern sollen.

Reit im Winkl - Es könnte ein Meilenstein werden in der touristischen Entwicklung des Bergortes: Das Hotel "Steinbacher Hof" soll in den kommenden fünf Jahren ausgebaut werden.

Es könnte ein Meilenstein werden in der touristischen Entwicklung des Bergortes Reit im Winkl, es könnte die seit Langem angestrebte Erweiterung des Gästeangebotes für ein gut situiertes Klientel bringen und es könnte ein ganzer Ortsteil neu entstehen: Das Vier-Sterne-Hotel "Steinbacher Hof" mit derzeit knapp 100 Betten, etwas südöstlich des Ortskerns gelegen, soll in den kommenden fünf Jahren zum "Gut Steinbach" ausgebaut werden.

Hinter diesem Titel verbirgt sich zunächst der weitgehende Umbau des seit fünf Jahrzehnten bestehenden und derzeit zweitgrößten Hotels in Reit im Winkl mit der Ergänzung um zwei weitere Hotelgebäude. Vor allem sieht es aber den Bau von zwölf Wohngebäuden mit 105 bis 210 Quadratmetern Grundfläche vor, die in unmittelbarer Nähe zum Stammhaus errichtet werden sollen. Hinter diesem Titel verbirgt sich die Person Klaus-Dieter Graf von Moltke, dessen Familienunternehmen in Rottach-Egern das Fünf-Sterne Hotel "Egerner Höfe" betreibt, die Vorbilder sein sollen für das Konzept "Gut Steinbach". Doch noch steht hinter der Realisierung des ehrgeizigen Vorhabens ein Fragezeichen: Während die Gemeinde und auch das Landratsamt diese Planung nachdrücklich begrüßen, sieht die Regierung von Oberbayern die Zersiedelung des Areals und die Ausweisung von Wohnhäusern für den Privatbesitz noch skeptisch.

Von Moltke lässt sich davon aber offenbar nicht sehr beeindrucken: Trotz der noch fehlenden Genehmigung für den Bau dieser zwölf Häuser kaufte er vor wenigen Wochen den "Steinbacher Hof" mitsamt 14 Hektar Land, mit der Sanierung des Hotels hat er bereits begonnen. Am Mittwoch stellten Bürgermeister Josef Heigenhauser und der diplomierte Betriebswirt von Moltke das Projekt vor.

Bis zu 35 Millionen Euro plant der Hotelier in dieses "Gut Steinbach" zu investieren, eine Summe, mit der insbesondere der Bau der Gebäude finanziert werden soll. Die Käufer dieser Häuser erwerben - so die Idee - aber nicht nur das Gebäude an sich, sondern sind auch berechtigt, alle Einrichtungen der Anlage mitzunutzen, das Schwimmbad beispielsweise, den Wellness- und Spa-Bereich etwa oder die Restaurationen. "Wir bieten diesen Käufern alle Annehmlichkeiten dieser Hotelanlage", so von Moltke.

Seit fast einem Jahr bemüht er sich um das Projekt, nachdem der Vorbesitzer Fritz Enthammer sich aus familiären Gründen zum Verkauf entschloss, "dessen Familie hier ein für den Ort sehr bedeutsames Hotel geschaffen hat", worauf Bürgermeister Heigenhauser verwies. Den Gemeinderat überzeugte von Moltke in einer persönlichen Vorstellung im Rahmen einer Gemeinderatssitzung schon vor zwei Monaten.

"Für uns ist dies der Glücksfall schlechthin", erklärt der Bürgermeister, der freilich aufgrund der angestrebten Verdoppelung der Bettenzahl zunächst die positiven Auswirkungen auf den gemeindlichen Haushalt im Blick hat. Er meint damit aber auch die grundsätzliche Ausrichtung des Projekts: Die einheitliche, äußere Gestaltung der Wohnhäuser im alpenländischen Stil soll sich ideal in das so hoch gehaltene Ortsbild einfügen, die Wärmeversorgung soll mit einem Anschluss an das Bürgerwerk "Biomasse-Heizkraftwerk" gewährleistet werden, erhalten bleiben sollen ferner die Sprungschanzen, die nahe der Hotelanlage nun auf dem Grund des Unternehmers stehen.

Die Beweggründe, sich in Reit im Winkl einem derartigen Großprojekt zu verschreiben, sieht der Familienvater von Moltke im hohen Bekanntheitsgrad des rund 2500 Einwohner zählenden Grenzortes, in dessen "großartiger Infrastruktur" und präzisiert diese mit dem weitläufigen Wander- und Mountainbikenetz, mit den hervorragenden Wintersportmöglichkeiten, aber auch der örtlichen Verbundenheit zu Traditionen. Mehrfach betont der Unternehmer Klaus-Dieter Graf von Moltke bei der Präsentation im Rathaus seine unternehmerische Philosophie, wobei es ihm ganz besonders um "Nachhaltigkeit" gehe, also "dass auch künftige Generationen einen großen Vorteil von dem haben, was wir heute schaffen", so der 56-Jährige.

Ob es tatsächlich so weit kommen wird, wird sich möglicherweise erst im bayerischen Wirtschaftsministerium entscheiden, erste Gespräche würden dort bereits geführt. Sollten dabei bestehende Bedenken ausgeräumt werden, könnte spätestens in fünf Jahren das "Wohn- und Ferienresort Gut Steinbach" eröffnet werden.

Hans Ostermaier/Chiemgau-Zeitung

Zurück zur Übersicht: Reit im Winkl

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser