Aus dem Gemeinderat Reit im Winkl

Gemeinderat billigt Bebauungsplanentwurf - Weitere Hürde für Neubau der Posthotels genommen

Hotel Post in Reit im Winkl
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Zur Verwirklichung des Vorhabens soll das bestehende Hotel Post abgerissen werden.

Reit im Winkl – Der geplante Neubau des Hotels zur Post in der Ortsmitte kam jetzt einen weiteren Schritt voran. In seiner vergangenen Sitzung billigte der Gemeinderat den Entwurf des vorhabenbezogenen Bebauungsplans „Hotel zur Post“ mit Begründung. Anstelle des bestehenden Hotels soll ein neuer Hotelkomplex mit Wellnessanlage entstehen.

Bereits in einer Sitzung im September dieses Jahres waren die im Rahmen der frühzeitigen Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung eingegangenen Stellungnahmen abgewogen worden. Nachdem dabei noch keine Einigkeit über die Fassadengestaltung erreicht werden konnte, wurde in einer weiteren Sitzung im Oktober nochmals darüber beraten und abgestimmt.

Nun wurden die angepassten Gestaltungspläne in den Vorhaben- und Erschließungsplan des Planungsbüros Blocher Partners eingearbeitet. Ebenso wurden der Bebauungsplan und die Begründung vom Planungsbüro Mißberger + Wiesbauer Architekten entsprechend der Abwägung angepasst.

„Im Vorhaben- und Erschließungsplan müssen der Vollständigkeit halber noch Kubatur und Höhenangaben der Bestandsgebäude eingearbeitet werden“, erläuterte Bürgermeister Matthias Schlechter jetzt in der Sitzung. Bezüglich der Niederschlagsentwässerung seien noch einige Berechnungen hereingereicht worden. „Es wurden überschlägig die abschlusswirksamen Flächen des Bestands und der Planung ermittelt und verglichen.“

Obwohl sich die Dachflächen gegenüber dem Bestand erhöhen würden, verringere sich der resultierende Abfluss, da sich der Anteil der versiegelten Flächen verringere. Es könnten außerdem Baumrigolen und Zisternen errichtet werden. „Mit der neuerlichen Auslegung sollte abgewartet werden, bis die letztendliche diesbezügliche Planung vorliegt“, so Bürgermeister Schlechter.

In der anschließend ebenfalls gebilligten Begründung zum Bebauungsplan wird auf den Anlass und das Erfordernis der Planung eingegangen. Die Aufstellung wurde dieser zufolge erforderlich, nachdem im Vorfeld durch eine Investorengruppe konkrete Bauabsichten für einen Hotelneubau an die Gemeinde Reit im Winkl herangetragen worden waren. Hierzu solle das bestehende Hotel Post abgerissen werden.

Weiter heißt es darin, dass die Gemeinde dem Hotelvorhaben „sehr positiv“ gegenüberstehe. Im Gegensatz zu früheren Planungen auf diesem Grundstück bestünden keine Zweifel an der städtebaulichen Verträglichkeit der vorgestellten Planungen, da diese sich an einer städtebaulichen Studie aus dem Jahr 2015 orientierten, in der die wesentlichen Grundzüge hinsichtlich Baukörperausformung und Höhenentwicklung bereits definiert worden seien.

Nachdem durch das Vorhaben Hotelneubau erhebliche und weitreichende Auswirkungen auf das zukünftige Ortsbild im Ortskern von Reit im Winkl gesehen wurden, entschloss sich der Gemeinderat, einen Bebauungsplan für das Gebiet aufzustellen. Das im Vorfeld betriebene Bebauungsplanverfahren „Ortskern – nordwestlicher Teil“, dessen Geltungsbereich sich auch auf Teile der im Westen angrenzenden Wohngebiete erstreckte, wurde eingestellt.

Im Vorfeld einer Behörden- und Öffentlichkeitsbeteiligung wurde bereits ein Scopingtermin am Landratsamt Traunstein sowie ein Termin vor Ort mit einem Vertreter des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege durchgeführt. Bei beiden Terminen wurden durch die mit der Hotelneuplanung beauftragten Hochbauarchitekten sowie die Investorengruppe die Planungen beziehungsweise das Nutzungskonzept vorgestellt.

Nach eingehender Diskussion, in der auch die Anfragen des Behindertenbeauftragten Georg Weber bezüglich der Barrierefreiheit des Vorhabens von Bürgermeister Schlechter und Geschäftsleiterin Christine Zaiser zufriedenstellend beantwortet wurden, beschloss der Gemeinderat einstimmig, den Entwurf des vorhabenbezogenen Bebauungsplans „Hotel zur Post“ mit Begründung und Umweltbericht sowie den Vorhaben- und Erschließungsplan zu billigen. Gleichzeitig wurde die Verwaltung beauftragt, die öffentliche Auslegung und Behördenbeteiligung gemäß den Bestimmungen des Baugesetzbuches durchzuführen, sobald alle hierfür notwendigen Unterlagen vorliegen.

sh

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