Luftqualitätsgutachten in Gemeinderatssitzung vorgestellt

Prädikat bestätigt: Reit im Winkl bleibt Luftkurort

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Reit im Winkl – Reit im Winkl erfüllt weiterhin die lufthygienischen Voraussetzungen als „Luftkurort“. Bürgermeister Josef Heigenhauser gab in der vergangenen Gemeinderatssitzung ein Schreiben der Regierung von Oberbayern bekannt, in dem diese das Fortbestehen dieses Prädikats bestätigt.

Grundlage dafür ist eine vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in den Jahren 2018/2019 durchgeführte Überprüfung der Luftqualität im Ort. Der entscheidende Faktor für die darin festgestellte nochmals deutlich verbesserte Luftqualität ist gemäß einer Stellungnahme der Gemeinde dazu sicher die Naturwärme.

„Der Gutachter kommt zu dem Ergebnis, dass zurzeit im Beurteilungsgebiet von Reit im Winkl die lufthygienischen Anforderungen an das Prädikat Luftkurort ohne Einschränkung erfüllt sind“, so heißt es in dem Schreiben der Regierung von Oberbayern an die Gemeinde Reit im Winkl. Daher werde das Fortbestehen des Prädikats „Luftkurort“ ohne Einschränkung bestätigt.

Die Bezeichnung „Höhenluftkurort“ wurde seitens der Gemeinde nachweislich seit 1930 verwendet. „Wir können somit im nächsten Jahr das 90-jährige Bestehen feiern“, stellte Bürgermeister Josef Heigenhauser in der Sitzung dazu fest. Um das amtliche Prädikat Luftkurort, das zur Erhebung von Kurabgaben berechtigt und damit zur Finanzierung der touristischen Einrichtungen dient, hat sich Reit im Winkl bald nach dem Krieg bemüht. Im Dezember 1953 stellte der zuständige Fachausschuss des Balneologischen Institutes der Universität München nach gründlichen Erhebungen den Charakter „Luftkurort“ fest, im Dezember 1956 erfolgte die Anerkennung.

Dabei handelt es sich bei dem Prädikat um keine unbefristete Auszeichnung, vielmehr müssen in regelmäßigen Abständen von zehn Jahren neben den bioklimatischen auch die lufthygienischen Verhältnisse hinsichtlich der Belastungen durch Stickstoffdioxid, Feinstaub, Ruß im Feinstaub und Grobstaub ein ganzes Jahr lang an zwei verschiedenen Standorten in der Gemeinde überprüft werden. Hochdrucklagen führen aufgrund eingeschränktem Luftaustausch zur Zunahme der Belastung mit Luftschadstoffen.

In dem amtlichen Gutachten des DWD ist im Detail dargelegt, dass die Richtwerte im ganzen Jahr eingehalten worden sind und die mittleren Belastungswerte der einzelnen Luftschadstoffe den jeweiligen Langzeit-Richtwert bei Weitem nicht erreicht haben. Trotz ungünstigerer Großwetterlage wurden deutlich bessere Werte als im Vergleich zu 2007/2008 erzielt. So gab es zum Beispiel im Sommer 2007/2008 nur 29 Tage mit Hochdrucklage, im Sommer 2018/2019 aber 83 Tage. Der DWD schreibt hierzu, dass es deshalb überrasche, dass die Werte besser seien und örtliche Maßnahmen erfolgt sein müssten.

Die Gemeinde nehme das Ergebnis des DWD mit der erneut deutlich verbesserten Luftqualität in Reit im Winkl und die Bestätigung des Prädikates als Luftkurort äußerst erfreut zur Kenntnis, bestätigte Bürgermeister Josef Heigenhauser. Neben den privaten Verbesserungen in Heizungsanlagen sowie der Ausweitung des örtlichen ÖPNV mit Orts- und Wanderbus sei sicher der entscheidende Faktor die Naturwärme Reit im Winkl. In den letzten zehn Jahren seien mit enormen Investitionen unter anderem große Ortsteile wie Entfelden und Blindau an das Nahwärmenetz angeschlossen worden und es sei eine Nachverdichtung im Zentrum erfolgt.

Ein um über 40 Prozent geringerer Grobstaub und keine einzige Überschreitung der Grenzwerte im einjährigen Erhebungszeitraum sprächen für die einwandfreie Luftqualität in Reit im Winkl, „die uns einerseits stolz macht, aber auch Auftrag für die Zukunft ist“. So die Worte des Bürgermeisters, der noch anfügte: „Ich habe den Dank der Gemeinde an die Gesellschafter und Verantwortlichen der Naturwärme Reit im Winkl bereits in deren Gesellschaftsversammlung im September zum Ausdruck gebracht und möchte dies auch hier in dieser Sitzung ausdrücklich wiederholen.“

Gemeinderat Andreas Heigenhauser (CSU), der Geschäftsführer der Naturwärme Reit im Winkl, zeigte sich ebenfalls höchst erfreut über das vorliegende positive Gutachten. „Es hat uns gezeigt, dass unsere Arbeit Sinn macht“, rief er aus. Das Lob gelte auch den Reit im Winkler Bürgern, ohne deren großes Engagement dieses großartige Ergebnis nicht erzielt werden könnte.

sh

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