„Die Mitarbeiter haben mir den Einstieg leicht gemacht“

100 Tage im Amt: Das sagt der neue Bürgermeister von Reit im Winkl

Bürmermeister von Reit im Winkl matthias schlechter
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Seit 100 Tagen im Amt ist der neugewählte Reit im Winkler Bürgermeister Matthias Schlechter.

Reit im Winkl – Seit 1. Mai ist Matthias Schlechter Bürgermeister der Gemeinde Reit im Winkl. „Ich gehe ausnahmslos jeden Tag sehr gerne ins Rathaus, die Arbeit macht mir sehr viel Freude“, sagte der frühere Bankkaufmann jetzt bei einer ersten Bilanz nach 100 Tagen im Amt.

„Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept“ (ISEK), die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum im Ort und der Hochwasserschutz sind einige der Projekte, die dem Bürgermeister, dem Gemeinderat und allen Mitarbeitern viel abfordern.


Ein großer Schritt nach seinem früheren Beruf sei es gewesen, als er seine neue Tätigkeit in der Gemeinde angetreten habe, sagte Schlechter. Zugute kommt ihm dabei aber die Tatsache, dass er zuvor schon zwölf Jahre Mitglied des Gemeinderats und seit Anfang 2019 Zweiter Bürgermeister war. So kann er jetzt auch sagen, dass ihn noch nicht viel wirklich überrascht habe. „Die Themenbreite und –fülle bereitet mir täglich viel Beschäftigung, über Langeweile würde ich nicht klagen.“ Mit rund 40 Mitarbeitern in der Gemeinde einschließlich Tourismus und den technischen Betrieben und nicht zuletzt wegen der Thematik der Corona-Krise sei viel genug zu tun.

Er freue sich über viele, die ihm Glück und Kraft im neuen Amt wünschen. Natürlich sei nicht jedes Thema oder jedes Gespräch positiv, aber dass das so komme, habe er gewusst. Nur plakativ Wahlkampfziele umsetzen, das stehe nicht an erster Stelle.


Die Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat bezeichnet er als gut. Die Mischung aus neun neuen und fünf alten Gemeinderäten bringe es mit sich, dass sowohl Erfahrung als auch Offenheit für neues und auch neue Denkweisen im Gremium vertreten seien. Weiterhin gebe es kein Fraktionsdenken, was den Gemeinderat schon in den letzten zwölf Jahren ausgezeichnet habe. Er versuche, die Gemeinderatsmitglieder gut zu informieren.

Bei den Projekten, die er sich vorgenommen hat und bereits begonnen wurden, nennt der neue Bürgermeister zunächst das Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept ISEK. Es solle der Gemeinde Handlungsweisen für die nächsten zehn bis 15 Jahre an die Hand geben. Weiter gelte es, bezahlbaren Wohnraum zur Vermietung zu schaffen. „Wir sind hier in guten Gesprächen mit regionalen Investoren und ich hoffe, dass wir in den nächsten Wochen eine entsprechende Bauplanung im Gemeinderat behandeln können“, so Schlechter. Darüber hinaus werde geprüft – immer im Zusammenhang mit dem ISEK – ob ein Familienansiedlungsmodell in die Zeit und vor allem in die Finanzierungsmöglichkeiten von Bauwerbern passe. Auch hier liefen Gespräche.

Große Baustellen gebe es derzeit auch beim Hochwasserschutz. „Vor allem die Ereignisse in den letzten Tagen zeigen wieder die Notwendigkeit, auch wenn Reit im Winkl diesmal gut davon gekommen ist“, sagt der Bürgermeister dazu. Weiter solle im nächsten Jahr die Winklmoos-Alm an die gemeindliche Wasserversorgung angeschlossen werden. Insgesamt würden gerade die Investitionsmaßnahmen überprüft, denn die finanziellen Auswirkungen der Corona-Krise seien noch nicht klar. Touristisch laufe es zwar derzeit gut, aber die Ausfälle des Spätwinters und im Frühjahr seien noch lange nicht wieder eingeholt.

Grundsätzlich sagt Bürgermeister Schlechter zum Tourismus, von dem Reit im Winkl zum großen Teil lebt: „Wenn wir weiterhin unser Angebot stärken und ein modern aufgestellter, sportlich-ambitionierter Familien-Tourismusort bleiben und uns noch entwickeln, ist es unsere Chance für viele, ihr Einkommen im Heimatort oder sogar im eigenen Haus zu bestreiten.“ Laufend bekäme die Gemeinde Bauanträge von Leuten, die statt in fest vermieteten Wohnungen lieber in Ferienwohnungen investieren würden. Und weiter: „Natürlich hätten wir gerne mehr Gewerbe, das zum Ort passt, aber das ist nicht leicht zu finden. Weil man in unserem wunderbaren Ort – sicherlich auch durch den Tourismus – alles findet, was insbesondere für Familien wichtig ist: Schule, Kindergarten, Ärzte, Einzelhandel, Natur, Umwelt, einzigartige Sportmöglichkeiten im Sommer wie im Winter.“

Zusammenfassend ist dem neuen Reit im Winkler Bürgermeister wichtig, „dass wir im Ort weiterhin zusammenhalten und miteinander reden, bevor man sich auseinander bewegt“. Er gehe ausnahmslos jeden Tag sehr gerne ins Rathaus, und die Arbeit mache ihm sehr viel Freude. „Das hängt natürlich mit den Mitarbeitern in Verwaltung, Tourist-Info und den Technischen Betrieben Bauhof, Wasser- und Klärwerk zusammen, die mir den Einstieg leicht gemacht haben.“ Er fühle sich aber nicht als „Oberhaupt“ der Gemeinde, eher als „leitender Mitarbeiter“.

sh

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