Das Sakralmuseum ist Georg Beilhacks Werk

Langjähriger Reit im Winkler Mesner gestorben

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Das Heilige Grab im Sakralmuseum.

Reit im Winkl – Große Trauer herrscht in Reit im Winkl angesichts des Todes des ehemaligen Mesners Georg Beilhack. Viele Verdienste hat sich der am Dienstag letzter Woche im Alter von 81 Jahren Verstorbene auch um den Aufbau und die Betreuung des Sakralmuseums auf dem Kirchenspeicher der Reit im Winkler Pfarrkirche erworben.

Beilhack im Sakralmuseum.

Beilhack, von 1977 bis 2001 Mesner der Pfarrei St. Pankratius, reinigte 1989 mit Freunden den Kirchenspeicherboden und die Balken des Dachstuhls mit dem Staubsauger. Auch das Gehäuse der Turmuhr wurde vom Staub befreit. Die großen, verstaubten Kreuzwegstationen wurden mit Zahnbürsten und Pinsel gereinigt, „so gut es halt ging“, wie Beilhack erzählt hatte.

Vergoldete Kerzenleuchter und Altarteile vom früheren Hochaltar bis 1962, als der Innenraum der Kirche umgestaltet wurde, kamen dabei zum Vorschein. Votivtafeln, die Leichnam-Jesu-Figur und viele kleine Gegenstände, die in Schachteln und Schränken lagerten, wurden in alte Sakristeischränke einsortiert. Zum Teil hundert Jahre alte, wertvolle goldbestickte Messgewänder, Heiligenfiguren, Karfreitagsratschen und die alten, in Holz gefertigten Kreuzwegstationen kamen dazu. Das aus vielen Teilen bestehende Heilige Grab aus dem späten 18. Jahrhundert mit den bunten Kugeln wurde aufgestellt. So entstand schließlich mit viel Handarbeit, Aufwand und Liebe das Sakralmuseum, das 1991 eröffnet wurde und inzwischen über 300 Exponate beinhaltet.

Zehn Jahre lang hatte Georg Beilhack in der Adventszeit Schulen besucht und an jeweils drei Vormittagen im Rahmen des Religionsunterrichts mit Schülern und Lehrern Krippen gebastelt, von denen einige jetzt Teil der Ausstellung sind. Viel bewundert wird dort auch die von Beilhack mit großem Aufwand angefertigte Heimatkrippe mit Schindeldach, Figuren in einheimischer Tracht und als Hintergrund die Reit im Winkler Kulisse mit Unterberg und Kaisergebirge.

Beilhack mit den Messgewändern im Sakralmuseum.

Das Sakralmuseum war eine Herzensangelegenheit von Georg Beilhack. Die Führungen lebten von seinen Erzählungen und von den besonderen Ausstellungsstücken, zu denen er immer eine fundierte Auskunft geben konnte. Seit 1986 oblag ihm zusammen mit seiner Frau Helga auch die Betreuung der Jahreskrippe in der Pfarrkirche. Er war auch Mitglied des Trachtenvereins „Dö Koasawinkla“.

Der Sterberosenkranz für Georg Beilhack ist am Donnerstag um 18.30 Uhr in der Pfarrkirche Reit im Winkl. Seelengottesdienst mit anschließender Urnenbeisetzung ist am Freitag um 14 Uhr.

sh

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