Übernachtungszahlen trotz Corona gestiegen

Verkehrsverein Reit im Winkl hielt Jahresrückblick - Sommer-Kino gut angenommen

Nach der erfolgreichen Premiere im vergangenen Sommer gibt es auch im nächsten Jahr wieder ein Sommer-Kino im Freibad von Reit im Winkl.
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Nach der erfolgreichen Premiere im vergangenen Sommer gibt es auch im nächsten Jahr wieder ein Sommer-Kino im Freibad von Reit im Winkl.

Reit im Winkl – Von einer Steigerung der Gästeübernachtungszahlen in Reit im Winkl im abgelaufenen Tourismusjahr konnte der Vorsitzende Florian Weindl im Jahresbericht 2020 des Verkehrsvereins Reit im Winkl berichten.

Wegen Corona musste die sonst in dieser Zeit übliche Jahreshauptversammlung abgesagt werden, stattdessen wurde der Bericht in schriftlicher Form bekanntgegeben. Bei diesen positiven Übernachtungszahlen zeige es sich, dass das Angebot für die Gäste absolut zeitgemäß sei, stellte Bürgermeister Matthias Schlechter in seinem Grußwort fest.

Im abgelaufenen Tourismusjahr von November 2019 bis Oktober 2020 wurden rund 620.000 Gästeübernachtungen verzeichnet. Das waren 31.500 mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Der starke Rückgang von März bis Mai dieses Jahres wegen Corona wurde in der übrigen Zeit mehr als ausgeglichen. Die hohen Zugewinne bei den Übernachtungen seien neben den Reisewarnungen für Urlaubsziele im Ausland mit Sicherheit auch auf die zielgerichteten Sonderwerbemaßnahmen, die hohe Online-Buchbarkeit der Übernachtungsbetriebe und die professionelle Vermieterstruktur zurückzuführen, erwähnte Florian Weindl im Jahresbericht.

Von Gästen und Einheimischen sehr gut angenommen worden sei das erste Sommer-Kino in Reit im Winkl im Freibad. Mit der Zusicherung des Verkehrsvereins, das finanzielle Risiko dafür zu tragen, konnten die Organisatoren Dittmar Böckler, Achim Bendix, Walter Wolfenstetter und die Vorstandschaft des Verkehrsvereins an die Umsetzung gehen. Für das kommende Jahr sind vier Termine jeweils an einem Freitag geplant, am 26. und 30. Juni und am 13. und 27. August.

Weiter berichtet Weindl, dass bei der ersten Produktion von Reit im Winkler Hausbesitzern, deren Anwesen im Häuser-Buch von Franz Höflinger aufgeführt sind, 13 Häuser-Tafeln bestellt worden sind. Weitere Interessenten können sich bei Florian Weindl melden. Die Vorstandschaft des Verkehrsvereins werde sich bei Franz Höflinger als Anerkennung für seine geleistete Arbeit mit einer Haustafel von seinem Anwesen bedanken.

„Mit mehr Fragen als Antworten durften Vermieter nach dem Lockdown im Frühjahr ihre Betriebe wieder öffnen“, berichtet Florian Weindl weiter. Dabei habe sich die Vorstandschaft des Verkehrsvereins in enger Zusammenarbeit mit der Tourist-Info, dem Chiemgau-Tourismus und dem Tourismusverband München-Oberbayern abgesprochen, Hilfestellungen bei der Umsetzung gegeben und die geforderten Auflagen an die Vermieter weitergegeben. Sein ausdrücklicher Dank geht hier an alle Vermieter für die Umsetzung der Hygienemaßnahmen.

Immer mehr Gäste würden auf eine gute Umweltbilanz im Urlaub Wert legen. Hier hätten die Gründer der Naturwärme und die Anschließer schon vor Jahren die Zeichen der Zeit erkannt, den Grundstein für eine nachhaltige Energieversorgung in Reit im Winkl gelegt und damit ein Alleinstellungsmerkmal für den Ort geschaffen. In Richtung Nachhaltigkeit gehe auch der erste Sternenpark in den Alpen auf der Winklmoos-Alm.

Viel geleistet hätten in diesem Jahr wieder die 22 Wanderwegehelfer unter der Leitung von Sepp Hofmann. Lobend erwähnt Weindl auch die zahlreichen Helfer bei den geführten Wanderungen und Radtouren, beim Einsatz der Straßenfeste im Freibad, beim Ponyreiten und bei den Fackelwanderungen. Sehr gut besucht worden seien die Auftritte der Musikkapelle und der Alphornbläser. Besonders unterstützt vom Verein wurde ein Almfest auf der Hindenburghütte mit der Band LaBrassBanda unter dem Motto „Rettet die Wirte und die Kultur“.

In Zusammenarbeit mit dem Chiemgau-Tourismus wurde für alle touristischen Orte im Chiemgau ein Markenprozess mit EU-Fördermittel angeboten, an dem sich Reit im Winkl beteiligt. Das Ergebnis wird Ende Dezember vorliegen. Auch auf die derzeit durchgeführten Marketingmaßnahmen geht der Vorsitzende in seinem Bericht ein.

Bürgermeister Matthias Schlechter blickt in seinem Grußwort auf ein Tourismusjahr zurück, „wie wir es noch nie erlebt haben“. Nach den Einschnitten ab Mitte März wegen des Lockdowns habe sich die Sommersaison dann zur besten seit Jahren entwickelt. So könne man zum Abschluss des Tourismusjahres Ende Oktober auf ein Übernachtungsplus von rund fünf Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurückblicken. Dazu stellt er fest: „Hier zeigt sich, dass das Angebot für unsere Gäste absolut zeitgemäß ist und dass das Nebeneinander von privaten Gastgebern, Hotellerie und der vielfältigen Gastronomie großen Anklang findet. Verbunden mit dem schonenden Umgang mit Natur und Kulturlandschaft und unserer guten Gästebetreuung sind wir für die Zukunft sicher gut aufgestellt.“

Doch der Ort wolle sich weiterentwickeln. Die Bauleitplanungen in den Bereichen „Hamberger“ und „Kaiserblick“ könnten bei weiterhin gutem Verlauf dazu führen, dass die bisherigen Komplexe im nächsten Jahr abgerissen würden und mit den Neuerrichtungen begonnen werden könne. Nach Abschluss des Markenprozesses werde auch das „Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept“ mit Gemeinderatswerkstatt und einer Bürgerveranstaltung vollendet. Im Frühjahr solle die neue Reit im Winkl-Homepage an den Start gehen. Sowohl der Touristik- wie auch der Rathausteil würden derzeit komplett neu entwickelt.

Der Bürgermeister ermuntert alle Reit im Winkler, gemeinsam nach vorne zu schauen auf die Zeit, wenn wieder Normalität in das Leben eingekehrt sei. Nicht nur der Hauptwirtschaftszweig Tourismus, sondern auch das gesamte Gemeindeleben liege allen am Herzen, und hierfür lohne der große Einsatz, den die gesamte Bevölkerung laufend zeige. „Wieder einmal hat es sich gezeigt, dass wir Reit im Winkler gemeinsam leistungsfähig sind, wenn es drauf ankommt“, so Bürgermeister Matthias Schlechter abschließend.

sh

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