Gemeinderat: Nachteile würden überwiegen

Keine Verordnung gegen freilaufende Hunde in Reit im Winkl

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Freilaufende Hunde waren Thema im Gemeinderat in Reit im Winkl.

Reit im Winkl – Die Problematik der vielen freilaufenden Hunde in Reit im Winkl wurde bei der Bürgerversammlung im März angesprochen. Nach den Bestimmungen der Gemeindeordnung befasste sich der Gemeinderat nun in seiner jüngsten Sitzung damit.

Zum einen lasse das Verhalten der Hundehalter oft zu wünschen übrig, zum anderen seien die Hinterlassenschaften der Hunde oft in der Landschaft verstreut, zum Teil mitsamt der Plastiktüte der Hundetoiletten, wurde in der Bürgerversammlung beanstandet. Dabei wurde auch auf eine entsprechende Verordnung der Nachbargemeinde Kössen hingewiesen, die die Leinenpflicht und die Verpflichtung auf Entfernung von Hundekot regelt.

Bürgermeister Josef Heigenhauser und Geschäftsleiterin Sabine Eisenberger verwiesen auf das Landesstraf- und Verordnungsgesetz, wonach zur Verhütung von Gefahren für Leben, Gesundheit, Eigentum oder die öffentliche Reinlichkeit die Gemeinden durch Verordnung das freie Umherlaufen von großen Hunden und Kampfhunden in öffentlichen Anlagen sowie auf öffentlichen Wegen, Straßen oder Plätzen einschränken können. Als große Hunde werden demnach Hunde mit einer Schulterhöhe von mindestens 50 Zentimetern angesehen.

Der räumliche und zeitliche Geltungsbereich der Verordnung ist auf die örtlichen Verhältnisse abzustimmen. Dabei kommt insbesondere eine Begrenzung auf bestimmte öffentliche Anlagen, Wege, Straßen oder Plätze (zum Beispiel Fußgängerzonen) in Betracht. Für besonders empfindliche Bereiche, wie etwa den näheren Umgriff von Kinderspielplätzen, kann das Mitführen von großen Hunden und Kampfhunden ganz ausgeschlossen werden.

In den letzten zehn Jahren wurde in der Gemeinde nach Auskunft von Bürgermeister Heigenhauser kein Fall bekannt, bei dem ein Hund eine Person verletzt hat. Falls sich der Gemeinderat für den Erlass einer Verordnung ausspreche, schlage die Verwaltung vor, die Anleinpflicht auf jeden Fall auch auf sensible Bereiche wie in der Nähe von Schule, Kindergarten, Spielplätze und Kurpark auszudehnen. Der Großteil der gewalzten Winterwanderwege und Loipen könne nicht aufgenommen werden, da es sich hier nicht um gewidmete Wege nach dem Bayerischen Straßen- und Wegegesetz handle.

Sollte der Gemeinderat eine solche Verordnung wünschen, müsse zusätzliches Personal eingestellt werden, um deren Vollzug zu gewährleisten. Ohne entsprechende Überwachung sei nach Ansicht der Verwaltung eine solche Verordnung nicht sinnvoll.

Gemeinderat Andreas Heigenhauser sprach sich für den Erlass einer entsprechenden Verordnung aus. Das Problem der freilaufenden Hunde würde überhandnehmen, insbesondere im Badebereich am Weitsee. Auch die Jagdgenossen seien höchst unzufrieden mit der jetzigen Situation. Ohne Gegenmaßnahmen bestünde die Gefahr, dass Grundstücksbesitzer ihre Bereiche einzäunen würden. Bürgermeister Heigenhauser stellte klar, dass gerade in diesen angesprochenen Bereichen am Weitsee und auf Wiesen und in Wäldern eine solche Verordnung nicht greift.

Uschi Grünbacher bemängelte einen derzeit bestehenden „grenzüberschreitenden Hundetourismus“. Für Lisa Ruh hätte eine solche Verordnung dabei eine abschreckende Wirkung. Wolfgang Hechtl schlug vor, den Ort nicht mehr als hundefreundlich zu bewerben.

Der Gemeinderat lehnte es schließlich mit einem Stimmenverhältnis von 5 : 7 Stimmen ab, die Verwaltung zu beauftragen, einen Vorschlag für den Erlass einer Verordnung gemäß dem Landestraf- und Verordnungsgesetz vorzulegen.

sh

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