Versammlung mit Bürgermeister Heigenhauser 

"Trotz vieler Investitionen, geordnete Verhältnisse"

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Mit einem Aufwand von 52.000 Euro wurde im vergangenen Jahr der Kinderspielplatz am Hallenbad erneuert, wie Bürgermeister Josef Heigenhauser bei der Bürgerversammlung berichtete.

Reit im Winkl - Bei der Bürgerversammlung am Donnerstag legte Bürgermeister Josef Heigenhauser Rechenschaft ab. Im Allgemeinen herrschen jedoch geordnete wirtschaftliche Verhältnisse bei der Gemeinde.

Auch im abgelaufenen Jahr 2016 konnte die Gemeinde Reit im Winkl wieder Schulden abbauen, und zwar um weitere 94.000 Euro. Dies berichtete Bürgermeister Josef Heigenhauser bei der sehr gut besuchten Bürgerversammlung im Festsaal. Als weiteres Beispiel für die geordneten wirtschaftlichen Verhältnisse nannte er eine erkennbare „Stabilisierung der Gewerbesteuer auf hohem Niveau“.

Viele Investitionen im Jahr 2016

Zum rückläufigen Schuldenstand sagte Heigenhauser: „Dabei ist der Schuldenabbau kein Selbstzweck, damit der Gemeinderat oder der Bürgermeister gut dasteht. Die Reduzierung geht nur, wenn gleichzeitig die Infrastruktur in Schuss gehalten wird und wichtige Investitionen durchgeführt werden können.“ Dass dies auch im Jahr 2016 in Reit im Winkl geschehen ist, belegte der Bürgermeister in seinem Rechenschaftsbericht. So informierte er über erfolgte Investitionen in die Kindertagesstätte, in die Grundschule, in die neue Wasserversorgung, in den Neuanschluss von Ortsteilen beim Abwasser, in die Gemeindestraßen und bei Grundstückskäufen.

Um dies alles zu ermöglichen, seien geordnete wirtschaftliche Verhältnisse notwendig und auch gegenwärtig. Ein Zeichen hierfür sei die Stabilisierung der Gewerbesteuer auf hohem Niveau. Mit 971.000 Euro sei im Jahr 2016 zwar ein etwas niedrigerer Betrag erzielt worden als im Jahr davor mit 1.003.000 Euro, „aber es zeigt weiterhin die gute Ertragslage unserer Betriebe. Vor fünf Jahren lagen wir noch bei einer Gewerbesteuer von 222.000 Euro.“ 

Brandschutz und Straßenbau als laufende Ausgaben 

Dies spiegle sich ebenfalls beim Anteil an der Einkommensteuer wieder, der erneut von 876.000 Euro a uf nunmehr 921.000 Euro gestiegen sei. Auch beim Kurbeitrag und beim Fremdenverkehrsbeitrag konnte Heigenhauser mit Ergebnissen von 1.138.000 Euro beziehungsweise 759.000 Euro Mehreinnahmen vermelden.

Bei den Ausgaben im Verwaltungshaushalt stellten die Personalkosten mit 2.023.000 Euro den größten Ausgabefaktor dar. Durch die auf 1.427.000 Euro stark angestiegene Kreisumlage und die auf der Einnahmenseite deutlich reduzierte Schlüsselzuweisung fehlten der Gemeinde 656.000 Euro an Liquidität gegenüber dem Haushaltsjahr 2015, die durch Einsparungen aufgefangen werden mussten. Als weitere wesentliche laufende Ausgaben nannte der Bürgermeister diejenigen für den Brandschutz, für die Grundschule, für das bayerische Kinderbildungsgesetz und für den Straßenbau.

Beliebter Wanderbus und neuer Kinderspielplatz 

52.000 Euro kostete der Kinderspielplatz, welcher im Juli 2016 eingeweiht wurde. 

In der Summe der Tourismuseinrichtungen habe der jährliche Verlust von 531.000 Euro auf 332.000 Euro reduziert werden können. Hervorragend bewährt hätten sich die beiden Verbesserungen bei der Gästekarte. „Der Wanderbus erfreute sich großer Beliebtheit, und die freie Fahrt auf die Winklmoos-Alm war letztes Jahr der Renner bei unseren Gästen“, so Heigenhauser. Die Zuführung zum Vermögenshaushalt habe mit 1.215.000 Euro auf hohem Niveau gehalten werden können, und es sei ausreichend Geld geblieben, um Investitionen zu finanzieren.

Hier nannte Heigenhauser die Erneuerung des Kinderspielplatzes am Hallenbad, die mit 52.000 Euro zu Buche geschlagen habe. Mit einem Gesamtaufwand von 169.000 Euro sei der Kaiserweg ausgebaut und wieder in einen einwandfreien Zustand versetzt worden. 

Die Vorleistungen für die Deponien „Alte Schinderlahn“ und „Auenwald Lofer“ seien zwar im vergangenen Jahr mit 49.000 Euro vollständig vereinnahmt worden, jedoch sei der bürokratische Aufwand hier enorm hoch. „U nd als ob die zwei Deponien nicht schon genug Aufwand und Belastung für die Verwaltung wären, ereilt uns nun auch noch die Aufgabe, für die dritte Deponie am Maserer Pass eine Detailuntersuchung durchzuführen“, kritisierte der Bürgermeister.

Herausragende Langlauflopien 

Im touristischen Bereich sei eine Eisstockbahn am Freibad angeschafft worden, die sich größter Beliebtheit bei Einheimischen und Gästen erfreue und von Klaus Hager mit seinem Glühweinstand bestens betreut werde. Gekauft worden sei auch eine dritte Schneekanone, da das Zeitfenster zur Schneeproduktion im Vorwinter immer geringer werde. Die Richtigkeit dieser Maßnahme hätte sich im vergangenen Winter gezeigt, als bereits vor Weihnachten nahezu fünf Kilometer Langlaufloipen angeboten werden konnten. 

Bürgermeister Heigenhauser dazu: „Viele Kommentare vor Ort, Facebook-Postings und Leserbriefe bestätigten die herausragende Arbeit des Bauhofs und unseres Loipenbeauftragten Andi Mühlberger, der zum richtigen Zeitpunkt die Schneeausbringung organisierte. In ganz Deutschland hatten wir ab 6. Dezember ein Alleinstellungsmerkmal.“

Trotz großer Investition die Gemeinde-Schulden reduziert 

Die größte Investition im letzten Jahr sei aber der Kauf des Telekom-Grundstücks am Langlaufstadion gewesen, fuhr Heigenhauser fort und erklärte dazu: „Nach jahrelangen zähen Verhandlungen konnte nun ein aus unserer Sicht akzeptabler Preis erzielt werden. Mit 650.000 Euro Kaufpreis für die 7.516 Quadratmeter Grund sowie Nebenkosten von knapp 32.000 Euro war dies sicher kein Schnäppchen, aber für die Ortsentwicklung und für Großveranstaltungen am Festsaal enorm wichtig.“

Obwohl dieser Kauf mit einer Darlehensaufnahme finanziert wurde, konnte im Jahr 2016 der Schuldenstand der Gemeinde um weitere 94.000 Euro reduziert werden und liegt jetzt bei 3.883.000 Euro, was einer pro-Kopf-Verschuldung von 1.645 Euro entspricht. Der Verschuldungsgrad aus der Differenz von Schulden und Rücklagen hat sich nach den Worten des Bürgermeisters um weitere 364.000 Euro verbessert und liegt nur noch bei 1.631.000 Euro, „G enau 7 Millionen Euro niedriger als am Ende des Jahres 2007“.

Viele Bauanträge 

Im Bauamt seien im vergangenen Jahr 48 Bauanträge bearbeitet worden, und es liefen gleichzeitig zehn Bauleitverfahren. Besonders erfreut zeigte sich Bürgermeister Heigenhauser über die Realisierung des Projekts der Firma Halton mit der damit verbundenen Entstehung neuer Arbeitsplätze und über die Investition des Pötschbauern in seinen neuen Rinderstall

Zu letzterem sagte er: „Dies ist ein Zeichen, dass die Landwirtschaft in Reit im Winkl Zukunft hat. Die Bewirtschaftung der Flächen und die Freihaltung der Almen von Verbuschung ist eine der Grundlagen für den Tourismus.“

Ausblick auf 2017

Bei seinem Ausblick auf das Jahr 2017 erwähnte Heigenhauser den Breitbandausbau, der bereits wieder an der Tiroler Straße fortgesetzt worden sei und in diesem Herbst abgeschlossen werden solle. Die kleinen Mattenschanzen würden unter Federführung des Wintersportvereins neu belegt, sobald die Zuschüsse der Verbände zugesichert sind. 

Im unteren Teil der Winklmoosstraße sollen gleich nach den Osterferien mehrere größere Abschnitte mit einem Kostenaufwand von 80.000 Euro saniert werden. Die bereits begonnene Sanierung des Kinderbeckens im Freibad werde einen Kostenaufwand von voraussichtlich 30.000 Euro verursachen.

Für den Hochwasserschutz sollen die Vorgespräche und Grundstückssicherungen soweit abgeschlossen werden, dass die jeweiligen Planfeststellungsverfahren gestartet werden können. Hier nannte der Bürgermeister den geplanten Ausbau des Hausbachs im Ortszentrum nach den bereits erfolgten Vorwegmaßnahmen und des Pötschgrabens in Entfelden. 

Über die vom Freistaat Bayern geplanten Projekte in diesen beiden Bereichen informierten mit einer aussagekräftigen Vorstellung die Vertreter des Wasserwirtschaftsamts Traunstein unter der Leitung von Hans Semmler und der beteiligten Ingenieurbüros.

sh

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