Zwei Planungsbüros gaben ein Angebot ab

"Das Ortsbild wahren und weiterentwickeln" - Reit im Winkl erstellt ein ISEK

Reit im Winkl - Zwei Planungsbüros stellten in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats ihre Angebote für die Erstellung eines „Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts“ vor. Der Gemeinderat hatte bereits in einer Sitzung im September letzten Jahres den Grundsatzbeschluss gefasst, ein solches ISEK erstellen zu lassen.

Bürgermeister Josef Heigenhauser informierte darüber, dass seit einigen Jahren ein ISEK Voraussetzung für die Inanspruchnahme von Städtebauförderungsmitteln sei. Dieses Konzept gehe der eigentlichen städtebaulichen Sanierung voraus. Es sei ein Zielkonzept und solle die Grundlage für die gesamtgemeindliche Entwicklung der kommenden 15 Jahre in den unterschiedlichen Handlungsfeldern wie Handel, Verkehr, Wohnen, Arbeiten, Freizeit und Tourismus sowie Energie und Umwelt aufzeigen.

Einen ähnlichen Planungsprozess hatte die Gemeinde nach den Worten des Bürgermeisters bereits 2006 begonnen. Damals wurden unter Einbindung der Bevölkerung mehrere Projektgruppen gegründet, die teilweise auch heute noch aktiv sind. Die Vorschläge aus diesen Gruppen wurden im Lenkungsausschuss behandelt und hinsichtlich der Umsetzung priorisiert. Ein Ergebnis war damals das „Tourismusleitbild Reit im Winkl 2020“. „Da sich mit den Kommunalwahlen 2020 ein großer Wechsel anbahnt, ist es sehr sinnvoll, die Weichenstellung für die nächsten 15 Jahre anzustoßen“, sagte Bürgermeister Josef Heigenhauser.

Zunächst hatte die Gemeindeverwaltung eine Ausschreibung durchgeführt, in der insgesamt vier geeignete Planungsbüros aufgefordert wurden, ein Angebot für ein ISEK abzugeben. Bei der Angebotsaufforderung wurde darauf hingewiesen, dass bei der Vergabe der Planungsleistungen nicht nur Augenmerk auf die Kosten gelegt wird. Wichtige Kriterien für die Auftragsvergabe könnten unter anderem auch Wettbewerbserfolge im Bereich des Städtebaues sowie ausgewählte Referenzen über die bisherige Tätigkeit sein. Zum Submissionstermin Ende April haben die zwei Planungsbüros Dragomir Stadtplanung GmbH aus München und die Schirmer Architekten + Stadtplaner GmbH aus Würzburg ein Angebot abgegeben.

Die Regierung von Oberbayern hat die beiden Angebote im Hinblick auf die Zuwendungsfähigkeit der Kosten und der Vergleichbarkeit vorab geprüft und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass die in den Angeboten aufgeführten Kosten beider Büros grundsätzlich zuwendungsfähig sind. Außerdem sei die Vergleichbarkeit der Leistungen weitgehend gegeben, trotz unterschiedlicher Schwerpunkte bei der Bürgerbeteiligung und der Abstimmung.

Martin Birgel und Agnes Bär von der Dragomir Stadtplanung GmbH sowie Professor Martin Schirmer von der Schirmer Architekten + Stadtplaner GmbH stellten ihre Entwicklungskonzepte vor. Darauf hingewiesen wurde von allen, dass die Bürger dabei stark beteiligt werden sollen. Im Vordergrund bei dem Vorhaben stehen ein lebendiges Ortszentrum und eine hohe Aufenthaltsqualität darin. „Das Ortsbild wahren und weiterentwickeln“, so steht es in einer Präsentation.

Nach dem Vergabebeschluss durch den Gemeinderat kann die Gemeinde den Zuwendungsantrag an die Regierung von Oberbayern stellen. Sobald der Bewilligungsbescheid oder die Zustimmung der Regierung vorliegt, kann die schriftliche Auftragserteilung erfolgen und das Planungsbüro mit der Arbeit beginnen.

sh

Rubriklistenbild: © Wikipedia

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