Auswirkungen wären zu umständlich gewesen

Gletschergarten und Wegkreuz sollen kein Naturschutzdenkmal werden

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Der Gletschergarten, die beiden Linden dahinter und das Wegkreuz dazwischen, genannt das Wimmerkreuz, sollen dem Beschluss des Gemeinderats zufolge nicht als Naturschutzdenkmal festgesetzt werden.

Reit im Winkl – Der Gletschergarten, die beiden Linden daneben und das Wegkreuz dazwischen, genannt das Wimmerkreuz, sollen nicht als Naturschutzdenkmal ausgewiesen werden. Der Gemeinderat stimmte in seiner jüngsten Sitzung dagegen, einen diesbezüglichen Antrag bei der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt Traunstein zu stellen.

Bürgermeister Josef Heigenhauser gab ein entsprechendes Antragschreiben des Bayerischen Landesamtes für Umwelt an die Untere Naturschutzbehörde bekannt. Danach wurde das Gletschermühlenfeld am Wimmerkreuz im Südosten von Reit im Winkl in den Geotopkataster Bayern aufgenommen. Aus der Sicht des Geologischen Dienstes ist dieses Geotop auch naturschutzwürdig, da es einmalig ist, dort ein Karrenfeld überschliffen wurde und darin Gletschertöpfe eingetieft sind. Daher beabsichtigte das Landesamt, einen Antrag auf Ausweisung des Geotops als Naturdenkmal zu stellen.

Anfang Juni fand daraufhin nach den Worten des Bürgermeisters ein Ortstermin mit dem Sachgebietsleiter Manfred Mertl und Gertrud Vogel von der Unteren Naturschutzbehörde statt. Beide hätten sich sehr angetan vom Gesamteindruck am Gletscherfeld und dem Wegkreuz mit den beeindruckenden Linden gezeigt. Sie würden den Antrag unterstützen, falls die Gemeinde als Grundstückseigentümer dies wolle. Neben der Beschreibung als Geotop und der Aufnahme in das Geotopkataster des Bayerischen Landesamtes für Umwelt wäre nach Ansicht von Mertl die Möglichkeit der Festsetzung als Naturdenkmal sinnvoll. Dies sei grundsätzlich möglich, wenn der besondere Schutz aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen oder landeskundlichen Gründen oder wegen ihrer Seltenheit, Eigenart oder Schönheit erforderlich sei.

Nur zwei Stimmen dafür

Da das Grundstück im Besitz der Gemeinde Reit im Winkl und bislang vorbildlich erhalten und gepflegt worden sei, werde eine Unterschutzstellung von Seiten des Landratsamtes nicht eigenmächtig vorangetrieben. Sollte die Gemeinde eine Unterschutzstellung als Naturdenkmal wünschen, müsse dies schriftlich beim Landratsamt Traunstein beantragt werden.

Auswirkungen einer Festsetzung als Naturdenkmal wären gewesen, dass sämtliche Maßnahmen mit der Unteren Naturschutzbehörde abgesprochen und von dieser genehmigt hätten werden müssen. Dies beträfe unter anderem auch Baumsanierungen und Neubauten der Stege. Die große Mehrheit des Gremiums vertrat die Ansicht, dass dies ein Grund sei, keinen Antrag zu stellen, dass das Gletschermühlenfeld, das Wegkreuz und die Linden als Naturschutzdenkmal festgesetzt werden. Sie stimmten bei der Abstimmung dagegen, lediglich zwei Gemeinderäte waren dafür.

sh

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