Geplant: Hotel mit Chaletdorf und Wellness-Bereich

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An der Stelle des ehemaligen Müttergenesungsheimes "Kaiserblick" in Reit im Winkl zwischen dem Zentrum und dem Ortsteil Birnbach plant ein Bauwerber ein Hotel mit einem Chaletdorf. Zugunsten der Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes gab es mehrheitlich grünes Licht vom Gemeinderat.

Reit im Winkl - Wo jetzt noch das ehemalige Müttergenesungsheim "Kaiserblick" ist, könnte schon bald neues Leben einziehen: Ein Investor plant ein großes Hotel mit Chaletdorf.

Ein Hotel mitsamt einem Chaletdorf könnte in Reit im Winkl zwischen dem Zentrum und dem Ortsteil Birnbach entstehen, zumindest entschied sich die Mehrheit des Gemeinderates in dessen jüngster Sitzung am vergangenen Dienstag zugunsten der Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes. An diesem Tagesordnungspunkt entspann sich aber eine kontroverse Diskussion, so brachten einige Gemeinderäte erhebliche Bedenken zu diesem Großprojekt zum Ausdruck.

Das Hotel soll anstelle des ehemaligen Müttergenesungsheimes "Kaiserblick" gebaut werden, einem großen Anwesen an der Birnbacher Straße, das seit 2005 leer steht und zunehmend verfällt. Zuletzt war das Gebäude als Aussiedlerwohnheim genutzt worden.

In einem längeren Anschreiben an die Gemeindeverwaltung skizzierte die "Moravia Alpendorf Winklalm GmbH", einer Gesellschaft mit Sitz in Berlin, ihr Bauvorhaben: Zunächst soll an der Nordseite des mit einer Fläche von 10000 Quadratmetern angegebenen Areals ein Hotel gebaut werden, insgesamt sind hier 78 Betten geplant. Des Weiteren sollen südlich vom Hotel aus neun Chalets rund um einen Teich entstehen, sie bieten jeweils Platz für vier Personen. Das gesamte Angebot ergänzen werden ein Wellnessbereich, ein Restaurant, Räumlichkeiten für Seminare und eine Tiefgarage mit 41 Stellplätzen.

Nachdem das potenzielle Baugebiet derzeit von der Birnbacher Straße durchschnitten wird, ist ferner angedacht, diese Ortsteilverbindungsstraße auf einer Strecke von etwa 150 Metern in südliche Richtung zu verlegen. Dass ausgerechnet diese Fläche als möglicher Standort für ein Hotelprojekt in Frage kommt, hat eine längere Geschichte: So war das Areal 2008 in den Hotelentwicklungsplan der Projektgruppe Chiemgautourismus aufgenommen worden. Seither waren die Besitzer, eine Erbengemeinschaft, bemüht darum, einen Investor für ein Hotelprojekt zu akquirieren.

Der scheint gefunden zu sein, auch wenn einige Voraussetzungen nicht ideal erscheinen, wie einige der Räte in ihrer Sitzung befanden. So bezweifelte Zweiter Bürgermeister Andreas Heigenhauser (CSU), ob dieser Tagesordnungspunkt "zu diesem Zeitpunkt überhaupt behandelt" werden könne. Er wandte ein, dass die Straße viel zu nah an den möglicherweise kommenden Bauten vorbei führe, er sah hier ferner "Konfliktpotenziale" mit Anwohnern und mahnte an, dass die Gemeinde jederzeit die Kontrolle über das Planungsverfahren haben müsse.

Bürgermeister Josef Heigenhauser (Freie Wähler) sah hier keine gravierenden Hindernisse, die Gemeinde behalte hier freilich die Hoheit, außerdem sehe aufgrund des zunehmenden Verfalls des "Kaiserblicks" Handlungsbedarf in Richtung Hotelbau.

Rudi Wolfenstetter (Freie Wähler) wandte demgegenüber ein, die Gesamtfläche "ist viel zu klein für ein solches Projekt, das haut nicht hin." Wolfgang Hechtl (ebenfalls Freie Wähler) wies darauf hin, dass möglicherweise die Besitzverhältnisse der in Frage kommenden Grundstücke noch nicht geklärt seien, dies erschwere potenzielle Expansionsbemühungen in der Zukunft.

Auch Andreas Mühlberger bedauerte, dass das Grundstück eigentlich einen "ungünstigen Zuschnitt" für dieses Projekt habe. Demgegenüber wandte Uschi Grünbacher ein, "dass Investoren nicht Schlange stehen, wir können doch froh sein, dass hier endlich etwas passiert".

Auch Bürgermeister Josef Heigenhauser unterstützte nachdrücklich das Vorhaben: "Wir können doch nicht seit Jahren sagen, wir wollen mit dieser Fläche in den Hotelentwicklungsplan aufgenommen werden. Und jetzt, wo sich ein solches Projekt anbahnt, wollen wir das ablehnen mit der Begründung: Das haben wir nicht so gemeint?"

Standort ein ganz besonderer Platz

Andreas Heigenhauser brachte am Ende der ausführlichen Diskussion zum Ausdruck, dass dieser Standort für Reit im Winkl aufgrund seiner Lage ein ganz besonderer, ein besonders kostbarer Platz sei.

Ob anstelle des ehemaligen Müttergenesungsheimes tatsächlich ein Hotel samt Chaletdorf entstehen wird, dies sei ein langer Weg, es gelte "viele Hürden zu überwinden", so Bürgermeister Josef Heigenhauser.

Eine Hürde hat das Verfahren aber bereits überwunden. Bei zwei Gegenstimmen votierten elf Gemeinderäte am vergangenen Dienstagabend zugunsten der Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes.

ost

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