Musikalisches Feuerwerk der Lebensfreude

LaBrassBanda starten Tour durch 27 bayerische Biergärten

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Begeisterten auf der Hindenburghütte mit einem musikalischen Feuerwerk voller Lebensfreude (von links): Korbinian Weber, Stefan Dettl, Manuel Winbeck (verdeckt), Manuel da Coll, Fabian Jungreithmayr, Stefan Huber und Jörg Hartl.

Reit im Winkl - Auf 1.260 Meter Höhe starteten LaBrassBanda zu ihrer Tour durch 27 bayerische Biergärten.

Die coronabedingte Zwangspause war hart, jetzt geben Stefan Dettl und seine sechs Bandkollegen von LaBrassBanda wieder Vollgas: Auf der Hindenburghütte in Reit im Winkl (1.260 Meter Seehöhe) startete die Brass-Pop-Combo aus dem Chiemgau zur Tour de Force durch 27 bayerische Biergärten. 


„Wir freuen uns so unfassbar, dass wir wieder spielen und mit euch feiern können“, begrüßte Frontmann Dettl die rund 200 Zuschauer. Mit Klassikern wie „Ringlbleame“ und „Autobahn“ oder „Nackert“ brachte das Septett das Publikum im Almbiergarten mit Chiemseeblick schnell auf Betriebstemperatur. Nur das diesmal das enge, schwitzende, ausgelassene „Danzn“ – so der Titel der erstmals öffentlich präsentierten neuen CD – in geordneten Bahnen verlaufen musste. 

LaBrassBanda starten Tour durch 27 bayerische Biergärten

 © Axel Effner
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Sogar die Blasinstrumente trugen Hygienemasken

 „Also am besten bleibt jeder auf seinem Platz und schaut auf den anderen, damit wir in dieser besonderen Zeit und besonderen Situation sicher sind“, erklärte Dettl. Auch nach über zehn Jahren und beim mittlerweile zwölften Album weiß LaBrassBanda mit ihrer unkonventionellen Mischung aus Ska, Brass-Techno, Reggae-Klängen, Disco und Balkan-Beat immer noch zu überraschen. 

Beim neuen Song „Discobauer“, auf den das CD-Logo einer Kuh mit Discokugel anstelle einer Glocke verweist, mischen sich gesellschaftskritische Töne mit locker-flockigen Discobeats. Warum nicht mal zu Omas Krautsalat greifen anstelle von Avocado-Toast, fragen Dettl und Co. Und hinterfragen so das eigene Konsumverhalten im Zeichen von Umweltschutz und Nachhaltigkeit. 

Mit einer „Monster-Bassline“ ging es im neuen Song „Kaffee vs. Bier“ weiter, der die mitwippenden Zuhörer in frivole Abenteuer im nächtlichen Landshut entführte. Im dazu passenden Videoclip mischt interessanterweise auch der Bräu einer Traunsteiner Brauerei ordentlich mit. Dass man auch mit Handicap tanzen und „scharfe Chicks“ aufreißen kann, belegte das erstmals öffentlich präsentierte Stück „Gipshax“ mit temporeichen Beats. 

Im gut 30 Minuten dauernden Auftritt entfesselte Stefan Dettl auf der Hindenburghütte zusammen mit Jörg Hartl (tp), Korbinian Weber (tp), Manuel Winbeck (pos), Stefan Huber (Tuba), Fabian Jungreithmayr (b) und Manuel da Coll (dr) ein wahres Feuerwerk der Lebensfreude. Dettls Liebe für Oldtimer-Klassiker huldigte die Band direkt im Anschluss bei der Fahrt zu ihrer nächsten Station in Übersee. 

Exklusiv hat für die Tour hat der ADAC einen VW Käfer, einen VW Bully und einen Oldie-Tourbus zur Verfügung gestellt. Neben Auftritten beim legendären Chiemsee-Reggae hatte die Band in Übersee in ihrer Frühzeit lange Zeit im alten Matador-Studio eine Heimatbasis und bereitete in ihrer „wilden Zeit“ die ersten größeren Touren von dort aus vor. Daran erinnertnicht zuletzt das Album „Übersee“.

 Beim Auftritt im Almdorado Biergarten begrüßten die vornehmlich in Tracht gekleideten Zuschauer, darunter viele junge Leute, die Barfuss-Band mit lautem Jubel. Ihre überschäumende musikalische Lebensfreude soll LaBrassBanda noch bis Donnerstag auf der 1.750 Kilometer langen Tour durch Bayerns Biergärten begleiten. 

Mit ihrer Referenz an die Orte weißblauer Lebenskultur, an junge Bands und das Kulturleben überhaupt versprühen die sieben Musiker Hoffnung in schweren Zeiten. So ganz nebenbei wollen sie mit ihrer Parforce-Tour auch einen neuen Weltrekord für Biergarten-Konzerte aufstellen, wie Dettl zwinkernd verrät.

Axel Effner

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