Versorgung durch Naturwärme

Vorreiterrolle für Reit im Winkl

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Gute Nachrichten aus Reit im Winkl: Die Wärmeversorgung der Gemeinde läuft nur noch über erneuerbare Ressourcen.
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Reit im Winkl - Das ist doch mal eine wirklich gute Nachricht! Die Gemeinde konnte ihren Bedarf an fossilen Brennstoffen in der Wärmeversorgung auf Null reduzieren!

Die Gemeinde Reit im Winkl ist an der Naturwärme Reit im Winkl GmbH & Co. KG beteiligt. Das ist erlaubt, weil die Gemeinde damit einen öffentlichen Zweck erfüllt - nämlich die Wärmeversorgung der Einwohner. 

Und das offenbar mit großem Erfolg, das geht aus einem Bericht an die Teilnehmer der jüngsten Sitzung des Gemeinderates hervor. Denn der Ort sei die erste Gemeinde in ganz Deutschland, die ganzheitlich in der Wärmeversorgung auf nachwachsende Rohstoffe setze, schreibt das Traunsteiner Tagblatt. 

Laut dem Bericht ist es das Ziel, 8800 Tonnen Kohlenmonoxid und vier Millionen Liter Heizöl einzusparen. Gerade für den Höhenluftkurort sei die schadstoffarme Verbrennung des Holzes ein großer Vorteil, so die Zeitung weiter. Die Gemeinde selbst ist mit 256.000 Euro an der Naturwärme beteiligt. Im Jahr 2016 fuhr der Betrieb einen Überschuss von 141.000 Euro ein. 

Moderne Pufferspeicher-Anlage nachgerüstet

Bereits 2016 wurde das Biomasseheizwerk mit einer Pufferspeicher-Anlage ausgerüstet. "Die Erwartungen an die neue Pufferspeicher-Anlage am Biomasse-Heizwerk wurden mehr als übertroffen.“ Dies gab Andreas Heigenhauser, der Geschäftsführer der Naturwärme Reit im Winkl, damals in einer Pressemeldung bekannt.

Die Erwartungen waren von Anfang an hoch. Nicht nur eine wesentliche Verbesserung des Heizbetriebes - vor allem zur Abdeckung der kalten Wintertage, sondern auch die Reduzierung der fossilen Energieträger versprach sich das Bürgerheizwerk schon vor zwei Jahren von den beiden gut 13 Meter hohen Stahlbehältern. 

Die Planungen zu den zwei Speichern begannen schon im Jahr 2015, auch der Gemeinderat stimmte der Erweiterung des Kraftwerkes einstimmig zu. „Die hohe Verfügbarkeit des Heizwerks spricht für das professionelle und ausgereifte Betriebskonzept. Aufgrund der vielen Neuanschlüsse in den vergangenen Jahren, zuletzt mit dem Ortsteil Blindau und dem Hotel Gut Steinbach, sind kurzfristige Leistungsspitzen deutlich mehr geworden.“, war Heigenhauser schon damals überzeugt. 

Ein erster Belastungstest

Pünktlich zur Heizsaison 2015/2016 nahmen die neuen Pufferspeicher den Betrieb auf. Mit Hilfe der Neuinvestition konnten schon damals bis zu 1200 Liter Heizölgleichwert pro Tag und damit weitere 80 000 bis 100 000 Liter Heizölgleichwert pro Jahr durch den umweltfreundlichen und regionalen Rohstoff Holz ersetzt werden. Die Bedarfsspitzen im Winter, die durch den Flüssiggas-Heizkessel gedeckt wurden, trotz einer ganzen Reihe von Neuanschlüssen im Jahr 2015 nochmals deutlich reduziert werden.

Um die Speicher auch wirklich optimal zu beladen, war eine umfangreiche und leistungsfähige Steuerung notwendig. Die dazugehörige Software basiert auf den jahrelangen Betriebserfahrungen der Mitarbeiter des Heizwerks. Lastschwankungen am Heizwerk werden reduziert, oder sogar komplett vermieden. Eine nochmals verbesserte Verbrennung in der Holzfeuerung war das Ergebnis. 

kil/Josef Hauser

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