Reit im Winkler Polizei zweifelt am gesunden Menschenverstand

"Haarsträubend": Diese Skistrecke wollte ein Urlauber mit dem SUV hinauf

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Die Hahnfilzenabfahrt zwischen der Winklmoos-Alm und Seegatterl bei Reit im Winkl wird vor allem von Langläufern genutzt. Trotz eindeutigem Verbotsschild war ein Urlauber hier am Samstag mit dem Auto unterwegs und fuhr sich fest. 

Reit im Winkl - Früher kannte man bei der Polizei das Problem kaum, doch jetzt werden die Vorfälle immer wilder: Ein Urlauber, der die Skiabfahrt von der Winklmoos-Alm mit dem Auto hinauffahren wollte, sorgt für Kopfschütteln bei den Beamten.

Teils tiefer Schnee, ein eindeutiges Verbots-Verkehrsschild und Skisportler auf der Strecke: Einem Urlauber aus Sachsen-Anhalt war all das wohl egal - mit dem Auto wollte er am Samstag trotzdem die Abfahrt von Seegatterl zur Winklmoos-Alm hinauffahren. Nach drei Kilometern fuhr er sich fest und musste in einer großen Abschleppaktion befreit werden. 


Wenig Einsicht, umso mehr Selbstüberschätzung

"Bei sowas fehlt es wirklich am gesunden Menschenverstand", äußert sich jetzt Franz Freimoser von der Polizeistation Reit im Winkl gegenüber chiemgau24.de. Schon im vorigen Winter wollten Urlauber zweimal die Langlaufloipe zwischen Reit im Winkl und Ruhpolding mit dem Auto als Abkürzer nehmen, doch der neueste Fall aus Seegatterl übertrifft auch diese Geschichten

Autofahrer auf Skipisten - für Polizist Freimoser ein "neues Phänomen": Bis 2019 habe er solche Fälle in den Jahren zuvor nie erlebt. "Bei manchen fehlt es an der Einsicht, dazu kommt Selbstüberschätzung. Die wollen mit Biegen und Brechen ihren Willen durchsetzen", sucht der Beamte nach einer Erklärung. Manche würden sich auch blind auf ihre Navis verlassen, "die waren früher nicht so ausgereift". Aber angesichts der eindeutigen Verbots-Beschilderung sei auch das eine "haarsträubende Erklärung". 


"Eine Mordsaktion, den wieder herauszubekommen"

Mit einem SUV Dacia Duster sei der 55-jährige Urlauber am Samstag unterwegs gewesen. Nach drei Kilometern blieb er an einem Steilstück hängen. "Das war eine Mordsaktion, den wieder herauszubekommen", erzählt Freimoser, "mit einem Pick-Up und einem Abschlepper wurde da hingewerkt". Die Abschleppkosten muss der Mann selbst zahlen, die 20 Euro Verwarnungsgeld wegen "Befahren einer gesperrten Straße" werden da vergleichsweise gering ausfallen. 

Der Reit im Winkler Polizist spricht ohnehin von Glück, dass nicht Schlimmeres passierte: "Wenn es blöd läuft gibt es Verletzte, wenn ein Skifahrer in das Auto kracht" - die Strecke, die sogenannte Hahnfilzenabfahrt, war geöffnet und ist die offizielle Piste für Langläufer. Bei der Polizei hofft man derweil nur, dass solche Fälle hoffentlich wieder der Vergangenheit angehören.

Anmerkung der Redaktion: In der ursprünglichen Fassung dieses Artikel stand, dass der Urlauber die Schwarzloferabfahrt hinauffahren wollte. Hier wurden wir leider falsch informiert. Tatsächlich hat der Urlauber die Hahnfilzenabfahrt befahren.

xe

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