Mit Hilfe von polnischen Experten

Schon wieder Schafe gerissen: Tiroler wollen Wolf jetzt suchen - und ihn mit Sender ausstatten

Reit im Winkl/ Kössen - Seit mehreren Monaten werden immer wieder Schafe bei Reit im Winkl und Kössen gerissen. Ein Wolf wird hinter der Wilderei vermutet. Nun soll er eingefangen und mit einem Sender versehen werden.

Mehrere Schaffe wurden in den letzten Monaten bei Reit im Winkl von einem wilden Tier gerissen, auch bei Kössen wurden tote Tiere aufgefunden. DNA-Tests ergaben, dass es sich vermutlich um das selbe Raubtier, zumindest aber die selbe Tierart handelt. Die DNA stimmt mit einem Haplotyp überein, der auf Wolfsgruppen in Südeuropa, etwa Slowenien oder Kroatien, hinweist. Der Haplotyp kommt allerdings auch bei Mischformen wie dem Wolfshund vor. Ein endgültiges Ergebnis wird noch einige Wochen auf sich warten lassen, da die Spezifizierung sehr aufwendig ist. 


Sender soll Wolfs-Problem lösen

In der Zwischenzeit wollen verantwortliche aber nicht tatenlos zusehen, wie das Weidevieh in der Grenzregion gerissen wird. Allein im Tiroler Oberland sind bereits 20 Tiere einem Wolf zum Opfer gefallen. Am Montag, den 20. Juli wurden bei Kitzbühel fünf weitere Schafe getötet, vier weitere in Kössen und eines in Walchsee. 

Nun soll der Wolf eingefangen und mit einem Sender ausgestattet werden, berichtet die Tiroler Tageszeitung. Landeshauptmannstellvertreter Josef Geisler (ÖVP) berichtete demnach, dass sich polnische Experten mit Betäubungsgewehren auf die Jagd nach dem Räuber machen werden, um den Tracker anzubringen. Kein leichtes Vorhaben, da wölfe notorisch schwer einzufangen sind, weiß Walter Arnold, Leiter des Forschungsinstitutes für Wildtierkunde und Ökologie an der Veterinärmedizinischen Universität Wien. 


Sollte der Versuch missglücken, wird eine "Entnahme" des Wolfes wohl der nächste Schritt, so Geisler. 

jv

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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