Skischaukel vom Heutal zum Gebiet Winklmoos

Skischaukel wenig sinnvoll

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Winklmoos/Unken - Eine Skischaukel vom Heutal zum Gebiet Winklmoos/Steinplatte? Gerüchte? Halbwahrheiten? Konkrete Pläne? Eine aktuelle Studie spricht gegen ein solches Vorhaben.

Immer wieder ist von Bestrebungen einiger Politiker und Unternehmer der Gemeinde Unken im Salzburger Land zu hören, welche die Errichtung einer Skischaukel vom Heutal zum Gebiet Winklmoos/Steinplatte zum Ziel haben. Gerüchte? Halbwahrheiten? Konkrete Pläne? Genauso hartnäckig wie sich diese Meldungen immer wieder verbreiten, genauso aufmerksam und konsequent bemüht sich seit Jahrzehnten die "Aktionsgemeinschaft zum Schutz der Saalforste und des Sonntagshorns e.V." darum, dieses sensible Gebiet vom Gimplingsattel bis zur Winklmoos den Bestrebungen der Erschließung für den Wintersport-Tourismus zu entziehen.

Jetzt sieht sich die Schutzgemeinschaft in ihrer Grundüberzeugung neuerlich bestätigt: Der Deutsche Alpenverein hatte an der Universität Innsbruck eine Studie in Auftrag gegeben, Thema: "Auswirkungen des Klimawandels auf die Skigebiete im bayerischen Alpenraum". Tenor des Arbeitspapiers: Die Nutzung einer solchen Region sei ökologisch und wirtschaftlich wenig sinnvoll.

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Wesentliche Erkenntnisse daraus hat die Vorstandschaft der Schutzgemeinschaft vor wenigen Tagen dem Unkener Bürgermeister in einem offenen Brief zur Kenntnis gebracht. Aufgelistet haben dabei die Unterzeichner, der Vorsitzende der Gemeinschaft, Dr. Wolf Guglör, die stellvertretende Vorsitzende Claudia Till sowie der Schriftführer Rudolf Till aber auch touristische Alternativen, welche angesichts der Veränderungen durch Klimawandel ihrer Ansicht nach zukunftsweisender seien.

Der Studie zufolge verkürze sich in absehbarer Zeit die Schneesicherheit insbesondere auf südseitigem - wie dem beschriebenen - Gelände um fünf Wochen, eine schneesichere Lage erhöhe sich um 600 Meter, kontinuierlich steige der Bedarf an Kunstschnee, was mit einem hohen Energie- und Wasserbedarf einhergehe. Dies ziehe zudem die Schaffung einer entsprechenden Infrastruktur nach sich. "Der Ressourcenverbrauch ist aus ökologischer Sicht als negativ zu bewerten".

Schließlich werde der Studie zufolge wesentlich sinnvoller sein, das "touristische Angebot in den nächsten Jahrzehnten umzustellen - weg vom rein schneebasierten Angebot hin zu einem breiteren, schneeunabhängigen Angebot." Diese Aussagen, so schlussfolgern die Mitglieder der Aktionsgemeinschaft, gelten insbesondere auch für die Region von der Finsterbachalm über das auf knapp 1800 Meter hoch gelegene Dürrnbachhorn bis hin zur Winklmoosalm, insbesondere, da es sich hier um südlich ausgerichtete Hänge handelt.

Fast genauso hoch ist der Unternberg im benachbarten Kössen - hier sorgen derzeit 35 Schneekanonen für relative Schneesicherheit. In Kürze schon soll die Anzahl dieser Schneekanonen verdoppelt werden, um auch in einem wärmeren - wie dem derzeitigen - Winter für Skisportler ein entsprechendes Gelände vorhalten zu können.

Um aber auch Perspektiven angesichts der in der Studie angeführten Prognosen anbieten zu können, werden in dem Brief an die Gemeinde Unken eine Reihe von touristischen Alternativen beschrieben, die dieser klimatischen Entwicklung mit seinen Auswirkungen Rechnung tragen sollen. Von nachhaltigen Konzepten für sanften Tourismus ist da die Rede, für Bergsteiger und Naturliebhaber etwa. Man solle sich im Winter nicht darauf konzentrieren, dass man Wintersport dann anbieten könne, wenn die meisten Gäste kommen, wie in der Zeit nach Weihnachten etwa, sondern dann, wenn Schnee eben vorhanden sei.

Beispielgebend für ein Umdenken sei das Bergsteigerdorf Villgraten in Osttirol, so schließen die Unterzeichner ihren offenen Brief. Dort werbe man mit dem Slogan: "Kommen Sie zu uns, wir haben nichts". Ausgebucht seien sie trotzdem oder vielleicht gerade deshalb.

ost

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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