"Zum Stoana": Zunkunft ungewiss

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Um das Gasthofgebäude energetisch sanieren zu können, will der Wirt zwei Grundstücke verkaufen. Allerdings liegen die im sogenannten Außenbereich, in dem eine Bebauung laut Bürgermeister Josef Heigenhauser "äußerst schwierig bis unmöglich" ist.

Reit im Winkl - Immer wieder mussten im Bergort alteingesessene Betriebe schließen. Auch das Gasthaus "Zum Stoana" kann offenbar eine Sanierung nicht mehr alleine finanzieren.

Immer wieder mussten und müssen im Bergort Reit im Winkl traditionsreiche, alteingesessene Betriebe schließen - die Neubauer-Säge in Entfelden etwa oder der Blaserwirt im gleichen rtsteil oder erst vor Kurzem das Früchtegeschäft Hahn im Zentrum. Auch das Gasthaus "Zum Stoana" im Ortsteil Birnbach kann offenbar eine dringend notwendige Gebäudesanierung aus eigener wirtschaftlicher Kraft nicht mehr finanzieren und so fürchtet der Familienbetrieb um seine Existenz als Gastwirtschaft.

Der jetzige Besitzer, Wilhelm Schwarz, gibt zwar an, dass mit einer Schließung in absehbarer Zeit "eher nicht" zu rechnen sei, "aber das kann auch ganz schnell gehen, das kann man nie so genau sagen." Zu schaffen macht dem gelernten Koch dringender Reparaturbedarf am gesamten Gebäude, insbesondere müsste die Gastwirtschaft - eine Institution in Reit im Winkl - dringend energetisch saniert werden. Wohl auf mehrere 100.000 Euro schätzt Schwarz den Finanzbedarf - doch woher soll das Geld kommen?

Aus Grundstücksverkäufen, hofft er. Deshalb bat er bei der Gemeinde schriftlich darum, dass zwei Grundstücke in nördlicher Richtung zur Gastwirtschaft gehörend als Bauparzellen ausgewiesen werden. Kurz vor Weihnachten hatte nun der Gemeinderat über diesen Tagesordnungspunkt zu befinden. Bei sechs Befürwortungen stimmten neun Gemeinderäte nach längerer Diskussion gegen diesen Antrag auf Baulandausweisung.

Das Problem bei der Ausweisung sei die Situierung der Grundstücke, hieß es. Sie befinden sich im Außenbereich und außerhalb jeglicher Baulinie, die Fläche wird derzeit als Stellplätze für Wohnmobile genutzt. "So gerne wir auch helfen wollten", erklärte im Verlauf der Sitzung Bürgermeister Josef Heigenhauser. Aber hier sei eine Bebauung mit Wohnhäusern "äußerst schwierig bis unmöglich".

Eine Haltung, der sich einige Gemeinderäte nicht anschließen wollten. "Solch eine Gaststätte ist für das Leben in einem Ortsteil unheimlich wichtig", befand beispielsweise Martin Wilhelm (CSU). "Wenn es hier irgendeine Möglichkeit der Unterstützung gibt, müssen wir das zumindest probieren." Auch andere Gemeinderäte suchten nach Lösungen, indem das Baufenster verschoben wurde etwa. Angeregt wurde aber auch eine größerflächige Ausweisung von Bauland unter Einbeziehung mehrerer Bauparzellen, um so eine Ortsabrundung zu erreichen. Aber in der beantragten Form konnten sich die Befürworter des eigentlichen Antrags nach eingehender Diskussion nicht durchsetzen.

"Dies ist halt insbesondere als Signal für das Landratsamt sehr ungünstig", erklärte zu dem Beschluss wenige Tage nach der Sitzung Antragsteller Willi Schwarz. Für ihn ist das Thema allerdings längst noch nicht vom Tisch. Anfang Januar wolle er mit den zuständigen Behörden im Traunsteiner Landratsamt in Gesprächen nach Möglichkeiten suchen, um den Plan dennoch realisieren zu können. "Wir müssen das Gebäude dringend energetisch sanieren, da die Heiz- und Energiekosten in den vergangenen Jahren enorm gestiegen sind, das kann man sich auf Dauer nicht leisten." Im äußersten Fall müsse die Gaststätte, die einzige in Birnbach - seit etwa 80 Jahren wird sie betrieben - zu einem Wohnhaus mit Eigentumswohnungen umgewandelt werden. Das mag sich Besitzer Schwarz aber nicht wirklich vorstellen: Birnbach ohne das Gasthaus "Zum Stoana".

ost/Chiemgau-Zeitung

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