„Gut Steinbach“ - eine große Vision

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Reit im Winkl - Der „Steinbacher Hof“ heißt jetzt "Gut Steinbach" und ist kaum wiederzuerkennen - und es wird sich noch viel mehr tun. Der Besitzer stellte jetzt sein Großprojekt vor.

Es ist - verglichen mit dem ursprünglichen, wuchtigen Gebäude innen und außen - kaum wiederzuerkennen, das Hotel „Steinbacher Hof“, das in den vergangenen Jahren mit Millionenaufwand erneuert worden ist, was sich auch in einer neuen Namensgebung widerspiegelt: Dieser Tage wurde das „Gut Steinbach“ neu eröffnet und am vergangenen Wochenende einer breiten Öffentlichkeit präsentiert.

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So kamen am Sonntag zum „Herbstfest“ den ganzen Tag über viele hundert interessierte Besucher aus Reit im Winkl und auch von den umliegenden Ortschaften auf das Hochplateau unweit des Ortsteils Blindau. Am Tag zuvor hatte der neue Besitzer, der Unternehmer Klaus-Dieter Graf von Moltke, rund 20 eigens geladenen Journalisten in einer Pressekonferenz seine Vision vom Gesamtkonzept „Gut Steinbach“ erläutert. Und dabei hatte sich von Moltke freilich nicht nur auf die vor kurzem abgeschlossene Modernisierung des bestehenden Vier- Sterne-Hotels beschränkt, denn dies ist für ihn nur eine Durchgangsstation:

Um das Hauptgebäude, das „Mutterschiff“, sollen ein Feriendorf und ein Almdorf entstehen, insgesamt 16 Häuser für private und touristische Nutzung. Mit dieser größten Baumaßnahme eines einzelnen Unternehmers in der Geschichte des Dorfes würde in Reit im Winkl ein komplett neuer Ortsteil entstehen.

Von Anfang an unterstützt hatte der Gemeinderat dieses Großprojekt, zumal man sich seit Jahren nach der Ansiedelung eines zeitgemäßen Mehrsterne-Hotel sehnt, alle wesentlichen Entscheidungen hatte der Gemeinderat in dieser Hinsicht einstimmig gefasst. Und auch für Graf von Moltke war es seit seinem Kauf des Steinbacher Hofs im Jahr 2011 ein wesentliches Anliegen, den Ort nicht nur von seiner ehrgeizigen Idee zu überzeugen, sondern so weit wie möglich auch einzubinden.

Dies zeige sich beispielsweise darin, dass der Umbau weitgehend von Reit im Winkler Betrieben durchgeführt worden sei: 4,5 Millionen habe er bislang investiert, allein 3,6 Millionen seien davon im Ort geblieben, wie er erläutert.

Präsentation "Gut Steinbach"

Doch die Wiederbelebung des Haupthauses ist für Hotelier von Moltke erst der Anfang: In einem Hoteldorf sind neun stattliche Höfe geplant und um einen Seerosenteich sieben weitere, kleinere Häuser, das Almdorf. Von mehr als 30 Millionen an Investitionssumme spricht von Moltke, weswegen die meisten dieser Häuser verkauft werden sollen, um die Investition refinanzieren zu können.

Doch von Moltke, der am Tegernsee seit über 20 Jahren ein hochklassiges Hotel mit 230 Betten betreibt, geht es längst nicht nur um ein Bauprojekt: Rund 50 Hektar Land hat er zusammen mit dem damaligen Steinbacher Hof erworben, Grünland, Waldfläche. Auf seinen Auftrag hin beschäftigt sich derzeit ein Agraringenieur mit der Frage, wie kleinere Flächen davon zu nutzen seien: Allerlei Kleintier und besondere Pflanzen will also Christoph Poschenrieder ansiedeln, Hochbeete, Streuobstwiesen, worüber er gleichzeitig auch seine Doktorarbeit schreibt.

Auch sollen schon bald im eigenen Wald Bäume gefällt werden, aus deren Holz er Baumaterial für die künftigen Bauten gewinnen will. Dazu zählen auch noch ein landwirtschaftliches Betriebsgebäude und eine Almgaststätte für „stilvolle, authentische Feiern“.

Je länger sich von Moltke mit seinen Gästen anlässlich der Pressekonferenz, aber auch im Rahmen des „Herbstfestes“ beschäftigt, umso mehr Ideen rund um das Gut Steinbach weiß er zu ergänzen: Von einer Kapelle spricht er, von einer Hochalm, von speziellen medizinischen Angeboten, ein vielteiliges Puzzle ist dieses Gut Steinbach für Klaus-Dieter Graf von Moltke.

Ob es in der geplanten Dimension entstehen kann, steht aber auch trotz demonstrativem Optimismus nicht fest: Derzeit prüft das bayerische Finanzministerium die Frage, ob das Vorhaben mit den Anforderungen des Landesentwicklungsplanes in Einklang zu bringen ist, also wie viel Neuansiedlung verträgt ein Ort.

Von Moltke allerdings hofft fest, dass im kommenden Frühjahr Planungsreife vorliegt und bis zur Wintersaison 2014/15 bereits ein großer Teil dieses neuen Reit im Winkler Ortsteils rund um das Gut Steinbach bereits fertig gestellt sein könnte.

Von seiner Vision jedenfalls wusste der zielstrebige, ehrgeizige Unternehmer sowohl die Gäste des Herbstfestes, wie auch die Medienvertreter zahlreichen Äußerungen zu Folge zu überzeugen.

ost

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