Reit im Winkl: Hilfe für bedrängten Tourismusverband Oberbayern

Räte kritisieren Forderung

Reit im Winkl - Die Gemeinde muss sich für eine Zahlung an den Tourismusverband München Oberbayern verpflichten. In der Sondersitzung des Gemeinderats war man empört:

Für einen gewissen Unmut sorgte unter den Reit im Winkler Gemeinderäten eine E-Mail, die sie von Bürgermeister Josef Heigenhauser mitten in der sitzungsfreien Zeit im August erhalten hatten. Darin wurden sie darüber informiert, dass auch die Gemeinde den in Bedrängnis geratenen Tourismusverband Oberbayern (TVMO) mit einer Sonderzahlung unterstützen müsse. In ihrer Sitzung am vergangenen Dienstag nun wurde über diese Einmalzahlung von 4610 Euro ein offizieller Beschluss gefasst. Einige Gemeinderäte stellten aber kritische Nachfragen oder äußerten ihren Unmut.

Bürgermeister Josef Heigenhauser erläuterte kurz, weshalb dem TVMO kurzzeitig die Insolvenz drohte: So war die Finanzierung von mehreren EU-Projekten kurzfristig ausgesetzt worden, von Missmanagement und Ungereimtheiten beim TVMO war die Rede. Bevor die EU-Fördermittel wieder bereitgestellt werden könnten, müssten alle Vorgänge genauestens geprüft werden, wie einem Schreiben des Ersten Vorsitzenden des Verbandes, Christoph Hillenbrand, gleichzeitig Präsident der Regierung von Oberbayern, zu entnehmen war. Zur Überbrückung für die Dauer der umfassenden Prüfung erbat Hillenbrand von allen Mitgliedern einen Gesamtbetrag von 250000 Euro.

"Was ist, wenn dieser Betrag dann doch nicht reicht", wollte Andreas Mühlberger (Freie Wähler) wissen. "Bekommen wir dann wieder eine E-Mail mit der Nachricht, dass wir wieder über 4000 Euro bezahlen müssen?"

"Ist das Geld verloren, wenn der Verband tatsächlich in die Insolvenz gehen sollte", gab ein weiteres Mitglied des Gemeinderats zu bedenken. Michael Neumaier (Freie Wähler) stellte die Verbindung des Ferienortes mit dem TVMO grundsätzlich in Frage. "Was hat Reit im Winkl eigentlich konkret von dieser Mitgliedschaft, welchen Zweck hat dieser Verband für uns in Zukunft?" Und: "Ich meine auch, dass hier von Seiten der Führung die Aufsichtspflicht vernachlässigt wurde", so Neumaier weiter.

Über diese Fragen werde zu einem späteren Zeitpunkt zu diskutieren sein, erklärte dazu Bürgermeister Heigenhauser. Der Tourismusort habe aber auch bei einigen Projekten wie dem Bau der Umlaufseilbahn in Seegatterl stark von der Zusammenarbeit mit dem Tourismusverband Oberbayern profitiert, für den die Gemeinde einen jährlichen Beitrag von knapp 10000 Euro leistet.

ost/Chiemgau-Zeitung

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