Rote Karte für die "Rote Tafel"

+
Da das Landratsamt die Genehmigung für die "Deponie beim Rottafelmais" nicht verlängert hat, wurde sie in diesem Sommer geschlossen. Nun muss Traunstein über eine beantragte Alternative befinden.

Reit im Winkl - 25 Jahre lang war sie in Reit im Winkl Lagerplatz für Bauschutt, jetzt wurde von Seiten des Landratsamtes die Genehmigung für die "Deponie beim Rottafelmais" nicht mehr verlängert. Doch wohin nun mit Bauschutt und Erdaushub?

Um dieses Material wenigstens zwischenlagern zu können, beantragte das Reit im Winkler Fuhrunternehmen Günter Dirnhofer beim Gemeinderat, am Donnersgattern ein Lager bis maximal 100 Tonnen zu befürworten.

"Die gesetzliche Grundlage für den Betrieb einer Bauschuttdeponie haben sich geändert", erklärt Thomas Karrasch, Ingenieur im Landratsamt Traunstein, Abteilung Immissionsschutz und Abfallrecht, ohne diese Änderungen für die "Rote Tafel", wie der Lagerplatz in Reit im Winkl genannt wird, zu präzisieren. "Offenbar wollte der Betreiber diese neuen Auflagen nicht erfüllen", weswegen die Deponie bereits Mitte Juli geschlossen wurde.

Den neuen Lagerplatz, den der Fuhrbetrieb Dirnhofer nutzen möchte und der diese Fläche auch besitzt, liegt im Gewerbegebiet. Dort sollen laut Antrag "nichtgefährliche Abfälle" vorübergehend entsorgt werden. Der Gemeinderat sah in dieser Absicht ein privilegiertes Vorhaben, eine Genehmigung sei auch im Außenbereich möglich. Lorenz Höflinger (CSU) erkundigte sich, ob der Abstand zu einem nahen Bach, der Schwarzlofer, ausreichend sei. Bürgermeister Josef Heigenhauser erläuterte, der dazwischenliegende Wald- und Böschungsgürtel sorge für genügend Trennung, er sehe die Situierung des Bauschuttlager als "nicht problematisch" an. Nun habe das Landratsamt zu entscheiden, ob und welche Auflagen dem Antragsteller für diese Lagerfläche auferlegt werden.

Nachdem in Seegatterl im Zuge des Baus einer neuen Seilbahn die alte Leitstube weggerissen wurde, ging für die Gemeinde auch die Möglichkeit verloren, Pistenraupen, Unimog und Anbaugeräte abzustellen. In einem Schreiben beantragte der Bauhofleiter Bodo Kegel den Bau einer Unterstellhalle am Bauhof für diese Fahrzeuge. Geschätzt werden die Kosten auf "40000 bis 50000 Euro", wie im Sitzungsprotokoll festgehalten wurde. Die Gemeinderäte befürworteten zwar den Bau dieser Unterstellhalle, allerdings verwies Bürgermeister Heigenhauser darauf, dass mit diesem Beschluss noch nicht feststehen würde, ob die Gemeinde auch finanziell in der Lage sei, dieses Gebäude zu errichten. "Aber jetzt haben wir wenigstens die Zustimmung der Gemeinderäte".

Zu einem Dauerthema scheint sich der Bauantrag von Birgit Hanke aus Dortmund zu entwickeln. Sie beabsichtigt an der Weinleiten in Reit im Winkl ein Wohnhaus zu errichten. Das Grundstück ist für die geplante Hausgröße allerdings recht klein, auch der Zuschnitt erweist sich als ungünstig. Des Weiteren bereitet offenbar besonders die Situierung der Garage den zuständigen Behörden Kopfzerbrechen. Mehrfach schon wurde die Antragstellerin um Planänderung gebeten, während der Gemeinderat bemüht ist, Ausnahmen vom Bebauungsplan entsprechend darzustellen.

Nun mussten auch zwei Schreiben von Nachbarn mit in die Diskussion einbezogen werden, die dem Bauvorhaben ablehnend gegenüberstehen. Nach eingehender Diskussion erteilte der Gemeinderat zunächst seine Zustimmung zur Änderung der Firstrichtung und auch zur Überschreitung der Baugrenzen durch einen Balkon und eine Außentreppe an der Ostseite. Auch die Nichteinhaltung des Dachüberstandes der Garage wurde toleriert. Diese Garage muss allerdings um einen Meter in das Grundstück zurückversetzt werden, diese sollte nach Wunsch der Antragstellerin unmittelbar auf der Grundstücksgrenze gebaut werden. Dies lehnt der betroffene Nachbar allerdings strikt ab, wofür der Gemeinderat offensichtlich Verständnis zeigte. Nun muss sich neuerlich das Landratsamt mit diesem Dauerthema beschäftigen.

ost/Chiemgau-Zeitung

Zurück zur Übersicht: Achental

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser