Der "Spirit" von Schleching

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Das "Schlechinger Guerilla Ensemble": Hubert Heiter (Posaune), Simon Bauer (Trompete und Gitarre), Muck Bauer junior (Saxofon und Klarinette) und Gary Marlowe (Gitarre und Klavier, linkes Bild von links). Rechts Gary Marlowe an seinem Steinway Flügel von 1926.

Schleching - Wer im nächsten Jahr im Kino den neuesten Film von Ulrich Tukur oder in der ARD den Liebesfilm "Jedes Jahr im Juni" anschaut, der hört Filmmusik aus Schleching.

Sie stammt aus der Feder von Gary Marlowe. Viele seiner Kompositionen hat jeder im Ohr; denn er hat jede Menge Preise eingeheimst.

Geboren 1967 in Berlin, hat Marlowe als Kind meistens die Ferien in Schleching im Haus seiner Großeltern im Krimmweg verbracht. Schon mit vier Jahren lernte er Klavier spielen und saß an Weihnachten mit dem Opa Kurt - genannt Kulle - Gritzun an der Orgel. Das hat ihn tief geprägt - die Menschen, die Berge und diese Musik.

Später studierte er Komposition für Film bei den Oscar-Gewinnern Luis Bacalov und Nicola Piovani. 2003 war er Meisterschüler von Bacalov an der Accademia Musicale Chigiana in Sienna und gewann den "Emma Convtestabile Award", einen renommierten Musik-Preis.

Er spielt Klavier, Keyboards, Gitarre, Bass, Schlagzeug und einige Instrumente mehr - und er ist Sänger. Marlowe wurde mit zahlreichen internationalen Platin- und Goldenen Schallplatten für seine Kompositionen und Produktionen ausgezeichnet.

Bekannt wurde Marlowe auch durch seine Arbeiten für hochklassige Werbung und Kunst-Musikinstallations-Projekte. Referenzen sind unter anderem Red Bull, Levi's, Swatch, Microsoft, T-Mobile oder die Biennale von Venedig. Mit seiner Musik für den Auto-Hersteller Seat hat er die Auszeichnung "Finalist" bei den Jerry Goldsmith Awards 2012 gewonnen, obendrauf gab es gerade erst eine Nominierung für den renommierten "Hollywood Music in Media Award" in Los Angeles.

Sein Lebensweg führte ihn im internationalen Musikbusiness unter anderem von Berlin nach Los Angeles und Venedig, wo er viele Jahre lebte und arbeitete. Aber es fehlte ihm etwas: "die Berge". Gary Marlowe zog deshalb im April 2012 mit seiner Frau Andrea Funke/Kaiser zurück in das Haus seiner Großeltern nach Schleching .

Dort wurde sein "ULTRA/ VIOLET Tonstudio" mit einer speziellen Akustik vom Mailänder Studio-Designer Dario Paini, gebaut. Eine außergewöhnliche Vintage-Instrumentensammlung mit raren Schätzen aus den 1970er- Jahren wie "Wurlitzer E-Piano", "Oberheim OB-8 Synthesizer" - eine Rarität, die schon Pink Floyd benutzten - "Rhodes", "Moog" oder "Hammond" lassen die Herzen von Musik-Kennern höher schlagen.

Sein Hauptinstrument ist ein restaurierter Steinway Flügel von 1926, in bestem Zustand und mit ganz besonderem Sound.

Das Konzept, das Marlowe für dieses Studio entwickelt hat, beschreibt er so: "Alles findet in einem Raum statt, ohne trennende Glaswände" - ein kommunikatives Miteinander von Instrumenten- und Gesangsaufnahme, Regie und Mix. Für den letzten Schliff holt er sich den mittlerweile ebenfalls im Chiemgau lebenden Hans Martin Buff, lange Jahre persönlicher Toningenieur von Prince, in sein Studio dazu.

Im Schlechinger Tal leben über 350 in Vereinen registrierte Musiker. Dieses riesige Potenzial ist Marlowe schon lange bewusst. Er hat einige der interessantesten Musiker für seine Produktionen ausgesucht. Gerade erst hat er das "Schleching Guerilla Ensemble" gegründet, im Kern ein alpines Bläserensemble plus Klavier und Gitarre.

Das erste gemeinsame Projekt ist die Musik für den Liebesfilm "Jedes Jahr im Juni" des Regisseurs Marcus O. Rosenmüller, der 2013 in der ARD laufen wird.

Marlowe ist Perfektionist, und das spürt und hört man auf seiner neuen CD "Ultra/Violett", die als Quintessenz seiner bisherigen erfolgreichen Arbeit gelten kann.

Diese sorgfältig ausgewählte Sammlung seiner besten Filmmusiken ist gerade bei "Amazon" und auf "iTunes" erschienen. Unter den 30 Stücken finden sich Titel aus den Thrillern "Lautlos" (mit Joachim Krol und Nadja Uhl) und "Heiße Spur" (mit Christine Neubauer) oder aus der Charlotte Link-Verfilmung "Das Echo der Schuld" (mit Anna Loos).

Für Fans wartet die Scheibe noch mit einer Überraschung auf: der Live-Aufnahme eines Oscar-Gewinners. Das finale "Mastering", also den letzten Schliff, bekam die CD in den legendären Abbey Road Studios, wo von den Beatles bis Pink Floyd unzählige Platten entstanden sind, die Musikgeschichte geschrieben haben.

Das Cover hat Marlowe selbst gestaltet: die Vorderseite ist ein Glasbaustein aus seinem Haus in Schleching und auf der Rückseite ist der alte Skibob seines Großvaters abgebildet.

"Schleching ist mein Dorf. Im Haus meiner Großeltern mit wunderbaren Kindheitserinnerungen habe ich meine Wurzeln gefunden, hier habe ich mein Traumstudio mit Bergblick, Ruhe und Inspiration, für mich der ideale Ort zum Leben und Arbeiten", schwärmt Marlowe.

Sybilla Wunderlich

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