Bürgermeister: „Viele Zweitwohnungen schlummern nur vor sich hin“

Auch Schleching plant nun Teil-Verbot von neuen Zweitwohnungen

Auch Schleching plant nun Teil-Verbot von neuen Zweitwohnungen
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Ein Komplett-Verbot neuer Zweitwohnungen könnte in den Augen von Schlechings Bürgermeister Sepp Loferer rechtlich schwierig werden.

Schleching - Den Einheimischen eine Zukunft im Dorf sichern, das ist das Ziel - erreichen will man es unter anderem mit einem Teil-Verbot neuer Zweitwohnungen. Wir haben mit Bürgermeister Loferer gesprochen.

Rund 500 Zweitwohnungen gibt es derzeit in der Gemeinde Schleching - und das bei einer Einwohnerzahl von gerade mal 1850. Geht es nach dem Gemeinderat und Bürgermeister Sepp Loferer soll der Zuwachs an Zweitwohnungen künftig gebremst werden. Diskutiert wurde das Thema in der Gemeinderatssitzung am Dienstag, 10. November. Ein Komplett-Verbot neuer Zweitwohnungen, wie es bereits in Berchtesgaden und Ruhpolding beschlossen wurde, plant man aber nicht.

Schleching plant Teil-Verbot von Zweitwohnungen

„Zum Beispiel bei der Ausweisung neuer Baugebiete könnten Zweitwohnungen untersagt werden“, erklärt Loferer im Gespräch mit chiemgau24.de. Bei Bestandsgebäuden sollen neue Zweitwohnungen aber auch künftig möglich bleiben. Auch bestehende Zweitwohnungen bleiben natürlich unberührt. Ein Verbot für die ganze Gemeinde könnte in Loferers Augen rechtlich schwierig werden. Überhaupt will die Gemeinde erst anstehende Urteile des Münchner Verwaltungsgerichts abwarten, bevor die Satzung endgültig geändert wird. „Wir sind auf der Zielgeraden. Im ersten Quartal 2021 soll es dann umgesetzt werden.“

Das größte Problem für Schlechings Bürgermeister: Viele der Zweitwohnungen seien vor allem Investitionsobjekte - „Betongold“, wie er sagt. „Viele Zweitwohnungen schlummern nur vor sich hin.“ Man wolle die Zweitwohnungsbesitzer weder reglementieren, noch hinausekeln, aber der Bedarf der einheimischen Bevölkerung stehe im Zweifel im Vordergrund. „Es geht darum, dass auch der Nachwuchs hier bleiben kann und unsere Kindergärten, Schulen und Vereine eine Zukunft haben.“

xe

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