Die Pläne für den neuen Dorfladen reifen

Schleching - Die Pläne für einen Dorfladen in Schleching reifen. Auch der Standort ist jetzt klar. Wann allerdings die Türen aufgehen, steht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest.

Die Bürger, die sich an dem Projekt beteiligen, stellen ihr Vorhaben in den nötigen rechtlichen Rahmen und haben jetzt beschlossen, die bereits gegründete Betreibergesellschaft ins Handelsregister eintragen zu lassen. Und vor allem ist nun -aller Voraussicht nach - der Standort klar: Sie eröffnen den Dorfladen im Frischeladen, der Ende des Jahres schließt. In Sachen Pacht kommen sie den neuen Eigentümern der Immobilie entgegen.

Der Frischeladen schließt am 31. Dezember. Die Bürger wollen dort dann möglichst bald ihren geplanten Dorfladen eröffnen. Wann die Türen aufgehen, steht zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch nicht fest.

In der vierten Sitzung des Arbeitskreises zum "Dorfladen" im gut besetzten Pfarrsaal gab Vorsitzender Dr. Jan Bodo Sperling zunächst eine Änderung des Beirates bekannt. Manuela Dreisigacker wird in der Geschäftsführung des Ladens mitwirken, sie scheidet deshalb aus dem Beirat als zukünftigem Kontrollorgan aus. Barbara Bidell wird gemeinsam mit Hildegard Stöger in einem zusätzlichen vom Beirat ernannten "Kundenbeirat" speziell für die Kundenwünsche zuständig sein. Die neuen Beiratsmitglieder für die Ausscheidenden sind Claus Rathje und Johannes Bidell.

In der Arbeitskreissitzung kam zur Sprache, dass der Kauf des Anwesens Weiß mit dem jetzigen Frischeladen durch Manfred Mix aus Schleching und Thomas Gassner aus Grassau jetzt unter Dach und Fach ist. Am 20. November ist er notariell beurkundet worden.

Der Beirat der künftigen Betreibergesellschaft, der "Dorfladen Unternehmensgesellschaft" ("Dorfladen UG"), hatte daraufhin mit den Käufern weitergehende Gespräche geführt. Der Hintergrund: Beide Seiten hatten schon miteinander geredet, konnten sich jedoch nicht über die Pacht einigen. Der neue Eigentümer wollte mehr bekommen, als die Bürger anboten. Nachdem jetzt aber die Umsatzzahlen des Frischladens der letzten Jahre auf dem Tisch liegen, sind die Bürger grundsätzlich bereit, die Pacht, wie sie von den neuen Eigentümern der Immobilie verlangt wird, zu bezahlen.

Vor detaillierten Verhandlungen ist die Eintragung der "Dorfladen UG" als voll rechtsfähige Unternehmensgesellschaft mit stillen Gesellschaftern ins Handelsregister erforderlich. Und diesen Weg gehen die Bürger jetzt: Nach ausführlicher Diskussion gaben 36 Stimmberechtigte mit nur einer Gegenstimme grünes Licht für diesen Schritt. Bisher haben stille Gesellschafter rund 62000 Euro gezeichnet.

Claus Rathje informierte darüber, dass die Käufer der Immobilie ausgehend von einem zu niedrigen Pachtangebot der Dorfladen UG - im Arbeitskreis waren 500 Euro veranschlagt worden - zunächst den Laden selber betreiben wollten. Die jetzt vorliegenden Umsatzzahlen des Frischeladens aus den letzten Jahren würden der Dorfladen UG eine höhere Pacht erlauben.

Die Käufer fordern eine Pacht von 1100 Euro, bei Beschäftigung von zwei Personen aus dem Integrationsprogramm von hilfebedürftigen, aber arbeitsfähigen Menschen mit Rehabilitationscharakter aus Pflegeheimen, die Gaßner betreibt. Diese Mitarbeiter für Hilfstätigkeiten werden aus einem Förderprogramm bezahlt. Die Pacht erhöht sich auf 1250 Euro, wenn auf die Beschäftigung dieser zusätzlichen Arbeitskräfte verzichtet werde. Als Paketpreis für das Inventar und Umbaukosten erwarten die Käufer 30000 Euro.

Wie Beiratsmitglied Peter Kapeller ausführte, hätten die Arbeitskräfte aus dem "Anthojo"-Programm für suchtabhängige Menschen ihre Therapie abgeschlossen und sollen nun in ein normales Leben rückgeführt werden. Sie werden in kleinen Gruppen weiterhin von einem Psychologen begleitet. Kapeller betonte den sozialen Gedanken, diesen Menschen in dem genossenschaftlich orientierten Dorfladen eine Chance zu geben.

Von den sieben Mitarbeitern habe einer gekündigt, erklärte Dr. Sperling. Alle sechs Verbleibenden könnten übernommen werden. Manuela Dreisigacker würde ihre Arbeitszeit erhöhen.

Dr. Sperling erläuterte den Plan des Frischeladens mit einer Verkaufsfläche von 120 Quadratmeter, die wegen tragender Wände nicht vergrößert werden könne. Die Gesamtfläche mit einem zusätzlichen Lagerraum und Kühlräumen misst 169 Quadratmeter. Der geplante Pachtvertrag würde den Anfahrtsbereich und Parkplätze einschließen. Geplant sei, die Eingangstür des Ladens von der gefährlichen Gehsteignähe zur Bundesstraße auf die Seite zu verlegen. Diese Maßnahme ist mit 7000 Euro veranschlagt, die der Ladenbetreiber tragen müsste.

Der Vorstandsvorsitzende der Dorferneuerung Peter Oster, Amt für Ländliche Entwicklung Oberbayern, stellte eine Förderung für feste Einbauten zugunsten des Ladens in Aussicht. Zwei Mietwohnungen, eine mit 50 Quadratmetern im Parterre und eine mit 100 Quadratmetern in ersten Stock erhalten vom Ladenbereich getrennte Zugänge.

bre/Chiemgau-Zeitung

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