Verzicht auf Sitzungsgeld

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Innzell (CH-Z) - Vorbildlich: Die Inzeller Gemeinderäte beschlossen nach fraktionsübergreifender, einvernehmlicher Vorberatung, auf 50 Prozent des Sitzungsgeldes zu verzichten.

Lesen Sie hier den Bericht aus der Chiemgau-Zeitung:

Sitzungsgeld halbiert

Einen ungewöhnlichen Schritt zu Kosteneinsparungen begehen die Inzeller Gemeinderäte: Sie beschlossen nach fraktionsübergreifender, einvernehmlicher Vorberatung, auf 50 Prozent des Sitzungsgeldes zu verzichten. Rückwirkend ab 1. Januar wird es von 25 auf 12,50 Euro verringert.

"Aufgrund der engen Haushaltslage und aufgrund dessen, was auf die Bürger noch zukommt, müssen wir auch unseren Beitrag leisten", führte Bernhard Jung (CSU) aus. Bürgermeister Martin Hobmaier zollte dem "Respekt und Anerkennung".

Entlasten sollen den Gemeindehaushalt auch Mehreinnahmen durch eine Miete für den Festsaal und den Raum Niederachen im Rathaus. Keine Miete verlangt wird von der Schule und Inzeller Vereinen sowie - auf Anregung von Sigi Walch (CSU) - Inzeller Privatpersonen. Nach einer Idee von Josef Rieder (SPD) beschloss man, für die Technik keine Zusatzpauschale zu verlangen. Inklusive der Saaltechnik beträgt die Miete laut einstimmigem Votum im Festsaal bei Veranstaltungen mit Eintritt 450 Euro und ohne Eintritt 300 Euro. Beim Raum Niederachen sind mit Eintritt 100 Euro und ohne Eintritt 50 Euro fällig.

Ein weiterer Schritt zur Verwirklichung des Moor-Erlebnispfades Inzeller Filzen ist geschafft: Einstimmig erklärte sich der Gemeinderat mit der Projektbeschreibung für das EU-geförderte LEADER-Projekt einverstanden, erklärte sich bereit zur Übernahme von etwa der Hälfte der Gesamtkosten und verpflichtete sich, die Pflege und den Unterhalt des Inventars bis zum Ende der Bindungsfrist zu übernehmen. Letztere dauert laut Bürgermeister Hobmaier zwölf Jahre.

Der Beschluss war die Voraussetzung dafür, dass der Zuschussantrag gestellt werden kann. Insgesamt wurden für die Finanzierung des Erlebnispfads in den Inzeller Filzen 149815 Euro netto veranschlagt. Nach Abzug der zu erwartenden LEADER-Förderung in Höhe von rund 74907 Euro netto verbleiben für die Gemeinde Inzell bis zu 74908 Euro netto.

Hobmaier erläuterte, 30 Jahre lang sei vergebens geeignetes Wasser im Inzeller Talkessel gesucht worden. Zwar seien von einem Experten einige Stellen für Tiefenbohrungen mit einer Chance von 50 zu 50 genannt worden, ergänzte Vizebürgermeister Hans Egger (Bürger für Inzell). "Aber das Risiko tragen wir voll".

Beim Bezug des Trinkwassers aus der Laubau zusammen mit der Stadt Traunstein und Siegsdorf hingegen sei das "Risiko überschaubar". Hobmaier betonte, das Wasser von der Laubau reiche auf alle Fälle. Die Brunnen in Wildenmoos könnten nur zur Notversorgung dienen. Auf letztere als erstes Standbein zu setzen, hält Hobmaier für zu riskant, da sie nicht nur im Winter durch Lawinen, sondern auch im Sommer durch Schlammlawinen gefährdet seien. Das Wasser für das geplante Bad belaste die Bürger finanziell nicht, sondern im Gegenteil: Ein Großabnehmer mache das Trinkwasser für die anderen Abnehmer günstiger.

vm/Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © dpa

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