"Räume-Recycling": Aus Wunsch mach Realität

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Eine "verblüffend neue Gestalt" (Bürgermeister Hans Haslreiter) haben die Räume über dem Hallenbad erhalten - vor allem der bisherige Lesesaal als "Wössner Dorfsaal". Der Trachtenverein hat dazu 200 ehrenamtliche Arbeitsstunden geleistet und außerdem 10000 Euro spendiert.

Unterwössen - Man muss sich nur zu helfen wissen: Die Unterwössener wollten einen großen Veranstaltungssal - jetzt haben sie einen: Der alte Lesesaal wurde kurzerhand umfunktioniert.

Lesen Sie hier den Originalartikel aus der Chiemgau-Zeitung:

"So, iatzt ham'as g'schafft"

Nachdem der langgehegte Wunsch von Vereinen und vielen Bürgern nach einem großen Veranstaltungssaal in Unterwössen derzeit aus finanziellen Gründen scheitert, wurde aus der Not kurzerhand eine Tugend gemacht und der bisherige Lesesaal über dem Hallenbad mit Hilfe verschiedener Umbaumaßnahmen zum "Wössner Dorfsaal" umfunktioniert.

Unterwössen - Die Initiative für diesen multifunktionalen Veranstaltungssaal war vom Trachtenverein "d'Achentaler" ausgegangen. Er hatte Anfang Dezember einen entsprechenden Antrag an den Gemeinderat gestellt, nach dessen Zustimmung wurde bereits ab 19. Dezember umgestaltet. Drei Veranstaltungen sind inzwischen zur Zufriedenheit aller gelaufen, nun wurde der "Wössner Gemeindesaal" offiziell von Pfarrer Klaus Wernberger geweiht. Gut 150 Besucher nahmen die Gelegenheit wahr, sich bei der Einweihung den neuen Saal anzusehen - und alle waren begeistert. "Es sind gute Voraussetzungen geschaffen worden für eine nachhaltige Belebung des kulturellen Lebens in der Gemeinde", befand Bürgermeister Hans Haslreiter: "Der wirkliche Reichtum einer Gemeinde liegt schon lange nicht mehr in der Gemeindekasse, sondern im gesellschaftlichen und kulturellen Leben."

Haslreiter zeigte sich in seiner Begrüßung sichtlich stolz auf den Fortschritt im gesamten Hallenbadkomplex. Insbesondere der neue Gemeindesaal, aber auch die anderen Räume erlaubten durch die neue Raumaufteilung und die damit verbundene Aufwertung künftig viele neue Nutzungsmöglichkeiten, sagte er. Es sei gut gelungen, den alten Räumen eine "verblüffend neue Gestalt" zu verleihen und Atmosphäre zu schaffen.

Der Jugendtreff wanderte in das schon lange leerstehende ehemalige Pils-Pub im Keller, der Raum bietet nun ideale Voraussetzungen für Gymnastik und Tanzkurse. Er kenne kein "Bürgerhaus" einer Gemeinde im Landkreis Traunstein, das so viel-fältige Nutzungsmöglichkeiten biete wie der Hallenbadkomplex. Unter einem Dach seien nun Hallenbad und Sauna, Gaststätte mit Biergarten, der "Wössner Gemeindesaal", das Schützenlokal mit zehn Schießständen, die Räume des Vereins "Wössner Regenbogen" mit der Spielstube, ein Sport- und Gymnastikraum, der Jugendtreff und Kegelbahnen untergebracht. Dazu kommen der Musikpavillon mit Probenraum und der Kurpark mit Spielplatz.

Der neu gestaltete "Wössner Gemeindesaal" sei ein zweckmäßiger und ausreichend großer Raum geworden, in dem 90 Prozent aller Veranstaltungen problemlos abgehalten werden können. Die Bewirtung, ergänzte der Rathauschef, könne sowohl durch die von ihm empfohlene hausinterne Gastronomie als auch durch eine Cateringfirma oder vereinseigene Initiativen sichergestellt werden.

Zugleich würdigte er die Arbeit des Trachtenvereins-Vorstands Reinhard Kurz-Hörterer und dessen Stellvertreter Otto Dufter junior, der zugleich die Musikschule leitet. Zusammen mit dem "Senioren-" wie auch "Junioren-Team" des Trachtenvereins hätten sie ihr Versprechen erfüllt und rund 200 Stunden ehrenamtliche Arbeit geleistet. Ein weiterer Dank galt dem "Wössner Regenbogen" mit der Vorsitzenden Adelheid Meirer sowie dem Vorstand des Hallenbadvereins, Hans Wimmer. Aufgrund seiner kooperativen Zusammenarbeit sei es möglich geworden, im Erdgeschoss den Bereich der Umkleidekabinen zu verkleinern und Raum für die Catering-Küche zu schaffen.

Architekt Helmut Birner habe eine "unbürokratische und fachlich gute Beratung" geleistet, Ludwig Entfellner und Bernhard Greimel baufachlich und planerisch von Anfang an mitgewirkt.

Zweiter Bürgermeister Barthl Irlinger bedankte sich ebenfalls mit einem von Christa Gasteiger verfassten Gedicht, in dem es heißt: "So, iatzt ham'as g'schafft." Trachtenvereinsvorstand Kurz-Hörterer betonte, mit dem "Raum für unser Dorf" sei es nicht darum gegangen, "eine vollendete Tatsache" zu schaffen, sondern eine Meinungsbildung im Ort in Gang zu bringen. Zum Schluss überraschte der Vorsitzende noch mit einem Scheck in Höhe von 10000 Euro an den Bürgermeister.

sga/Chiemgau-Zeitung

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