Übung für den Ernstfall

Spektakuläre Übung: Brand im Gasthof

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Oberwössen - Es ist Abend als ein Alarm die Feuerwehren des oberen Achentales aufschrecken lässt. Ein inszinierter Brand hielt rund 80 Wehrler auf Trab.

Ein Alarm schreckte die Wehrleute der Feuerwehren Schleching, Reit im Winkel, Unterwössen und Oberwössen am Mittwoch Abend auf. Ein Zimmerbrand im Obergeschoss des Oberwössner Gasthofes zur Post war die Grundannahme für die groß angelegte Übung im oberen Achental. 16 Personen galten in dem verrauchten und weitläufigen Gebäude als vermisst. 81 Wehrleute rückten aus.

Einsatzleiter war der Oberwössner Feuerwehrkommandant Walter Bauer. Die Nachsuche durch die Atemschutzträger im stark verrauchten in Nebentrakte verwinkeltem Gebäude und die anschließende Personenrettung waren zwei der Schwerpunkte des realistischen Szenarios. Immer wieder fanden die unter den Einschränkungen ihrer schweren Ausrüstung arbeitenden Kräfte Personen im Haus. Sie führten oder trugen sie heraus in die Helferhände. Zumeist waren das junge Burschen aus dem Dorf, die sich als Komparsen zur Verfügung gestellt hatten. Besondere Schwierigkeit stellte sich ein, als nach dem Szenario ein Atemschutzträger im Gebäude mit angenommenen gesundheitlichen Problemen vermisst wurde. Auch mit dem Feuerwehrhubsteiger und der Feuerwehrleiter simulierten die Einsatzkräfte Rettungsaktionen und Brandbekämpfung aus höheren Stockwerken. Aus Bach und Hydrant pumpten die Wehrleute Löschwasser und verlegten Schlauchleitungen für die vermeintliche Brandbekämpfung.

Die Übungen seien "supergut" gelaufen

Nach einer guten Stunde war der Einsatz vorbei, die Übungsaufgaben sämtlich gelöst, die Übungskomparsen nach wie vor bei bester Gesundheit. Den vielen Zuschauern hatten die Einsatzkräfte an den hell ausgeleuchteten Einsatzstellen ein breites Spektrum ihres Aufgabengebietes geboten. Während sich die Mannschaften bereits in der Feuerwehrhalle stärkten, rief Kreisbrandinspektor Georg König Kommandanten, Abschnitts- und Gruppenleiter zu einer Nachbesprechung zusammen. Von der Feuerwehr Marquartstein hatte sich Kommandant Thomas Mayr, aus der Grassauer Wehr der stellvertretende Kommandant Peter Hornberger als Schiedsrichter zur Verfügung gestellt. Die drei bescheinigten, dass die Übung „supergut“ gelaufen sei. Hornberger bestätigte für seinen Bereich, dass gerade die Rettungsszenarien innerhalb des Gebäudes und rund um den Atemschutz besonders anspruchsvoll gewesen seien.

Feuerwehr-Übungseinsatz im oberen Achental

Die Übung in dem verwinkelten und verzweigten Gebäudeteilen hatte sich angeboten, weil das Objekt derzeit leer steht und verschiedene Bereiche so zugänglich gemacht werden konnten. Trotzdem hatten die drei Schiedsrichter eine Fülle an Tipps, Korrekturen und Verbesserungsvorschlägen, die zeigten, wie förderlich solche Großübungen sind. Die Themen reichten vom Funkverkehr, über die Einsatzüberwachung und -planung bis hin zur Nachsuche im verrauchten Gebäude. Dabei zeigte sich Hornberger überrascht, dass ihm als Schiedsrichter offensichtlich wird, was ihm in der Anspannung des eigenen Einsatzes verborgen geblieben wäre.

Weiterer Sinn der Übung war, den Nachwuchs an Einsatzszenarien heran zu führen, ohne sie Gefahren auszusetzen. Zufrieden zeigte sich Zuschauer Ludwig Entfellner. Der Unterwössner Bürgermeister hatte sich bei der Übung einen Überblick über die Leistungsfähigkeit der Wehren verschafft. Er drückte in seinem Wort an die Feuerwehrkräfte seine Anerkennung aus. Dankbar unterstrich er die Bedeutung ihres Einsatzes für die Allgemeinheit.

Ludwig Flug

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