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Die 22-Jährigen erfüllen sich als neue Sennerinnen ihren Traum

„Wir wollten ein ganz anderes Leben“: Laura und Johanna auf der Staudacher Alm

Bis spätestens Ende Oktober betreuen Laura Krammer (links) und Johanna Perl die Staudacher-Alm am Hochgern.
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Bis spätestens Ende Oktober betreuen Laura Krammer (links) und Johanna Perl die Staudacher Alm am Hochgern. Sie stammen aus Palling bzw. Staudach-Egerndach.

Mal rennen ihnen die Wanderer die Bude ein, mal leben sie in tagelanger Einsamkeit - Laura und Johanna (22) sind die neuen Sennerinnen auf der Staudacher Alm am Hochgern. Wir haben mit ihnen über ihr neues Leben gesprochen.

Staudach-Egerndach - Sie haben sich in der Lehre kennengelernt, waren schon auf Weltreise - „und jetzt erfüllen wir uns den nächsten Traum“: Laura Krammer und Johanna Perl sind in ihrem neuen Domizil angekommen, in 1150 Metern Seehöhe. Seit Anfang Mai sind die 22-Jährigen Sennerinnen auf der Staudacher Alm, die malerisch auf dem Weg zum Hochgern-Gipfel liegt. „Wir wollten erstmal ein ganz anderes Leben“, erzählt Laura Krammer beim Besuch von chiemgau24.de.

Neue Sennerinnen auf der Staudacher Alm am Hochgern

Früher hatten die jungen Frauen einen hektischen Alltag als Krankenschwestern, jetzt dreht sich alles um das bescheidene Leben in „ihrer“ Alm. Rund um die Staudacher Alm grasen 15 Kühe, elf Hühner und einen Hahn. Dazu ein Kräuter- und Gemüsegartl. Die Speisekarte ist klein, aber fein. Ein paar Brotzeiten und verschiedene Kuchen haben Laura und Johanna im Angebot. „Die Getränke, das Brot und die Zutaten bringt uns der Almbauer herauf. Die Kuchen und den Obatzten machen wir selber und auch der Käse reift hier“, berichtet Johanna stolz.

Entlang des schönen Alplbachs geht man von Staudach aus etwa anderthalb Stunden bis zur Staudacher Alm.

Strom und fließendes Wasser gibt es nicht. Für die tägliche, warme Dusche steht etwas Gas zum Erhitzen bereit. Ansonsten gibt es zum Wasserkochen oder Kuchenbacken einen Holzofen, weswegen es immer wieder mal heimelig aus dem kleinen Kamin der Staudacher Alm herausraucht. „Wir haben hier ein wirklich einfaches Leben, richtig entschleunigt“, sagt Laura Krammer und schaut hinauf zur Felswand des Hochlerch. Seit 1. Mai sind die jungen Frauen hier heroben, haben hergerichtet, dann kamen die Tiere und seit 11. Mai ist geöffnet.

Bei langem Regen herrscht pure Einsamkeit

Freilich, wenn das Wetter passt, dann brummt der Laden. Bis zu 100 Gäste hätten rund um die Alm Platz. „Wenn‘s absehbar wird, dass es recht zugeht, helfen uns unsere Familien“, sagt Johanna Perl, deren jüngerer Bruder auch schon mal mit der Ziach aufspielt. Dass es auch mal richtig stressig werden kann, damit haben die beiden gerechnet. „Aber die Gäste sind eigentlich immer dankbar und entspannt. Wir hören nur Positives.“ Ist der Andrang vorbei, wird zusammengeräumt, geputzt, gebacken, nach den Tieren geschaut und die Buchhaltung gemacht - „und natürlich wird der restliche Kuchen gegessen“, lachen Johanna und Laura.

Laura Krammer (links) und Johanna Perl vor der Staudacher Alm.

Und dann gibt es wieder Tage voller Einsamkeit: „Es nervt schon, wenn es tagelang regnet und keiner vorbeikommt. Das einzige, was man hört, sind die Kühe. Man kann dann eigentlich nur in der Stube sitzen“, so Johanna. Dann fehlen Familien und Partner besonders, oder auch die Vereinsaktivitäten: bei Laura das Volleyballspielen, bei Johanna die Trachtler - „ausgerechnet jetzt, wo wieder die ganzen Festln wären“. Geht man sich in der Einsamkeit nicht auch mal gegenseitig auf den Geist? Johanna und Laura schauen sich an, lachen und sind sich einig: „Jede von uns hat ihr eigenes Zimmer. Und wenn‘s wirklich ist, geht die andere halt hinauf zum Gipfel.“

xe

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